• Santiago - das verrückte & bunte Zuhause

    Nov 22–29, 2025 in Chile ⋅ ☀️ 26 °C

    Ich verlies Mendoza viel zu spät. Zuerst traff ich noch coole Leute im Hostel mit denen ich mich verquatschte und dan fuhr ich beim rausradeln an einem tollen Kaffe vorbei, bei dem ich nicht widerstehen konnte. Ich weis nicht was diese Kaffes immer mit mir machen. Es ist als würden sie mir leise zuflüstern. Und ganz ehrlich ich mag einfach viel zu gerne einen guten Kaffe. Es war also etwa 14.00 Uhr als ich endlich die Stadt verlies. Dann hatte ich hunger und ein kleines Takeaway mit Empanadas bot sich auf dem Wegrand an. Und dan stapelten sich die Schweizer. Da waren rund 3 schweizer Hotels und Restaurants und ein Kiosk. Aus reiner Neugier ging ich in den Kiosk (vielleicht mit der kleinen Hoffnung auf schweizer Käse). Die Ladeninhaberin erzählt mir, dass sie 20 Jahren in der Schweiz wohnte aber sie Argentinien vermisste und daher zurück kam. Wir schwatzten sicher gut eine Stunde zusammen und es war spannend ihre Geschichte und ihrer Wahrnehmung der Schweiz zu folgen. Leider ohne schweizer Käse. Mit all den Pausen und Gesprächen könnt ihr euch wohl vorstellen, das ich so gar nicht weit kam. Den das Ding am Fahrradreisen ist, wenn du nicht radelst, kommst du auch nicht weiter. Du musst halt radeln. Aber gut. Als es dan schon fast zum eindunkeln drohte, stellte ich mein Zelt auf einem Campingplatz und nam mir vor am nächsten Tag etwas mehr zu machen. Naja mehr ist nicht schwierig, da ich am Vortag auch nur 42km machte. Aber die Radgeschichte neu geschrieben habe ich an diesem Tag auch nicht. Ich radelte an einem schönen See vorbei, machte viele Fotos und strebte 62km weiter ein Reataurant mit angeblich gutem Kaffe in Uspallata an. Wie gesagt... diese Kaffes flüstern mir zu... da lernte ich ein schweizer Pärchen kennen. Ich verschwazte mich und da sie mit dem Camper unterwegs sind, ging ich zum gleichen free Camping wie sie waren. Die beiden waren wirklich toll und sie luden mich am morgen zum Frühstück ein. Wir plauderten lange. Also schonwieder ein später Start. Aber gut... ich radelte raus aus Uspallata und nach 30km war ich in einen Tall und in einem Windtunnel. Der Wind fegte mir in einer unglaublichen Geschwindigkeit entgegen. Es riss mir immer wieder mein Lenker herum und ohne Seitenstreiffen und rücksichtslosen Autofahrer, erwies sich diese Sitation alles andere als konfortabel. Auch war das Fahren oft gar nicht möglich. Ich beschloss meiner Sicherheit zuliebe, es mit Autostop zu versuchen. Erfolgreich. Ein Gemüseliferant namens Carlos hilt für mich an. Carlos lifert einmal die Woche Gemüse in die oben gelegenen Bergregionen. Entsprechend war sein Truck schon bis oben hin geladen und ich bot ihm an, dass ich es auch noch weiter versuchen könne. Er schüttelte nur den Kopf und meinte, was ich hier mache sei gefährlich, wir kriegen das schon hin. Also verstauten wir meine Taschen im Truck und das Fahrrad kam auf das bereits hoch geladene Fahrzeut halt noch oben drauf. Er band es mit Seilen fest. Funfact: 1-2 Wochen später erhielt ich ein Selfie von einer Freundin, Carlos hat sie ebenfalls mitgenommen. Carlos scheint ein Herz für Radreisende zu haben. Wir sind ihm alle sehr dankbar. Carlos nam mich mit bis Puente del Inca. Dieser Ort ist, wie der Namen bereits sagt, bekannt für eine Brücke, als irgendwelchen Mineralien, die sich selber gebildet hat. Die Incas bauten ein Hotel mit Termalbäder, welches aber mit dem Erdrutsch und Erdbeben