• Horu - born4adventure
  • Samuel Basler
  • Horu - born4adventure
  • Samuel Basler

Namibia / Botswana Teil I

Namibia gilt weltweit als eines der ultimativen Länder für Overlander und
Selbstfahrer. Eine Kombination aus unendlicher Weite, spektakulären
Wüstenlandschaften, wilden Tieren und einer hervorragend ausgebauten
Camping-Infrastruktur. Wir kommen!
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  • Trip start
    June 8, 2026

    Vorbereitung

    June 8 in Switzerland ⋅ ☁️ 27 °C

    Namibia gilt weltweit als
    Riesige, orangerote Sanddünen treffen auf weisse Tonpfannen mit
    jahrhundertealten, vertrockneten Akazienbäumen. Markante Granitfelsen ragen
    mitten aus der flachen Wüste empor und bieten magische Sonnenuntergänge.
    Rauhe Berglandschaften im Nordwesten, wo die seltenen, an die Wüste
    angepassten Elefanten und Nashörner leben. Den Grossteil des Landes werden
    wir auf sogenannten "Pads" (Schotter- und Salzstrassen) zurücklegen.
    Stundenlange Fahrten auf Wellblechpisten (Corrugation) und tiefem Sand, ohne
    einer Menschenseele oder einem anderen Auto zu begegnen, werden uns ein
    unvergleichliches Gefühl von Freiheit geben.

    Die staatlichen Plätze von NWR (Namibia Wildlife Resorts) werden uns direkten
    Zugang zu den Nationalparks bieten. Wir freuen uns auf das Grillen (für mich
    wahrscheinlich Wüstenheuschrecken) am offenen Lagerfeuer (Braai) unter dem
    Sternenhimmel von Namibia, dem klarsten und beeindruckendsten weltweit.

    Am 15.03.2026 beladen wir Horu an unserer Wohnadresse in Zürich mit allem
    Nötigen, d.h. für Temperaturen von +26 Grad bis zum Gefrierpunkt.
    Schliesslich reisen wir in den afrikanischen Winter. Anschliessend bringt
    Sam unseren Horu in seine Geburtswerkstätte nach Bayern (Tom's
    Fahrzeugtechnik); der TÜV steht an, Service und einige Ersatzteile auf
    Vorrat kommen mit ins Gepäck.

    Am 17.04.2024 wir Horu in den Schiffcontainer verladen, wo er bis zu seiner
    Ankunft in Walvis Bay verharren wird. Wir verlieren ein letztes
    Lebenszeichen über den PAJ-Finder und können ihn nicht mehr orten, ein
    Gefühl, was wir schon kennen und trotzdem kommt wieder Ungewissheit auf
    (wenigstens bei mir).

    Am 05.05.2026 verlässt das Container-Schiff «Lilac Roller» Hamburg, nachdem
    ein Container-Schiff zuvor ausgefallen ist. Es steuert über Antwerpen,
    Leixoes, Luanda, mit dem Ziel Walvs Bay. Die Reise dauert 26-28 Tage (mit
    oder ohne Horu).

    Wir buchen unseren Flug über Edelweiss (ab Juni Direktflüge, jippie!,
    hoera!, lekker!) und werden am 08.06.2026 in Windhoek ankommen. In der
    Zwischenzeit lassen wir uns noch ein Update in der Reisemedizin-Beratung
    geben - alle Impfungen komplett (was bleibt: das Malaria-Thema).

    Was nicht bleibt: Lilac Roller sendet zwischenzeitlich kein Signal mehr aus.
    Die KI meldet aber: «Systeme funktionieren normal: Es liegt keine Havarie
    oder Notlage vor. Die letzte gemeldete Position aus dem Atlantik bestätigt,
    dass das Schiff fahrplanmässig unterwegs ist».

    Am 01.06.2026 legt Lilac Roller planmässig in Walvis Bay an. Hat er Horu mit im Stahlrucksack?

    Das Abenteuer hat also bereits begonnen!
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  • Windhoek

    June 9 in Namibia ⋅ ☀️ 27 °C

    Um 19.15 Uhr landen wir rund 30 min zu früh in Windhoek - unpünktlich, wie es sich für Afrika gehört🤭. Thomas (den Namen konnten wir uns sofort merken😊), von GetTransfer, steht schon in der Ankunftshalle bereit. Schön, wenn man so empfangen wird (natürlich gebucht und bezahlt). Noch schnell ein paar Namibische $ kaufen und eine SIM von MTC. Thomas wartet währenddessen geduldig mit unserem Gepäck und bringt uns sicher zu unserem Airbnb, nachdem wir uns noch mit den nötigsten Überlebensmittel in einer Tanke eingedeckt haben.

    Noch zu später Stunde, kontaktiere ich Paulus von der „Jakob Marengo School“. Wir wagen eine Tour durch das Township Havana und Katutura. Paulus selbst, verbrachte 7 Jahre dort und hat den Ausbruch dank Bildung geschafft. Heute arbeitet er als Lehrer in Katutura. Die Schule ist dafür bekannt, dass sie ehemals benachteiligten Jugendlichen und Erwachsenen eine zweite Chance auf Bildung bietet. Sie wurde gegründet, um das damalige rassistische Bantu-Bildungssystem der Apartheid-Ära zu durchbrechen. Bis heute legt sie grssen Wert auf kritisches Denken, Demokratiebewusstsein und Chancengleichheit für sozial Benachteiligte. Da wir bei der Flughesellschaft noch ein weiteres Freigebäck von 23 kg hatten, nutzten wir die Chance und haben gepackt, was Platz hatte. Es tut gut zu sehen, wer die Kleider tragen wird.

