• Kai Brückner
  • Christiane Brückner
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ISELTRAIL

Wandern am längsten noch frei fließenden Gletscherfluss der Alpen in Osttirol: 5 Tage lang wandern wir entlang der Isel - von der Mündung des Flusses in die Drau in Lienz bis zum Umbal-Gletscher in 2.500 Metern Höhe im Nationalpark Hohe Tauern. Read more
  • Trip start
    August 22, 2026

    1. Etappe Iseltrail - Thurn bis Ainet

    August 22 in Austria ⋅ ☀️ 20 °C

    Genusswandern am längsten noch frei fließenden Gletscherfluss der Alpen in Osttirol: Fünf Tage lang wandern wir entlang der Isel wandern, und zwar von der Mündung des Gletscherflusses in die Drau in Lienz bis zum Umbal-Gletscher in 2.600 Metern Höhe im Nationalpark Hohe Tauern. Gesamtlänge: 78 km, knapp 2.350 Meter im Anstieg und 1600 Meter im Abstieg.

    Der Iseltrail beginnt in der Dolomitenstadt Lienz an der Mündung der Isel in den Fluss Drau. Da wir unser Auto allerdings im Dorf Thurn nördlich von Lienz parken, beginnen wir dort gegen Mittag unsere erste Etappe. Von Thurn aus wandern wir zunächst südlich und stoßen nach circa zwei Kilometern am westlichen Stadtrand von Lienz auf den Iseltrail. Von hier aus sind es noch gut zehn Kilometer bis zu unserem heutigen Etappenziel, dem Adventurepark Campingplatz in Ainet.

    Auf diesen ersten Kilometern begleiten wir die eher ruhig fließende untere Isel mit ihren Inseln, Sandstränden und Schotterbänken. Beim „Katzensteig“ unter dem Schloss Bruck (gegenüber von Oberlienz) bieten sich schöne Aussichten auf die Isel und das Hochgebirge. Bis zum Adventurepark Campingplatz ist die Strecke weitestgehend flach - gut so für den Start der Tour, die uns noch auf gut 2500 Meter Höhe bringen wird.

    Der Zeltplatz ist klasse, voller Kajakfahrer und super entspannt. Nach dem Aufbau des Zeltes gönnen wir uns erst einmal (neben Weizenbier) große Alpenburger mit Pommes und viel Mayo. 🍺💯🚀
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  • 2. Etappe Iseltrail - Ainet bis Matrei

    August 23 in Austria ⋅ ☀️ 27 °C

    Nach einer erholsamen Nacht im Zelt auf dem Adventurepark Campingplatz geht's weiter flussaufwärts. Unser Ziel ist heute das ca. 20 Kilometer entfernte Dorf Matrei. Kurz nach dem Etappenstart schießt nur wenige Gehminuten vom Iseltrail entfernt der Daberer Wasserfall durch eine kühle und schattige Waldschlucht. Vom Wasserfall ist es nur noch ein Katzensprung bis nach Schlaiten. Wir wandern weiter entlang des Flusses, dessen Wasser aufgrund der Schwebeteilchen aus dem Gesteinsabrieb der Gletscher milchig-blaugrün schimmert. Ein entlang des Flusses verteilte Infotafen lässt uns wissen, das dieses Phänomen "Gletschermilch" genannt wird. Im kleinen Dorf Huben legen wir eine Mittagsrast ein, wir holen unser Frühstück nach und kochen uns ein Porridge.

    Oberhalb von Huben wird das Tal enger und der Fluss wilder: Die Isel hat hier überwiegend keine Hochwasserschutzdämme mehr und kann deshalb ihr Schotterbett unablässig verändern. Die tosenden Katarakte bei Feld sind erste Vorboten der kraftvollen alpinen Isel im Oberlauf. Der Gletscherfluss stürzt hier mit imposanter Wucht über große Felsblöcke und Gefällestufen. Der Blick über die wilde Flusslandschaft und die sich darüber aufbauenden Berge ist imposant. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis nach Matrai, wo wir unser Zelt für die Nacht auf dem Campinglatz Edengarten aufschlagen. Zum Abschluss des Tages gönnen wir uns in nahen Gasthof noch einen Kaiserschmarren, um die am Tag "abgewanderten" Kalorien wieder etwas aufzufüllen.
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  • 3.Etappe Iseltrail - Matrai bis Hinterbichl

    August 24 in Austria ⋅ ⛅ 21 °C

    Von Matrei wandern aus wandern wir heute (wenn's nach Plan läuft) rund 21 Kilometer weiter flussaufwärts bis zum Campingplatz Bergkristall in Hinterbichl. Nach dem Matreier Becken verengt sich das Tal, die Isel zeigt ihre ungestüme Seite: es gibt wuchtige Katarakte und teilweise unzugängliche Schlucht-Wildnis unter steil aufragenden Bergen zu entdecken. Der Trail führt zunächst überwiegend durch schattenspende Wälder, ein Glücksfall an einem heißen Sommertag wie heute. Immer wieder können wir uns an glasklaren Bächlein erfrischen, die den Weg kreuzen.

    Am Trailstück unterhalb des Dorfes Virgen versteckt sich eine eindrucksvolle einsame Waldschlucht, in der der Virgener Katarakt über mehrere Stufen zu Tal donnert. Der Weg talaufwärts führt uns dann an den Rand der dramatischen und weglosen Iselschlucht zwischen Welzelach und Bobojach. Rund einen Kilometer lang ist hier der vom Fluss in den Fels geschnittene Canyon, den wir an einer Stelle über eine rund 70 Meter lange Hängebrücke überqueren. Tief unten in der Klamm tobt das brausende Wasser der Isel.

