• 10'000 km - talk dirty to me

    February 16, 2025 in Mexico ⋅ ⛅ 23 °C

    Nachdem ich aus der Stadt Puebla rausgefahren bin, ging es offroad. Ich folge vielen Biketraveler auf Instagram und alle sind super und geben Auskunft über Wege und Gegebenheiten (Beste Community ever). Somit habe ich eine Route von Kevin und Anne aus Deutschland übernommen (Danke!). Nach vielen Strassen war ich auch einfach dankbar den Verkehr zu verlassen. Es wurde sehr steinig und ich war doch froh hatte ich mal so nen Basic Montainbike Kurs in der Schweiz besucht. Nicht das es sehr technisch gewesen wäre, aber für Grundhaltung auf dem Fahrrad war ich dankbar. Ich schlief die erste Nacht zwischen Kakteen in einer Kaktusplantage. Die Kakteen werden angepflanzt, da aus den Blüten die Drachenfrucht wachst. Dies erzählt mir ein Ehepaar, dass einen Laden führt und mich spontan zu Ei und Tortilas zum Frühstück einluden. Dankbar mit vollen Magen fuhr ich weiter. Die nächste Nacht verbrachte ich auf einem Hügel weg von der Strasse, auf einem steinig, stachligen Untergrund. Da bin ich immer froh wenn ich am Morgen noch mit Luft in meiner Matte aufwache. Anschliessend ging es in das Naturschutzgebiet Tehuacán-Cuicatlán. Eine sandige Strasse im Kakteen Paradies. Super schöne Aussicht und einfach toll. Diese Fahrt bezahlte ich dan mit einem groben Aufstieg. Ich war froh als ich die Stadt Tehuacán erreicht. Nach dem Sand super drekig und nach dem Aufstieg super verschwitzt und das mit der Mischung von 3 Tage nicht duschen - wenn ihr glaubt ihr könnt es richen - glaubt mir es war schlimmer. Ein Kaktusdorn verursachte mir einen platen Reifen. Ich verlohr wertvolle Zeit und war immernoch fast in der Stadt. Also eigentlich war ich in einem Quartier in welchem es sich nicht wirklich konfortabel anfühlte einen Reiffen zu wechseln, aber alle waren ganz nett und fragten ob ich Hilfe brauche (als Frau wird mir glaube ich sowieso deutlich mehr hilfe angeboten - lies ich mir sagen). Ich beschloss die Bomberos (Feuerweh) zu fragen ob ich bei ihnen übernachten darf. Es war ein Wetlauf mit der Zeit, da es schon eindunkelte und die Nacht schon angefallen war, als ich beim Posten ankam (Nachwievor gilt: Fahre nicht bei Nacht!). Umso dankbarer war ich, als dies absolut kein Problem war und ich mein Zelt aufstellen konnte. Sie dekten mich mit Essen ein und alle waren besorgt das ich neh gute Zeit habe. Am nächsten Morgen ging es weiter zuerst etwas Strasse, dann wieder Offroad. Ich wollte zu Wasserfällen. Über 2'500 Höhenmeter hoch soll es gehen. Es war 36 Grad und an der Abzweigung hoch zu den Wasserfällen entschied ich mich gegen den krassen Aufstieg und nahm den weniger krassen Anstieg mit nur 1'800 Höhenmeter. Ich fand ein toller Schlafplatz bei einem Fluss und war dankbar das ich mir Staub und Schweiss für einmal runterwaschen konnte. Dafür übersäht von Mükenstiche nahm ich am nächsten Tag den Aufstieg in Angriff. Ich folgte meinem Navi das mich wieder Offroad lenkte. Das war ein Fehler. Ich schob mein Fahrrad 2.5 Stunden hoch, weil es zu steil war zu radlen und fand mich bei einem Weg wieder, an welchem ich das Fahrrad nicht einmal mehr schieben konnte. Weil es schon spät war, entschied ich mein Zelt am Fusse dieser Strasse aufzubauen und am nächsten Morgen verbrachte ich 1 Stunde mit Taschen und Fahrrad einzeln hochzutragen. In den 2.5 Stunden Fahrradschieben erreichte ich meine 10'000km... dann als ich kaum mehr Nerven hatte und alles einfach super anstrengend war. Ich habe mich nur ironischer Weise gefragt, ob es auch zählt wenn ich mein Fahrrad schiebe und nicht fahre... ihr könnt mich da also gerne belernen, dass ich die 10'000km erst später erreicht habe 😉. Auf jeden Fall war ich dankbar für ein Restaurant unterwegs bei welchem ich mich mit viel Kaffe und Quesadias verwöhnte. Vorallem für Wasser war ich dankbar (ich hatte keinen einzigen Tropfen mehr - stellt euch also so eine ausgetrocknete, drekige, verschwitzte und kurz vor dem verhungern Fiona vor - das haut hin). Es war entlich mal etwas kühler und somit war es ein leichtes die anderen Höhemeter auf der Strasse wegzuradeln. Kurz vor dem Stadtleben von Oaxaca suchte ich nochmals einen Schlafplatz. Fand auch einen Platz, bei dem ich mir sicher war, dass mich die Nacht verschlucken wird und mich niemand findet. Nur etwas Steil war er (quasi vertikal... mhm... ich übertreibe nie). Aber da ich wusste die nächste Nächte verbringe ich in einem Hostelbett interessiert es auch nicht wirklich jemand wie gut ich schlief - richtig? Richtig!

    Der kleine persönliche Rückblick nach 10'000km:
    Ich vergesse oft was ich da eigentlich tue... wie weit ich schon geradelt bin. Gerade bei vielen Höhemetern frage ich mich auch warum ich das tue... seit 8 Monaten auf dem Fahrrad und nicht mal in der Hälfte meiner Reise. Ich gehe jeden Tag aus meiner Konfortzone raus, weis meistens nicht wo ich am Abend schlafen werde. Stopte mich manchmal selber aus um Menschen, Kultur und Landschaft besser kennen zu lernen. Und dan blicke ich zurück und realisiere wer ich war als ich in Alaska gestartet bin. Ich durfte so viele tolle Menschen kennen lernen, durfte einen Teil einer wunderbaren Community werden und war noch nie in meinem Leben so fit wie jetzt. Mein Körper leistet unendlich viel und es ist schwer in Ordnung nicht die perfekte Körperform zu haben. Es ist auch schwer in Ordnung laut und euphorisch zu sein. Es ist eine Reise zu mir selber. Denn ich bin in toll mit allen meinen Maken. Und du bist es auch!

    Lasst uns einander mehr respektieren und lieben anstelle von kritisieren! ❤
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