    Die Tour ist bei winterlichen Mittagshitze anstrengend und hat uns auch emotional gefordert. Das ist Reisen: Das Leben der anderen Seite von Winthoek erfahren!

    Übrigens: Heute bin ich mal kurz vom Vegetarismus abgeschweift (nein, nicht des Fleischmarktes wegen, because of the worms🤭). Proteine hatten wir genug!

    (The Den Marensky Towers Windhoek 2 Nächte ***)
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  • Wiedertreffen mit Horu

    June 10 in Namibia ⋅ ☀️ 21 °C

    Heute ist es soweit, und wir bekommen nun Gewissheit, ob unser Horu auch wirklich auf den richtigen Kontinenten verschifft wurde. Regine holt uns in Windhoek ab und bringt uns zu ihrer schön gelegenen Farm „Silversand“ (die Erde reflektiert das Sonnenlicht wirklich silbern).

    Wir werden herzlich von „Schlumpfienchen“ begrüsst, dem knuddeligen Wildschweinfrauchen, das sich wie ein Hund zu uns gesellt und uns kaum mehr aus den Augen lässt - besser gesagt, aus ihrem Geruchsinn. Unsere Hosen sind schon voller Wühlnasenstempel.

    Marco und Regine Seefeldt führen die Farm Silversand, östlich von Windhoek, in der Nähe von Omitara am Weissen Nossob, schon als 4. Generation. „Ich kam im Jahre 2000 mit 135 Namibia-Dollar und meinem Hilux-Bakkie auf die Farm und war stolzer Besitzer von vier Rindern“, erzählt Marco. Er half seinem Vater, der kurz zuvor einen schweren Unfall gehabt hatte und konnte gleichzeitig als Jagdführer arbeiten, da er sein staatliches Jagdführer-Examen zuvor geschafft hatte. Im Jahr 2009 übernahm Marco mit seiner Gattin Regine die 5000 Hektar grosso Farm. Sie züchten Angus-, Brahman- und Charolais-Rinder und betreiben eine kommerzielle Rinder- und Kleinviehherde. Wir teilen den Tisch mit einer Gruppe „jagender Männer“, die hier Jagdurlaub macht. Anfangs nicht so mein Ding als Vegetarierin, aber je länger je mehr (innerhalb einem Tag🤭), ändert sich meine Philosophie zur Jagd. Ein Fleisch direkt aus der Natur, ohne Medikamente, ohne quälende Tierhaltung, ohne Transport, ohne Stress. Heute erlegen sie einen Springbock. Für die Gäste die guten Stücke, fürs Personal 2. Wahl, dann die Hunde, dann die Aasgeier, alles wird verwertet. Samuel findet das Fleisch hervorragend, ich bleibe beim Mit-Ohne, wäre aber bereit, für eine Pirsch, um meinen Horizont zu erweitern.

    Wir schieben uns die Pirsch auf später auf, denn wir haben nach der Verschiffing noch Anfangsschwierigkeiten mit unserem System der Wasserpumpe (Pumpe läuft - Wasser nicht), Wir lösen das Proplem auf afrikanisch. Dem Vorfilter fehlt (offen-)sichtlich eine Dichtung, welche nicht mehr auffindbar ist. Ich bastle eine aus einem Gummiband aus unserer hausinternen „Papeterie“.

    Endlich gehts los, zurück nach Windhoek zum Einkauf einiger Lebensmittel. Das Einfädeln in den Linksverkehr bedarf noch einer erhöhten Konzentration. Ein kognitiver Konflikt, Basalganglien und Frontallapprn müssen den Autopiloten unterdrücken, vor allem bei Kreiseleinfahrten, Kreuzungen, Überholen mit eingeschränkter Sicht als left-handed-driver, Blickrichtung…

    Puahhh, Windhoek überlebt! Nach unseren Einkäufen und dem Lösen der Road-Tax, fahren wir zu Urban-Loge mit gemütlichem Abendessen, begleitet von Sabine und Beat aus Genf und einem guten Chardonnay aus Südafrika.

    Wir schlafen heute - wie es sich in Afrika gehört - im Zelt mit beheizbarer Matratze (wie es sich nicht gehört).

    Aber, das Thermometer stürzt gerne mal von 27 Grad auf 4 Grad!
    Gute Nacht (die Heizung fühlt sich sber super an)

    Silversand Lodge bei Marco und Regine *****
    Urban Lodge, Windoek ***
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  • Okonjima Nature Reserve

    June 12 in Namibia ⋅ ☀️ 27 °C

    Ohne viel Worte, einfach fantastisch. Gerade vor dem Game Drive in der Onkonjima-Lodge angekommen und spontan „hop on“.
    Unser Campsite mussten wir nach einem super Dinner dann bei Dunkelheit weit aussen im Busch suchen. Keine Ahnung, ob wir richtig stehen, denn wir stehen hier alleine (oder eben auch nucht) und benützen deshalb unsere Indoor-Toilette.
    Es war ein herrlicher Tag, und wären wir alleine gewesen, mir wären die Rührtränen gekommen.

    Okonjima Lodge *****
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  • AfriCat Foundation

    June 13 in Namibia ⋅ ☀️ 11 °C

    ARD-Mediathek inspirierte mich für den heutigen Besuch von AfriCat Foundation Es handelt sich um eine renommierte, im Jahre 1991 gegründete, namibische Non-Profit-Organisation, die sich dem Schutz und der Erforschung von Grosskatzen und gefährdeten Wildtieren widmet. Sie hat ihren Sitz im privaten, 22.000 Hektar grossen ⁠Okonjima Nature Reserve in der Otjozondjupa-Region in Zentralnamibia. Ursprünglich als Auffang- und Rettungsstation für von Farmern gefangene Raubtiere gestartet, konzentriert sich die Stiftung heute auf wissenschaftlich fundierte Ökosystem- und Verhaltensforschung.