so verwüstet wurde, das es nicht mehr in Betrieb ist. Da mein Magen einem Orchester konkurenz machte, setze ich mich in ein Restaurant und lies mich bekochen und versuchte herauszufinden, was ich mit diesem Tag noch anfange. Da Zelten bei diesem Wind schwierig wäre und ich mein Zelt noch brauche, checkte ich in einem Hostel ein. Auf IOverlander hat der Inhaber eine nicht so gute Rückmeldung. Er sei etwas Grimmig his es. Auf den ersten Eindruck stimmte ich dieser Aussage auch zu. Jedoch hielt das nicht lange an. Es war noch eine andere Dame dort und er half ihr bei beruflichen Angelegenheiten und später kochte er für uns beide. Resp. Er machte selber Pizza... auch den Teig machte er selbst und es war wiiirklich lecker. Und wir wurden einfach eingeladen. Also auch wenn das Hostel etwas teuer war, ich kann mich wirklich gar nicht beschweren und hatte einen tollen Abend. Am nächsten Tag gings weiter hoch. Da war ein Tunnel der Argentinien und Chile voneinander trennt. Dieser Tunnel ist für Radfahrer leider nicht gestattet. Aber der Tunneltaxiservice ist einfach liebenswert. Ich konnte mich im Büro als Radfahrerin anmelden, diese funkten nach Chile und 15 min. Später kam ein Truck der mein Fahrrad auflud und mich durch den Tunnel chaufierte. Das ganze Gratis. Dankbar namen wir mein Fahrrad wieder runter und ich befand mich auf chilenischen Boden. Etwas später radelte ich zu der Granzkontrolle. Ist nicht so das ich die erste Radreisende bin die dort durchfährt, aber die Dame die mich betreute war sichtlich überfordert und holte sich hilfe. Sie erklärt mir später, das es heute ihr erster Tag ist. Ich schmunzelte, sprach ihr gut zu und erzählte ihr von meiner Reise. Ein Station weiter wurde mein Gepäck durchsucht. Gerade beim Essen sind sie sehr vorsichtig. Ich wusste das es nicht einfach wird und sie suchten richtig um mir was wegzunehmen. Wurden dan mit dem Konoblauch fündig und alles weitere was ich dachte das evtl. problematisch sein könnte war kein Thema. Auch gut. Es erwartete mich eine kurvenreiche Strasse durch eine beeindruckende Bergwelt runter von dem Pass. Da ich noch keine Ahnung hatte wie sicher ich mich in Chile fühlen konnte, ging ich zu einem Restaurant, dass Reisende führ eine Gebühr bei sich campen und duschen lässt. Nach einer erholsamen Nacht versuchte ich zeitig loszuradeln. Denn mein Tagesziel war Santiago und das war mehr als 100km und ein Pass entfernt. Der Pass stellte sich als sehr steil und viel stossen heraus und ich verlohr schon da viel Zeit. Es half nicht als ich aufgehalten wurde bei einer Strassensperrung. Sie drehen ein Film für eine Ölkompanie ich müsse kurz warten. Kein Problem meinte ich... trotzdem hatte der Arbeiter ein bisschen ein schlechtes gewissen und bot mir Wasser an und plauderte mit mir. Lustig... da waren sicher einige in den Autos die wesentlich mehr stress hatten und als ich. Natürlich war ich dan auch nicht so schnell und radelte auch ins Video - sie können mich ja wegretuschieren, bin für eine Ölwerbung wohl nicht so förderlich. Ich radelte an brennenden Solarpannels vorbei wo ein Helikopter im dauereinsatz mit Wasser versucht das Feuer zu löschen. Die ganze Sitation kam mir irgendwie nur äussert ironisch vor. Aber gut. Ich wurde in Santiago erwartet und versuchte bei einer humanen Zeit anzukomme. Ich scheiterte kläglich 😆 und hatte bereits ein solches Energieloch, dass ich dringend mein Motor mit Essen versorgen musste. Ich hatte nicht mehr viel dabei... meine resten vom