• 5. Tag: Sharaf al-Alamayn

    12 novembre 2025, Oman ⋅ 🌙 22 °C

    Guten Morgen Sonnenschein!
    Die Toni war heute wieder viel besser drauf, zum Glück.
    Ganz gemütlich haben wir in tollster Landschaft ganz alleine gefrühstückt und ich war noch baden, direkt in der kleinen Pfütze vor unserem Campingspot. Am Tag vorher fand ich es noch unnötig, dass hier irgendwelche Leute gemeint haben, extra für die offroad-Experience durchs Wasser fahren zu müssen. Zum Baden aber praktisch, denn damit war das Wasser in der Fahrrinne 5 cm tiefer, also insgesamt 10 cm, für die Katzenwäsche hat’s gereicht und es war unglaublich warm.

    Aus dem Kies ging’s raus zurück auf die Hauptstraße, dann direkt auf der anderen Seite wieder in die Berge abgebogen und durch ein langes Wadi hindurch gefahren und am Ende den Berg hoch in das kleine Dorf Wakan, das dort ganz viel Gartenbau betreibt. Sobald es Wasser gibt, gibt’s Palmen und das blühende Leben. Auch dort waren wir wieder fast alleine und machten einen kleinen Spaziergang durch die Gärten, die auf einem Hangrücken so angelegt waren, dass es in der Regenzeit nicht alles weg schwemmt und gleichzeitig wurden dort clever Bachläufe verlegt, so dass jedes Beet regelmäßig geflutet und damit gewässert werden kann.
    Ein Gärtner gab uns oben angekommen, ein paar von seinen Datteln. Eine willkommene kleine Stärkung nach den vielen Treppen! Es war zwar nicht heiß, aber Anna war es ein bisschen schummrig. Nach einem Kaffee mit Ausblick im Dorf ging’s dann wieder den ganzen Pass herunter, das Wadi raus auf die Landstraße.
    In Awabi haben wir getankt, weil wir wussten, dass wir noch mal fast 1700 hm den Berg rauf fahren würden. Sicher ist sicher.
    Im Gegensatz zu den schnuckligen Bergen von gestern waren die hier wirklich solide und groß. Wobei solide nicht stimmt, alles sieht hier aus, als würde es sofort abbrechen. Es ist insgesamt extrem staubig und während man bei uns den Schneepflug hat, gibt es hier wohl den Steinpflug. Das Geröll und die Schieferplatten sind an den Wegrändern aufgeschüttet.
    In Wadi Bani Awf biegen wir ab ins nächste Tal und schrauben uns dann die nächsten eineinhalb Stunden 25 km und 1500hm auf unbefestigten Straßen den Berg zu unserem nächsten Schlafplatz rauf. Hier wäre definitiv ohne Allrad nichts gegangen. Teilweise hatten wir eine Steigung von 42 Grad und das bei sehr staubig-losem Boden. Toni hat in der Zeit zum Glück zum größten Teil Mittagsschlaf gehalten. Ganz am Ende ist sie aufgewacht und hat tapfer die holprige Straße bis zum Gipfel ausgehalten. Die wurde in den letzten 15 Minuten noch mal extrem holprig.
    Geschafft! Oben werden wir mit einem grandiosen Ausblick und Sonnenuntergang belohnt. Und kühlen 17 grad. Das wird bestimmt eine der kältesten Nächte.
    Während Anna während der Fahrt noch Ferndiagnose per Chat mit Kinderärzten geführt hat, hat es sie jetzt selbst mit Schüttelfrost erwischt und sie ist gleichzeitig mit Toni ins Bett gegangen. Wir sind also noch in der Akklimatisierung. Ich hab dagegen vor allem meinen staubigen Husten, die Feinstaubbelastung dürfte enorm sein. Der Himmel ist immer ein bisschen diesig, wie wenn bei uns „Sahara“-Staub, nur mit eigener Wüste in der Nähe.
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