    Die Arbeit der ⁠AfriCat Foundation stützt sich auf modernste Überwachungstechnologien wie GPS-Halsbänder. Das EarthRanger-Datennetzwerk beinhaltet eines der am längsten laufenden Monitorings von wilden Leoparden in Namibia, um Revierverhalten und Populationsdichte zu bestimmen. Ebenso werden hier die Schabrackenhyänen (Brown Hyenas), der scheuen und oft missverstandenen Raubtiere erforscht.

    Seit 2017 kommt ein intensives, oft nächtliches Tracking des am meisten illegal gehandelten Säugetiers der Welt, dem Schuppentier (Pangolins) hinzu. Leider sind wir nich nachtaktiv und dürfen es hier aus Sicherheitsgründen auch nicht sein. Dafür sehen wir das letzte Geschwisterpaar, der vor 16 Jahren geretteten Gepardenbabies.

    Okonjima Lodge
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  • Crocodile Ranch

    June 14 in Namibia ⋅ ☀️ 26 °C

    Nach zwei Tagen Okonjima Lodge und Ausgaben über unserem Tagesbudget (😉) setzen wir unsere Reise Richtung Etosha fort. 230 km gerade aus, Vorsicht: nicht einschlafen und immer schön links bleiben. Beim Überholmanöver ist der Beifahrer jeweils auch Fahrer. In Otjiwarongo machen wir noch kleinere Einkäufe im SUPERSPAR, welche sich wie eine kleine Safari anfühlen.

    Die Krokodilfarm (Otjiwarongo Crocodile Ranch) liegt direkt am östlichen Stadtrand mittig unserer Fahrstrecke und lockt für eine Besichtigung der Farm sowie Lunchtime. Hier sehen wir Krokodile in allen Grössen, von der Aufzucht bis zum ausgewachsenen Tier. Bei der Besichtigung lernen wir noch den Engländer, Kieran Brown, kennen: 101 Länder, 6 Kontinente, 180‘000 km auf dem Motorrad!!!
    Gut verköstigt gehts weiter in das Etosha Safari Camp.

    Otiwarongo Durchfahrt
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  • Etosho, Tag 1 - Okaukuejo

    June 15 in Namibia ⋅ ☀️ 15 °C

    Der ⁠Etosha-Nationalpark ist Namibias bedeutendstes Wildschutzgebiet und zählt mit einer Fläche von fast 23.000 km² zu den grössten Nationalparks Afrikas. Das Herzstück des Parks ist die gigantische, weisse Etosha-Pfanne mit einem Ausmass von 4200 km² . Die riesige Senke bedeutet in der Ovambo-Sprache "grosser, weisser Ort".

    Im Westen, nahe Okaukuejo, beginnen wir unsere Selfdriving-Tour. Zu Anfang mit wenig Ausbeute; sämtliche Wasserlöcher sind bereits ausgetrocknet. Aber da! Nur wenige Meter vor dem Okondeka natural waterhole präsentiert sich ein stattlicher Löwemann bei seiner Siesta. Hier machen wir Kaffepause mit einem italienischen Espresso (natürlich im Fahrzeug), dabei grüssen wir Susanne, Thomas und Nicole, die zeitgleich ihren Kaffee in Trieste geniesen🫶🏼.

    Kommt mit auf unsere Safari im Westen des grossen, weissen Ortes …

    Etosha Safari Camp *****
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  • Etosha, Tag 2 - Halali

    June 16 in Namibia ⋅ ☀️ 20 °C

    Und darum bleiben wir länger im Etosha NP: Er bietet eine der höchsten Wildtierdichten in Halbwüstengebieten überhaupt. Bis zu 70 grosse Säugetierarten pro km² am östlichen Rand der Pfanne, sowie 800 Pflanzenarten, 400 Vogelarten, 90 Säugetierarten insgesamt, 70 Reptilienarten, 20 Amphibienarten und unzählige Insekten ... Leider ist unser menschliches Auge (vor allem das meinige) zu ungeübt, um auf solch hohe Zahlen zu kommen, aber wir geniessen jedes einzelne Tier und die grossartige Einblicke in die natürlichen Prozesse des parks. Leider ist die C38 bis Halali wegen Umbauarbeiten gesperrt, und wir müssen eine Detour machen, welche uns einen Stich durch die Wasserlöcher dicht an der Salzpfanne macht. Aber morgen gehts weiter mit Teil 3, Weiter auf der C38, entlang dem Pfannenrand.

    Halali Campsite NWR ***
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  • Etosha, Tag 3 - Namutomi

    June 17 in Namibia ⋅ ☀️ 24 °C

    Zur Entstehung des Etosha-Plateaus:
    Der Paläosee erhielt seinen Zufluss von den Flüssen Cunene und Cubango; Sedimente lagerten sich bis zu einer Tiefe von etwa 50 m ab. Über Millionen von Jahren wurden Knochen vieler Tiere in den Sedimenten eingeschlossen, darunter ein Afrikanisches Mammut (das als ältestes Mitglied der Fauna gilt) entlang des Ekuma-Flusses, am nördlichen Rand der Etosha-Pfanne, fanden sich prähistorische Elefanten, Riesennashörner, Riesenschweine, Riedböcke, Flusspferde und Strausse. Baumreste deuten darauf hin, dass das Gebiet einst dicht bewaldet war.

