21. Tag auf See 14.08.2026
August 14, Pazifischer Ozean ⋅ 🌬 27 °C
Versegelt: 2963
Zum Ziel: 1021
05°40,5‘S
122°19,1‘W
Eine anstrengende und vor allem ziemlich unruhige Nacht liegt hinter uns. Der Wind hat inzwischen weiter auf Ost gedreht und kommt nun raum von achtern. Eigentlich eine komfortable Windrichtung, könnte man meinen – wenn da nicht die Wellen wären.
Bereits am Nachmittag hatten wir das Großsegel geborgen und sind seitdem nur noch unter Yankee unterwegs. Damit läuft die Hägar zwar weiterhin gut in Richtung Marquesas, doch die See hat sich noch längst nicht vollständig auf die neue Windrichtung eingestellt. Ein Teil der Wellen kommt nach wie vor aus Süden und trifft uns damit unangenehm von der Seite.
Und genau das macht die Sache an Bord ziemlich ungemütlich.
Durch das geborgene Großsegel fehlt uns der seitliche Segeldruck, der die Hägar normalerweise etwas stabilisiert und auf eine Seite legt. Stattdessen rollt sie nun kräftig von einer Seite auf die andere. Mal geht es weit nach Backbord, im nächsten Augenblick ebenso weit nach Steuerbord. Alles, was nicht wirklich seefest verstaut ist, macht sich dabei selbstständig – und auch wir müssen bei jedem Schritt aufpassen, wo wir uns festhalten.
Zwischendurch hat uns dann eine besonders große Welle genau von der Seite erwischt. Sie war hoch genug, um über die Bordwand direkt in die Plicht einzusteigen. Für einen kurzen Moment stand dort alles unter Wasser und schwamm fröhlich durcheinander, bevor das Wasser durch die Abläufe wieder seinen Weg zurück in den Pazifik fand.
Aber wie so oft auf See hatte auch diese Welle etwas Gutes.
Unsere gefiederten Mitreisenden, die Tölpel, hatten uns vor einigen Tagen zwar verlassen, ihre zahlreichen Hinterlassenschaften auf Deck und Doger jedoch großzügigerweise zurückgelassen. Die kräftige Salzwasserdusche hat nun ganze Arbeit geleistet: Deck, Plicht und Doger sind wieder erstaunlich sauber. Eine kostenlose Hochdruckwäsche mitten auf dem Pazifik – bestellt hatten wir sie zwar nicht, aber einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul.
So hat eben alles seine Vor- und Nachteile.
Im Moment scheint sich die See zumindest ein wenig zu beruhigen. Das Rollen ist etwas erträglicher geworden und wir hoffen, dass sich Wind und Wellen in den kommenden Stunden endlich auf eine gemeinsame Richtung einigen. Denn bis zu den Marquesas liegen noch einige Seemeilen vor uns.
Und wenn die See ihre derzeitige Meinung nicht noch einmal ändert, könnten die letzten Tage dieser langen Pazifiküberquerung noch einmal ziemlich anstrengend werden.
Aber das Ziel rückt näher – und irgendwo vor uns, noch hinter dem Horizont verborgen, warten bereits die hohen, grünen Vulkanberge der Marquesas auf uns.Read more




TravelerDann hoffe ich mal für Euch, dass Poseidon Euch wohl gesonnen ist.
Traveler
Sieht wirklich super aus.
TravelerEs ist schön, deine Reise auf diese Weise mitzuerleben, auf der Zielgeraden.