Abendessen vom Vortag hatte ich bereits gegesen und alles was ich noch dabei hatte würde kochen und somit viel Zeit erfordern. Da ich aber kurz vor Santiago war, fingen die Fastfoodläden an, einander zu konkurieren. Was ich auf der Reise oft und zuhause eigentlich nie mache - ich besuche den MacDonald. Es geht schnell, man kennt den Geschmack und man hat immer Wifi (als Vegi nicht immer einfach, aber Pommes haben sie immer). Dann konnte ich Laura schreiben und wir konnten uns Zeitlich verabreden. Laura ist ursprünglich aus Deutschland. Sie ist mit einer Freundin von Argentinien nach Alaska geradelt und wir waren in der selben Zeit in Alaska, haben uns aber nicht getroffen. Laura hat sich in ihren Warmshower in Santiago verliebt und ist nach der Reise zu ihm gezogen. Fede ist somit auch ein Radreisender und die beide sind richtige Herzensmenschen mit einer wunderbaren Wohnung. Ich hatte ein tolles Zimmer mit einem eigenen Badezimmer und fühlte mich einfach mega wohl. Wir gingen zusammen auf einen kleinen Selfmademarket und ich schwang mich das erste mal auf ein Rennrad für eine Feierabendrunde. Wir wollten eigentlich auf den Hausberg von Santiago. Der war aber geschlossen und daher ging es halt etwas anders herum. Es war aber mega cool und hat ultra spass gemacht. Ich habe die leise Befürchtung, dass ich mir zuhause ebenfalls ein Rennrad zulegen muss... auch weil ich mir gerade nicht vorstellen kann zuhause nicht mehr Rad zu fahren. Da ich mein Fahrrad zum mech brachte und warten musste bis alles geflickt ist, besuchte ich mit dem Bus die Küstenstadt Valparaíso. Ich hörte nur Gutes über diese Stadt und meine Erwartungen wurden übertroffen. Ein quirliger Ort... quasi ein laufendes Museum den die ganze Stadt ist geschmückt von Wandmalereien und Farben. Ich ging in ein Hostel und lief herum. Aus 1 Nacht wurden zwei Nächte und ich besuchte am nächsten Tag die Freewalking Tour. Dort lernte ich Laure kennen. Eine schweizer Skilehrerin. Wir verstanden uns auf anhieb und gingen nach der Tour den Empfehlungen von einem tratitionellen Valparaíso Getränk aua Wein, Liquor und Champanier sowie Sirup und einer Kugel Eis nach - es klingt komisch ist tatsächlich sehr fein, erfrischend und sehr alkohollastig. Zudem gabs meinen ersten Completto (eine Art Hottog mit Avocado usw. einfach für mich vegetarisch). Ich war in fahrt und Laura und ich gingen weiter in die nächste Bar wo wir zuerst noch andere von der Tour traffen und dan stundenlang über das Leben disqutierten. Am nächsten Tag machte ich mich auf den Weg auf ein Katerfrühstück und anschliessend auf den Bus zurück nach Santiago. Dort durfte ich noch 2 weitere Nächte bleiben, ging mit Pelusa der lieben und älteren Hündin von Fede und Laura spazieren, mein Fahrrad abholen und fuhr am abend noch auf den Hausberg. Ein schlechtes Gewissen plagt mich, das ich mein kaputter Leiner (Innenschlafsack) zur reparatut abgegeben habe. Da er um Freitag bei meiner Rückkehr nicht mehr geöffnet hat (hat jeden Tag von monat bis Donnerstag jeweils nur 1 Stunde geöffnet) und erst am Monatg wieder öffnete, beschloss ich, den Liner dort zulassen. Ich versuchte den inhaber noch auf unterschiedliche Arten zu erreichen, aber leider Erfolglos. Na gut. Mission für den nächsten Ort einen neuen Liner kaufen.. Santiago war ein zuhause für mich. Ich war in wunderbaren Gesellschaft und habe mich ein bisschen in Santiago und Valparaíso verliebt. Danke an Laura und Fede das ihr mich so herzlich aufgenomment habt.Read more