    1966 begann der namibische Unabhängigkeitskrieg zwischen der Südwestafrikanischen Volksorganisation (SWAPO) und dem südafrikanischen Apartheidregime. Er prägte ganz Nordnamibia für die nächsten drei Jahrzehnte.

    1990 wurde die Unabhängigkeit Namibias von Südafrika gefeiert. Dies ermöglichte eine integrative Naturschutzpolitik, die die Rechte der lokalen Gemeinschaften anerkennt.

    Zwischen 2008 und 2015 entstanden drei neue Resorts/Camps im Etosha-Nationalpark: das Onkoshi Resort (2008), das Dolomite Resort (2011) und das Olifantsrus Camp (2015).

    Zwischen 2025 und 2027 wurden etwa 200 km der Strasse zwischen Okaukue, Namutoni und dem King Nehale Gate asphaltiert (von insgesamt 1.000 km touristischen Strassen).

    Die Tierwelt des Etosha-Nationalparks hat viele Veränderungen durchgemacht. Als der Park gegründet wurde, waren Breitmaulnashörner lokal ausgestorben und Spitzmaulnashörner extrem selten. Beide Arten haben sich bis heute im Park wieder erholt.

    Elefanten wurden um 1880 in der Umgebung der Pfanne ausgerottet. Sie besiedelten den Park langsam wieder, ausgehend von Restpopulationen in abgelegenen Gebieten. So wurde die Zahl der Elefanten um 1952 auf 50–60 Tiere geschätzt und ist heute auf etwa 3.000 angestiegen. Die fünft- und achtgrössten, jemals gemessenen Elefanten, stammten aus der Gegend um Namutoni und wiesen eine Schulterhöhe von 4,00 m bzw. 3,86 m auf.

    Auch Löwen waren aus der Gegend um die Pfanne verschwunden und wurden 1912 erstmals wieder gesichtet. Heute leben über 300 hier.

    Schwarzgesicht-Impalas wurden aus einer schrumpfenden Population im Nordwesten in den Park umgesiedelt.

    Jedoch unterbrach die Einzäunung des Parks auch die natürlichen Wanderrouten, was zum Zusammenbruch der Populationen einiger Tierarten führte. Dazu kamen auch Dürre und Krankheiten, wie Milzbrand und Tollwut, welche regelmässig Populationsschwankungen verursachten.

    Künstliche Wasserstellen haben dazu geführt, dass Wildtiere sesshafter geworden sind, was glücklicherweise zu einem Anstieg der Populationen einiger Arten geführt hat - und uns mehr Tiere vor die Augen beschert!

    Die Ebenen des Etosha-Nationalparks beherbergen heute eine der höchsten Wildtierdichten in Trockengebieten.

    Grosse Herden von Springböcken, Steppenzebras und Streifengnus sowie Gruppen von Gnus leben in den Ebenen rund um die Pfanne, auf der Groovlakte und den angrenzenden Ebenen.

    Die Herden von Weidetieren locken Jäger wie Löwen, Tüpfelhyänen und Geparden an, die besonders zur Zeit der Jungsufzucht zahlreich vertreten sind.

    Die Ebenen sind ebenso Heimat zahlreicher Vogelarten wie Strauss, Sekretärvogel, Schwarzkopf-Korhaan und Schwärme von Rotschnabel-Querschnäppern, Graurücken- und Kastanienrückensperlingen.

    Einfach Natur pur: Vergangene Nacht weckte uns ein Buschhörnchen, welches sich im Fahrzeug an die, in Plastikampullen verschlossenen Augentropfen machte (guter Riecher!) Wir müssen den Kerl unbedingt finden, damit er uns die Kabel nicht anfrisst, sonst droht „Kurz-Schluss“!Heute hatten wir ihn wahrscheinlich noch als blinden Safari-Passagier dabei 🥴 🐿️

    Namitomi Camp
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  • Etosha, Teil 4 - Namutoni- Nehale

    June 18 in Namibia ⋅ ☀️ 6 °C

    Es geht wieder tierisch zu und her:
    Kudus sind vor allem an Ihren mächtigen Hörnern zu erkennen, die bis zu 1,8 Meter lang werden können! Verrückt, nicht?! Sie sind sehr scheu und flüchten oft bei der kleinsten Bedrohung, daher ist es gar nicht so einfach, diesem faszinierenden Gefährten zu begegnen. Am meisten Glück haben wir heute an einem Wasserloch.

    Gleichenorts begegnen wir der Oryx-Antilope. Sie ist ohne Zweifel unverwechselbar und aufgrund ihres besonderen Looks ein absoluter Blickfang!. Sie ist für ihre langen, geraden, nach oben gerichteten Hörner bekannt, die ihr eine imposante Erscheinung verleihen. Diese markanten Hörner sind ihr von grossen Nutzen, vor allem im Kampf um Territorium und Weibchen. Neben ihren wirkungsvollen Hörnern, ist auch ihr Fell mit wunderschönen, schwarzen und weissem Streifen geziert und macht sie so quasi zum Supermodel der Savanne. Die Oryx-Antilope ist perfekt an die trockenen und heissen Klimazonen der Wüsten und Halbwüsten angepasst. Durch ihre effektive Wasserrückgewinnung aus dem Urin und ihre Fähigkeit, mit wenig Wasser auszukommen, kann sie in Regionen leben, in denen andere Tiere Mühe haben zu überleben. Nicht umsonst ist der Oryx der National-„held“ Namibias.

