3. Tag auf See 27.07.2026
July 27, Pazifischer Ozean ⋅ ☁️ 28 °C
Etmal 70 sm
05°38,2´N
081°55,5´W
Am Nachmittag des Vortages frischte der Wind für rund drei Stunden deutlich auf. Endlich konnten wir wieder alle Segel setzen und mit Vollzeug hoch am Wind einen Kurs nach SSW laufen. Mit 7 bis 8 Knoten Fahrt keimte bereits die Hoffnung auf, nun endlich wieder kontinuierlich voranzukommen. Doch die Freude währte nur kurz: Gegen Abend schlief der Wind erneut vollständig ein. Uns blieb nichts anderes übrig, als sämtliche Segel zu bergen und die Hägar über Nacht den Launen des Ozeans zu überlassen. Wenigstens trieben wir mit etwa einem halben Knoten in die richtige Richtung – besser als Stillstand.
Unsere Hägar entwickelt sich derweil immer mehr zu einem schwimmenden Vogelparadies. Neben *Woodstock*, unserem treuen Uferläufer, der sich inzwischen dauerhaft unter dem Dinghy häuslich eingerichtet hat, bekommen wir regelmäßig Besuch von Weißbauchtölpeln. Sie landen zielsicher auf dem Bugkorb, machen es sich auf dem Anker bequem oder wählen das Solarpanel als Schlafplatz für die Nacht. Bis zu fünf Vögel gleichzeitig bevölkern dann unser Vorschiff und liefern sich im Dunkeln lautstarke Diskussionen um die begehrtesten Plätze. Erst im Laufe des Vormittags verlassen sie uns wieder und verschwinden hinaus auf den Pazifik.
Der heutige Vormittag brachte schließlich mehrere Squalls mit sich. Die kräftigen Regenschauer sorgten nicht nur für eine kurze Abkühlung, sondern schenkten uns auch den dringend benötigten Wind, sodass wir unsere Reise endlich wieder fortsetzen konnten.
Dabei zeigt sich der Pazifik in dieser Region von einer ganz anderen Seite als der Atlantik. Während dort die beständigen Passatwinde den Kurs vorgeben, sind die Kalmen hier nur schwer einzuschätzen. Eine vorherrschende Windrichtung gibt es praktisch nicht. Der Wind entsteht fast ausschließlich durch die kalten Fallwinde der Squalls. Deutlich spürt man, wie die kühle Luft aus den dunklen Regenwolken herabströmt und den Wind genau aus deren Richtung aufkommen lässt. Kaum ist ein Squall vorübergezogen, verschwindet der Wind oft ebenso schnell wieder.
Wir hoffen daher sehnsüchtig auf den beständigen Südostpassat. Nach den Wetterdaten beginnt er erst etwa 100 Seemeilen südlich unserer aktuellen Position. Bis dahin heißt es für uns weiter: Geduld haben, jede Brise nutzen und darauf vertrauen, dass der Pazifik uns bald wieder konstanten Wind schenkt.Read more






TravelerJetzt mit Wind 💨 da vergehen 3.800 sm wie im Flug ✈️😂
Traveler
Der Himmel ist ja voll der Hammer! 🤩