Waterberg Wilderness
August 12 in Namibia ⋅ ☀️ 24 °C
Die Geburtsstunde des Waterbergs schlug vor rund 130 Millionen Jahren, als der Urkontiment Gondwana auseinanderbrach. Im Bereich des heutigen Namibia trennten sich Südamerika und Afrika.
Die obere Platte wurde im Laufe der Jahrmillionen durch Erosion abgetragen, genau wie die Umgebung im Südosten. Die untere Platte, die von der oberen Platte vor der Erosion geschützt wurde, liegt nun als Plateau frei sichtbar vor unseren
Augen: Der Waterberg
Wenn es am Waterberg regnet, versickert das Wasser im porösen Etjo-Sandstein wie in einem gewaltigen Schwamm. Die darunter liegende Omingonde-Schicht dagegen lässt kein Wasser durch und ist von Nordwesten nach Südosten leicht geneigt. So tritt das versickerte Wasser in Quellen am südöstlichen Rand des Waterbergs wieder aus.
1972 wurden 410 Quadratkilometer auf dem Plateau des Waterbergs zum Naturschutzgebiet erklärt - hauptsächlich, um die stark dezimierte Elenantilope zu schützen. Im Laufe der Jahre legte man künstliche Wasserstellen an und setzte seltene Tierarten wie Rappen-und Pferdeantilope sowie Breitmaul- und Spitzmaul-Nashorn aus. Ausserdem lebt auf dem Plateau die einzige Büffel-Population Namibias, die frei ist vom gefürchteten Erreger der Maul- und Klauenseuche.
In ganz Südafrika leben noch etwa 20.000 Breitmaul- und rund
8.000 Spitzmaul-Nashörner. Damit gehören beide Arten zu den am meisten bedrohten Tierarten der Welt.
Zum Verhängnis wird ihnen ausgerechnet jener Körperteil, den die Evolution zu ihrem natürlichen Schutz hervorgebracht hat: Ihr Horn. Vor allem in Vietnam gilt es in Pulverform als Wundermittel gegen vielerlei Krankheiten, obwohl es zum Grossteil aus Keratin besteht, wie der menschliche Fingernagel, und keinerlei medizinische Wirkung nachgewiesen ist. Mittlerweile ist das Horn auf dem Schwarzmarkt in Vietnam wertvoller als Gold.
In Südafrika fallen Jahr für Jahr Hunderte Nashörner Wilderern zum Opfer. Auch in Namibia hatte die Wilderei stark zugenommen, wurde aber seit dem Höhepunkt 2015 durch gemeinsame Aktionen von Parkbehörden, Polizei und Armee wieder eingedämmt. Ab 2017 schien sich die Wilderei auf private Wildfarmen zu verlagern. Auf Waterberg Wilderness haben Wilderer im August 2018 versucht, eine Nashornkuh zu töten - zum Glück ohne Erfolg.
Auch die strenge Geheimhaltung von Informationen über Nashörner in den Nationalparks hat die vor allem dort grassierende Wilderei nicht verhindern können.
Der Nashorn-Schutz im privaten Naturreservat Waterberg Wilderness besteht in umfassenden Massnahmen wie:
- Solider Wildzaun rund um das Gebiet
- Bewachte Tore an der Durchgangsstrasse
- Überwachungskameras an den Toren
- Tägliche Patrouillen von speziell ausgebildeten Rangern ("Rhino Patrol"), um stets den Ort und den Zustand der Tiere zu melden
- Kooperation mit Polizei, dem Nationalpark und Nachbarfarmern.
Finanziert werden die Massnahmen durch die Einnahmen aus Unterkünften und Nashorn-Touren. Da die Ranger (Rhino Patrol) unseren Guide über Funk informieren, ist uns eine Begegnung mit den faszinierenden Tieren so gut wie garantiert.
Wir machen uns um 08.00 Uhr, bei angenehmen Temperaturen, auf den 10-Kilometer-Hike, vom Fusse des Waterbergs Richtung Süden bis zum Klein Omotako Flussbett. Der Marsch lohnt sich; wir begegnen gleich beiden Gruppen von je vier Tieren inklusive dem 5 Monate alten Baby. Wir sind vom Anblick der Weissen Nashörner extrem gerührt und fasziniert zugleich, die Nähe zu ihnen und erst noch auf Augenhöhe ist einfach unbeschreiblich. Ach ja, und wer sich fragt, wie eine so enge Zusammenkunft überhaupt möglich ist: Weisse Nashörner sind sehr friedseelig und weniger angriffig (man muss aber ihre Körpersprache verstehen). Zusammen mit unserem Guide sind wir mit allen drei Rhino Patrol Rangern zusammen, welche ihre Schützlinge 24/7 bewachen, sie scheinen sehr eng verbunden mit ihnen - wen wundert‘s!
Es profitieren alle: Die Nashörner, die Gäste und die mittlerweile über 60 Mitarbeiter der Waterberg Wilderness. (Soll ich jetzt sagen, dank der Wilderei?!)Read more


















Traveler
Die Tour haben wir auch schon gemacht! Genial dem Rhino so Nahe zu sein!