    Eine der bekanntesten Antilopenarten Afrikas sind die Gnus. Sie gehören zur Gattung der Kuhantilope und sind für ihre grossen Wanderungen bekannt. Sie spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem, da ihre weiten Wanderungen verschiedene Pflanzenbestände beeinflussen und somit zur ökologischen Vielfalt beitragen.

    Springböcke gelten, neben den Gazellen, als die schnellsten Sprinter des Kontinents. Das charakteristische Hüpfen der Springbockes gibt ihm seinen Namen. Er kann aus dem Stand bis zu 3.5 Meter hoch springen. Unglaublich aber wahr, neben seiner enormen Sprungkraft ist er auch eines der schnellsten Tiere der Savanne und sogar eines der schnellsten Säugetiere überhaupt. Er kann bis zu 90 Stundenkilometer rennen und kann damit die Gazelle fast, aber doch nicht ganz, einholen. Auch das Erscheinungsbild ist der Gazelle sehr ähnlich, so braucht es oft ein geschultes Auge oder einen Geschwindigkeitsmesser, um den Unterschied festzustellen. Obwohl diese beiden Tiere sehr ähnlich sind, gehören sie einer unterschiedlichen Gattung an.

    Warum haben die Elefanten hier so kurze Stosszähne? Die Antwort überrascht uns! Durch intensive Wilderei und Jagd entwickeln sich Elefantenpopulationen genetisch so um, dass immer mehr Tiere ohne Stosszähne geboren werden. Überraschenderweise geschieht diese evolutionäre Anpassung extrem schnell und zeigt sich oft schon in der allerersten Folgegeneration (innerhalb von nur 15 bis 30 Jahren). Normalerweise dauert Evolution tausende von Jahren. Bei Elefanten sorgt der Mensch jedoch für einen künstlichen, mörderischen Selektionsdruck - für die Elefanten ein Überlebensvorteil: Wilderer töten gezielt Tiere mit grossen Stosszähnen. Elefanten, die aufgrund einer natürlichen Genmutation ohne Stosszähne zur Welt kommen, werden ignoriert und überleben. Die Mutation liegt auf dem X-Chromosom, ist dominant und betrifft nur Weibchen. Für männliche Embryonen ist dieser Gendefekt im Mutterleib tödlich. Das führt dazu, dass stosszahnlose Mütter zwar vermehrt stosszahnlose Töchter gebären, aber insgesamt weniger männliche Kälber zur Welt bringen. Die gute Nachricht: Die "Blitz-Evolution" ist zum Glück keine Sackgasse. Sobald der Jagddruck dauerhaft nachlässt und die Bestände streng geschützt werden, sinkt der Anteil stosszahnloser Tiere über die nächsten Generationen hinweg langsam wieder, da Stosszähne im Alltag (zum Graben und Rindenabschälen) immense biologische Vorteile bieten.

    Wir verlassen heute den Etosha-NP und blicken auf vier traumhafte Tage zurück. Es war überwältigend!
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  • Grootfontein

    June 18 in Namibia ⋅ 🌬 23 °C

    Heute verlassen wir den Etosha NP. Wir sind überglücklich, was uns die Natur hier präsentiert hat. Kurz nach Tsumed schalten eir einrn erholsamen Tag bei Markus und Erika ein, um uns von den Namibischen Massagen (den Fahrten auf den Wellblechpisten) zu erholen. Grosszügige, schattige Stellplätze stehen uns auf der Zuri Campsite zur Verfügung. Es fehlt uns an nichts, sogar private Sanitäranlagen und Grillstellen stehen bereit. Die Anlage ist komplett „off-the-grid“. Solarstrom bietet aber modernen Komfort und warmes Wasser. Vor Ort gibt es zudem einen Beobachtungsbunker für Vögel und Wildtiere sowie Wanderwege. Wir befinden uns mitten im Busch und stehen unter einem imposanten Marula-Tree. Ein Traum und deshalb bleiben wir noch einen Tag länger.

    Von hier aus besuchen wir den grössten, intakten Meteoriten, der auf der Erde gefunden wurde, den Hoba-Meteoriten. Der rund 60 Tonnen schwere Eisen-Nickel-Block schlug vor etwa 80.000 Jahren ein. Das Gelände ist touristisch erschlossen und befindet sich etwa 20 Kilometer westlich von Grootfontein.

    Er liegt auf dem Gelände der Hoba-Farm in den Otavibergen.
    Der Hoba besteht zu ca. 82 % aus Eisen, 16 % Nickel und Spuren von Kobalt. Der flache Metallblock misst ca. 2,70 × 2,70 Meter bei einer Dicke von etwa 1 Meter. Der Koloss hinterliess keinen klassischen Einschlagskrater, da der Brocken vermutlich flach über den Boden "gesprungen" oder abgeprallt ist. Er wurde im Jahr 1920 von einem Farmer beim Pflügen entdeckt und 1955 zum Nationaldenkmal erklärt.

    Dem Ausserirdischen werden verschiedene „Kräfte“ nachgesagt; man muss einfach daran glauben. Träger von Herzschrittmachern sollten lieber einen Bogen um ihn machen. - Es sind leider keine Probanden unter uns, um das abzuchecken. Aber es steckt mächtig Eien in ihm.

    Wir feiern noch unsen heutigen 34. Hochzeitstag beim Barbecue und freuen uns, in die Wärme zu flüchten; die Nächte sind empfindlich kalt!

