• 7. Tag auf See 31.07.2026

    July 31, Pazifischer Ozean ⋅ 🌧 27 °C

    7. Tag auf See 31.07.2026
    Etmal: 140 sm
    02° 30,8´N
    085° 47,5´W

    Es ist nun der siebte Tag auf See. Die Routine an Bord hat sich so langsam eingestellt. Sechs Stunden Wache, sechs Stunden Ruhezeit, welche man mit Schlafen, Lesen, Brotbacken, Kontrollen, Schreiben verbringt.
    Die Wachen sind 00:00 – 06:00 – 12:00 – 24:00. Im Moment sind die Wachen in der Nacht recht angenehm, da der Mond für ausreichend Beleuchtung sorgt.
    Wir werden die Bordzeit bis zu den Marquesas auf Panamazeit lassen, um nicht mit dem Wachsystem durcheinander zu kommen. Somit wird der Sonnenauf- und Untergang immer später und man hat ein Gefühl dafür, wie man sich auf dem Globus fortbewegt.

    Auch ist der Mond zu unserem Kalender geworden. Bei Neumond (denkt an die Sofi, wir können sie hier leider nicht sehen) ist die Hälfte geschafft, und vor dem nächsten Vollmond sollten wir die Marquesas erreicht haben.

    Seit gestern hat sich nun auch der der Passat mit ca. 5 bft, noch aus Süd eingestellt. Dies bedeutet einen Kurs mit halben bis vorlichem Wind, also Wind und die Wellen gegen an. Das Schiff hat eine ständig wechselnde Krängung und stampft gegen die See. Dieser Kurs ist der anstrengendste und kräfteraubendste Kurs für einen Segler. Ständig muss man sich festhalten und die Schiffsbewegungen ausgleichen. Beim Kochen und Backen ist immer alles zu sichern.

    Aber hier helfen uns die jahrelangen Erfahrungen. Nasse Handtücher auf den Arbeitsplatten verhindern das Rutschen von Tellern und Töpfen, alles andere wird auf dem kardanisch aufgehängten Herd abgestellt, im Moment der sicherste Platz an Bord und alles was nicht gebraucht wird sofort wieder an seine sicheren Platz stellen.

    Auch das Schlafen auf einem schrägen Lager gestaltet sich nicht immer einfach. Doch zum Glück haben wir genug freie Kojen an Bord, sodass man sich immer ein Nachtlager auf der Leeseite suchen kann. Und dann liegt man dort, versucht eine Lage zu finden bei der man am ruhigsten liegt und hört auf die Geräusche der See, des Windes im Rigg und an Bord. Alles normal, schlägt etwas, ne, alles normal, und irgendwann hilft einem der anstrengende Tag zuvor, doch noch ins Reich der Träume abzugleiten.

    Lediglich unsere Mitreisenden von der Vorschiff Reeling haben es da etwas einfacher. Sie sitzen in einer Reihe mit ihren großen Flossenfüßen, in Rot, Gelb, Blau, Lila, festgekrallt auf der Reeling, die Köpfe im Gefieder und schlafen tief und fest. Ab und zu, wenn der Bug in die Welle taucht, bekommen sie einen ordentlichen Schwall Wasser ab. Aber kurz geschüttelt und weiter geht der Schlaf. Die Gischt, die ab und zu über den Bug kommt, hilft auch das Deck von ihren Hinterlassenschaften zu befreien.

    Aber auch wenn sie etwas Schmutz machen, so sorgen sie mit ihren Flugkünsten, Landeanflügen und Streitigkeiten untereinander für Kurzweil an Bord.

    Da de Wind nun sehr konstant ist, konnten wir den Autopiloten deaktivieren und die Windfahnensteuerung in Betrieb nehmen. Diese erfordert etwas mehr Einstellarbeiten und Segeltrimm, aber verbraucht keinen Strom und schont die Ruderanlage, die ja noch einige Seemeilen durchhalten muss.

    Apropos Seemeilen: Wir haben nun fast 700 sm im Heckwasser und nach ca. 3200 sm vor uns. Galapagos werden wir voraussichtlich übermorgen passieren.
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