    Oberhalb der Iselschlucht beruhigt sich der Fluss wieder. Wiesen säumen seinen Lauf und kurz vor dem Ort Prägraten am Großvenediger können wir bei einem „Gries“ (einem Strandabschnitt) entspannt die Füße ins Wasser tauchen. Von hier aus sind es noch gut vier Kilometer bis nach Hinterbichl, unserem heutigen Etappenziel.

    Die heutige Etappe war landschaftlich sehr abwechslungsreich, aber auch fordernd. In sechs Stunden reiner Wanderzeit haben wir 21 Kilometer inklusive 670 Höhenmeter Aufstieg und 350 Meter Abstieg bewältigt, das ging ganz schön in die Beine. 🥾 Unser Zelt in Hinterbichl steht auf gut 1300 Metern, morgen geht's weiter hinauf auf knapp über 2000 Meter über dem Meeresspiegel.
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  • 4. Etappe Iseltrail - Hinterbichl bis Clarahütte

    August 25 in Austria ⋅ ☀️ 20 °C

    Nach der Nacht auf dem Bergkristall Campingplatzs geht`s heute auf eine (mit nur zehn Kilometern relativ kurze) Etappe bis zur Clarahütte. Nach der langen 22-km-Etappe gestern sind wir Recht froh über die kürzere Etappe. Allerdings: Heute gibt's einen Batzen Höhenmetern wegzuschruppen und das Wetter ist seit gestern Abend unbeständig, es hat abends kräftig geschüttet und wir laufen morgens im Regen los. Der wird und auch den ganzen Tag begleiten, ab Mittag aber zum Glück nur noch als Sprühregen.

    Gut zwei Kilometer nach Hinterbichl zeigt die Isel erneut ihr wildes Gesicht: Mit enormem Getöse stürzt sie über mehrere Stufen durch die tief eingeschnittene Glo-Schlucht. Gischtnebel steigt aus der riesigen Felsspalte auf, eine Felskanzel ermöglicht einen Blick auf die wuchtigen Katarakte.

    Südlich von Ströden erschließt der Iseltrail den Strödener Wasserfall und nach der Islitzeralm die mächtigen Oberen und Unteren Umbalfälle. Ein toller Anblick! Die Umbalfälle sind das Tor in die hochalpine Wildnis des Nationalparks, einigen Plattformen und Aussichtsstege lassen uns auf Tuchfühlung mit der dramatischen Wasserwucht gehen. Oberhalb der Katarakte verschwinden die Spuren der Zivilisation zusehends: Weite baumlose Hochtäler und die von den Berghöhen herab leuchtenden Gletscher beherrschen die Szenerie auf dem Weg zur Clarahütte - letzteres ist heute bei den tief hängenden Wolken leider nicht zu sehen.

    In der kleinen Clarahütte übernachten wir auf 2038 Metern, um von hier aus morgen den Aufstieg zum Isel-Ursprung am Gletscher in Angriff zu nehmen. Um dafür ausreichend gestärkt zu sein, gönnen wir uns in der Hütte ein zünftiges Pasta-Gericht mit Vor- und Nachspeise.
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  • 5. Etappe Iseltrail - Clarahütte bis Ströden

    August 26 in Austria ⋅ ☀️ 17 °C

    Wir starten unsere heutige nochmals knapp 16 Kilometer lange Schlussetappe an der Clarahütte, die auf einer Höhe von knapp über 2000 Metern mitten in der alpinen Wildnis des Nationalparks Hohe Tauern liegt. Über dem Tal thront die gewaltige Rötspitze (3495 Meter). Nach dem Frühstück (ein Kaffee und ein Power-Riegel pro Person) machen wir uns zeitig um 8 Uhr in der Früh auf den Weg, denn heute gilt es, etliche Höhenmeter im Auf- und Abstieg zu bewältigen. Der Iseltrail verläuft zunächst über weite blumenreiche alpine Matten, durch die sich die Isel als zum Teil weit verzweigter Gebirgsbach schlängelt. Weiter geht's zwischen den Bergrücken immer weiter stetig bergauf. Über eine steile und zum Teil seilversicherte 60 Meter hohe Felsstufe, die noch vor wenigen Jahrzehnten vom Gletscher bedeckt war, gelangen wir schließlich in die arktische Klimazone.

    Den „Geburtsort“ der Isel erreichen wir dann nach rund drei Stunden Aufstieg bei der Zunge des Umbalkees-Gletschers unter der Dreiherrenspitze (3499 Meter). Hier haben wir mit über 2400 Metern den höchsten Punkt des Iseltrail und unserer Tour erreicht. Von hier aus geht es die letzten Kilometer nur noch bergab, doch der Rückweg bis zum Parkplatz in Ströden ist nicht zu unterschätzen: Für die rund 1000 Höhenmeter im Abstieg sind nochmals gut drei Stunden Gehzeit zu veranschlagen. Wir passieren erneut die Clarahütte, wo wir uns zur Mittagsrast Käsepressknödel mit Sauerkraut schmecken lassen. In Ströden angekommen, entschließen wir uns, noch weitere fünf Kilometer bis Hinterbichel "dranzuhängen", um auf dem dortigen Zeltplatz unsere Iseltrail -Wanderung zu beenden.
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    Trip end
    August 26, 2026