    Zuri Camp ***** 2 Nächte (+264 812285792)
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  • Abenab

    June 20 in Namibia ⋅ ☀️ 17 °C

    Auf unserer Weiterfahrt Richting Norden, machen wir einen kurzen Abstecher zum „Lost Place“ Abenab.
    Es handelt sich um eine historische Siedlung und eine ehemalige Mine in der Region Otjozondjupa im zentralen Namibia. Der Name stammt aus der Sprache der Khoekhoe und bedeutet übersetzt „kletternder Fluss“.
    Die Siedlung wurde 1921 von den Deutschen gegründet, nachdem man dort reiche Vorkommen an Blei, Zink und vor allem Vanadium entdeckt hatte. Die Mine galt zeitweise als die weltweit grösste und reinste Lagerstätte für Vanadiumerz, einem seltenen Metall, das vor allem zur Härtung von Stahllegierungen genutzt wurde. In ihrer Blütezeit funktionierte die Mine autark. Sie besass ein eigenes Postamt, eine Schule, ein Schwimmbad und sogar einen Cricket-Club. Die Siedler hielten sich hier Schwarze Männer als Sklaven für die harte Arbeit in den Minen.

    Wir machen einen Rundgang zur Mine, vorbei an den Unterkünften der Arbeiter, die sich mit 8 Personen eine kleine Hütte teilen mussten.
    Es waren bis zu 300 namenlose, numerierte Arbeiter beschäftigt, viele kamen ums Leben. Wieder ein trauriges, historisches Kapitel aus jüngster Zeit!

    Aufgrund sinkender Erzgrade und massiver Probleme mit einströmendem Grundwasser wurde der Minenbetrieb im Jahr 1958 endgültig eingestellt.

    .
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  • Zwischenstopp bei Roy‘s Camp

    June 20 in Namibia ⋅ ☀️ 26 °C

    Auf der Fahrt nach Rundu, schalten wir hier nochmals zwei Tage ein, um ein paar „to do‘s“ zu erledigen. Handwäsche, Dash-Cam montieren, weitere Planungen. Leider leidet der ganze Landstreifen von Gootfrontein bis Rundu gerade heute unter Stromausfall. So sind wir heute „out of net“ auch das gehört sich in Afrika. Wir wandern rund 10 km ums Camp, um uns geschmeidig zu halten. Tatsächlich begegnen wir einem Oryx, welcher uns - für einmal ohne schützender Carrosserie, doch sehr mächtig und mitseiner Masse fast schon angsteinflössend erscheint. Es macht allen Anschein, als wäre ihm das überhaupt nicht bewusst, und er flieht in grossen Sätzen durchs Dickicht.
    Wir kommen unversehrt im Camp an und geniessen einen Limetten-Cocktail ohne. Morgen haben wir viele Kilometer Strecke vor uns liegen, das Ziel ist der Caprivi Strip im Nord-Osten Namibias.

    Roy‘s Rest Camp ***** 2 Nächte
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  • Okavango Mabolo Lodge

    June 22 in Namibia ⋅ ☀️ 26 °C

    In Namibia wird der berühmte Okavango-Fluss offiziell als Kavango bezeichnet. Er stellt eine lebenswichtige, permanente Wasserader im sonst sehr trockenen Nordosten des Landes dar. Der Fluss entspringt im Hochland von Angola (dort Cubango genannt), fliesst entlang der Grenze zwischen Angola und Namibia und durchquert den schmalen Caprivi-Zipfel, bevor er im weltbekannten Okavango-Delta in Botswana versickert.

    Diese Region unterscheidet sich radikal von den typischen Wüstenlandschaften Namibias.

    Die Gewässer und Uferbänke sind dicht besiedelt von Flusspferden und Krokodilen. Zudem gilt das Gebiet mit Hunderten von Vogelarten als absolutes Paradies für Ornithologen.

    Bootstouren zum Sonnenuntergang gehören zu den absoluten Highlights, um Hippos und Wasservögel aus nächster Nähe zu beobachten.

    Mabolo Losge *****, 2 Nöchte
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  • Mahango Game Reserve

    June 24 in Namibia ⋅ ☀️ 25 °C

    Das Mahango Game Reserve (offiziell Mahango Core Area) ist ein kompakter, aber ausserordentlich wildreicher Wildpark im Nordosten Namibias. Als Teil des grösseren ⁠Bwabwata National Park, liegt es direkt westlich des Okavango-Flusses an der Grenze zu Botswana. Eine Heimat für in Namibia seltene Arten wie Rappenantilopen, Pferdeantilopen, Tsessebes und die wasserliebenden Sitatungas.

    Grosse Elefanten- und Büffelherden, Flusspferde, Krokodile sowie Löwen und Leoparden sind hier zu sichten, Letztere beiden Büsis konnten wir leider nicht ausmachen. Die Vegetation bietet ein zu gutes Versteck. Über 300 registrierte Vogelarten machen den Park zu einer offiziellen „Important Bird Area“.

    Flusswälder und monumentale, uralte Baobab-Bäume (Affenbrotbäume) ergänzen die eindrückliche Kulisse.

    Abseits der Transitstrecke befahren wir beide Schleifen. Der Scenic Loop Drive im Osten führt uns ca. 15 km direkt dem Okavango-Fluss entlang. Der Circular Drive Loop im Westen ist eine ca. 31 km lange Route durch fossile Trockenflusstäler (Omurambas). Diese Strecke besteht aus tiefem Sand, wofür 4x4 gerade passt.

    Für die Piste zu unserem Camp „Ngepi“ wählen wir (ich, und aus Versehen🤭) eine direkte Piste, welche ins durch Dörfer und Acker führt, manchmal auch gefährlich nahe am River, und um jede Ecke herum, droht sie im Nichts zu verschwinden. Navigation erfolgreich und unbeschadet geschafft.

    Wir sind glücklich, einmal mehr einen wunderschöner Tag verbracht zu haben.

    Ngepi Lodge ***** 1 day
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  • Mudumu National Park (Kwando River)

    June 25 in Namibia ⋅ ☀️ 25 °C

    Der Mudumu-Nationalpark ist ein unberührtes Wildschutzgebiet im Nordosten Namibias, gelegen inmitten des feuchten Ökosystems der Zambezi-Region (Caprivi-Streifen). Gegründet im Jahr 1990, erstreckt er sich über eine Fläche von rund 1.010 Quadratkilometern entlang des Kwando-Flusses, welcher die natürliche Grenze zu Botswana bildet. Im Gegensatz zu den extrem trockenen Wüstengebieten im Rest des Landes, ist Mudumu durch dichte Mopane-Wälder, Schilfinseln, offene Savannen und ausgedehnte Überschwemmungsgebiete geprägt.

    Der Park verfügt über keinerlei Zäune und ist zentraler Migrationskorridor für afrikanische Elefanten und andere Wildtiere zwischen Botswana, Namibia, Angola und Sambia. Der Mudumu liegt direkt im Herzen der ⁠Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area, dem grössten, grenzüberschreitenden Naturschutzgebiet.

    Aufgrund seiner abgelegenen Lage zieht der Park deutlich weniger Touristen an, als etwa der Etosha-Nationalpark. Wir haben die Pisten stundenlang komplett für uns allein. 4x4, hohe Bodenfreiheit und Luft-Ablassen ist ein Muss. Adrenalin pur, infolge sandigen Pistenverhältnissen und einer atemberaubenden Tierwelt - sogar mitten auf der Piste!

    Kurz vor; nein, mit Sonnenuntergang erreichen wir den einfachen Marrow Campsite, direkt am Kwando River. Kennedy hat uns schon vermisst. Das Duschwasser ist „angefeuert“ - Wasser trotzdem kalt. Egal, der Platz ist wild und wunderschön. Die Hippos grunzen uns wieder in den Schlaf.
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  • Kwando-Core-Area

    June 26 in Namibia ⋅ ☀️ 26 °C

    Bwabwata zählt zu den artenreichsten Regionen Namibias und bildet einen starken Kontrast zu den trockenen Wüstenlandschaften Namibias.

    Die Hauptstrasse B8 (Trans-Caprivi-Highway) führt direkt und ohne Schranken mitten durch den Park. Abseits dieser Transitachse teilt sich der Park in drei speziell geschützte Kernzonen auf.

    Nachdem wir gestern östlich vom Kwando-River fuhren, entscheiden wir uns heute für den westliche Teil.

    Schon zu Beginn auf der B8 steigt unser Adrenalin. Für einmal werden wir fotografiert: zu schnell gefahren. Die Officer sind aber sehr nett, spassen und machen noch eine Qualitätsprüfung mit Aufnahme eines joggenden Dorfbewohners in Flipflops. Das Gerät zeigt 10km/h an, währenddessen sie einen wahrhaftigen Flitzer verpassen. Aber sie haben ja bereits fette Beute mit uns gemacht: 400 NAD (20 CHF) für + 15 kmh. Bezahlen dürfen wir später auf dem Polizeiposten.

    Von der B8 biegen wir in die Kwando-Core-Area, östlich, entlang des Kwando-Flusses. Hier liegt die berühmte Horseshoe-Lagune, ein hufeisenförmiger Altwasserarm mit weissen Sandstränden, der ein magischer Anziehungspunkt für Elefanten ist.

    Schon zu Beginn der 4x4-Strecke begegnen wir im Wald einem stattlichen Typen, der ein bisschen desorientiert umherstreift. Als er sich uns bedrohlich zuwendet und die Ohren stellt, legen wir den Retourgang ein, was ihn schnell zufriedenstellt (auch seine Ohren). Zum Glück, denn die Pisten weisen tiefen Sand auf, was das Manövrieren schwierig macht. Um die Mittagszeit sind wir am berühmten Horseshoe - nichts ist los, alles macht Siesta. Die Leere unterstreicht die schöne Landschaft, diverse Vogelstimmen, der Wind in den Baumkronen, einfach fantastisch. Wäre ich ein Elefant, wäre das meine Karibikinsel!

    Bei unserer Rückkehr, um 15.30 Uhr, wollen wir nochmals zum Horseshoe. Da stehen plötzlich zwei jüngere Elefanten am Wasser. Innert fünf Minuten sind es 30 Stück! Für uns gibt es für einen sehr, sehhhr langen Moment kein Weiterkommen. Zu gefährlich, die Herde zu durchqueren. Die Sonne kommt dem Horizont immer näher, und wir müssen vor Untergang die Wildnis verlassen haben! Und plötzlich haben wir für eimal genug von Elefanten. Nach viel Geduld und noch längerem Warten, wagen wir eine Weiterfahrt. Das Problem ist auch die Tiefsandpiste. Was, wenn wir bei Langsamfahrt stecken bleiben, und für die Elefanten eine Gefahr darstellen? (es wäre wohl eher umgekehrt!!). Wir kommen unversehrt weiter, plötzlich kreuzen wieder neue Elefanten von allen Seiten. Kaum denken wir an Entspannung, taucht langsam ein bedrohlicher und immer grösser werdender Schatten über uns auf: Es ist der Schatten eines riesigen Elefanten in der Abendsonne, der uns seitlich passiert, um vor uns die Strasse zu wechseln.

    Das war ein wilder Tag, und am Abend bemerken wir, dass die Fotoausbeute gar nich so gross ausfällt, zu sehr sind wir live dabei gewesen!
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  • Mavwe Living Museum

    June 27 in Namibia ⋅ ☀️ 21 °C

    Das Mafwe Living Museum ist ein interaktives Freilichtmuseum im Nordosten Namibias (Zambezi-Region). Es wurde im Februar 2008 in Zusammenarbeit mit der ⁠Living Culture Foundation Namibia (LCFN) eröffnet. Das Dorf dient als traditionelles Dorf, in dem die lokalen Mafwe-Gemeinschaften ihre historische, vorkoloniale Lebensweise, Kultur und Handwerkskunst aktiv demonstrieren.
    Wir erkunden ein Gehöft (Kraal) mit Lehmhütten auf einem Hügel mit Blick auf den Kwando-Fluss. Sie tragen traditionelle Kleidung und zeigen uns ihre alltägliche Arbeiten. Dazu gehören das Stampfen von Mahangu (Hirse), das Entfachen von Feuer ohne Streichhölzer und das Kochen lokaler Speisen. Sie demonstrieren uns die Palmblattweberei, dir Herstellung von Schmuck sowie das Schmieden von Pfeilspitzen und Jagdwaffen. Zum Abschluss des Programms führen uns die Dorfbewohner ihre traditionellen Tänze und Spiele vor.

    Bevor wir den Caprivi Streifen und somit Namibia verlassen, übernachten in der Caprivi Mutoya Lodge.
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  • Botswana - Kasane

    June 28 in Botswana ⋅ ☀️ 24 °C

    Der lange Arm des Caprivi-Streifens in Namibia führt uns geradewegs in das Nachbarland Botswana.
    Wir verlassen unseren Campground Caprivi Mutoya absichtlich nicht beizeiten, so hoffen wir, den Grenzübergang bei Ngoma Bridge für uns alleine zu haben. Gut gehofft! Die Formalitäten, sowohl für uns, als auch für Horu, sind in 15 Minuten erledigt, inklusive Desinfektion von Horu‘s Finken und unseren Schuhen. Sam fühlt sich einmal mehr bestätigt, dass ich viel zu viele Schuhe bei mir habe, und für dieses Mal gebe ich ihm recht! Einige Paare verstecken sich noch im Fahrzeug🫢.

    Der Kühlschrank wird nicht kontrolliert. Die Einfuhr tierischer Produkte sind verboten. Es könnte sein, dass wir noch Eier, Käse und Jogurt haben….

    Schon auf der A33 wechselt sich das Strassenbild gegenüber dem Nachbarland Namibia: Die Strasse wird nicht mehr von frei laufenden Rinder- und Ziegenherden gesäumt, welche sich immerhin „zivilisiert dem Strassenverkehr gegenüber verhalten“, sondern von richtig wilden Tieren, wie 🐘 🐘und 🦓🦓.

    Wir erreichen Kasane und quartieren uns in der Chobe Safari Lodge ein. Morgen kaufen wir uns eine Botswana-SIM, damit wir wieder Anschluss haben.

    Caprivi Mutoya **** 1d
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  • Chobe Nationalpark vom Wasser aus

    June 29 in Botswana ⋅ ☁️ 25 °C

    Wir starten im nordöstlichsten Zipfel Botswanas mit einem absoluten Highlight: einer Sunset Cruise am Abend auf dem Chobe River, von welchem wir Afrikas Tierwelt und seine spektakulären Sonnenuntergänge direkt vom Wasser aus erleben können. Uns erwartet eine Tour, auf welcher wir Tiere aus nächster Nähe erleben. Riesige Elefantenherden schreiten gemächlich an uns vorbei, beinahe auf Augenhöhe können wir die Riesen beobachten. Badende Flusspferde tummeln sich vor uns und „gähnen“ um die Wette, um ihre macht zu demonstrieren, Krokodile liegen wie ausgestopft da, Büffel fühlen sich hier sicher vor Löwen und unzählige Wasservögel stellen sich zur Show.

    Zum Schluss fällt der Vorhang, für einmal nicht mit einem Sonnenuntergang - sondern mit dem Mondaufgang.
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  • Victoria Falls

    June 30 in Zimbabwe ⋅ ⛅ 20 °C

    Für kurze Zeit, genauer gesagt, für einen Tag, verlassen wir Botswana und machen einen Ausflug nach Zimbawe. Horu lassen wir in Botswana zurück, wegen all den Customs-Formalitäten.

    Wir wollen uns das Spektakel ansehen, wenn 650 Mio. Liter/ sec. (!) Zambesi-Wasser rund 110 Meter in die Tiefe des Basaltcanyons stürzen. Die Victoriafälle sind der breiteste, durchgehende Wasservorhang der Erde und liegen direkt an der Grenze zwischen Zimbabwe und Zambia. Auf einer Breite von fast 1.700 Metern präsentiert sich die Wasserbühne. Die einheimische Kololo-Bevölkerung nennt das UNESCO-Weltnaturerbe ehrfürchtig „Mosi-oa-Tunya“, was übersetzt „der Rauch, der donnert“ bedeutet. Die aufsteigende Gischt sprüht bis zu 500 Meter hoch, ist kilometerweit sichtbar und macht uns stellenweise klitschnass. Die ständige Feuchtigkeit lässt direkt an der Kante einen dichten Regenwald gedeihen. Man soll nicht immer vergleichen, aber trotzdem: die Fälle sind etwa doppelt so hoch und auch deutlich breiter, als die nordamerikanischen Niagarafälle.

    Die Jahreszeiten und somit das Klima teilt sich in zwei Hauptphasen, die das Aussehen der Fälle massiv verändern: Von März bis Mai zeigen die Fälle ihre maximale Kraft. Gewaltige Wassermassen erzeugen einen spektakulären Sprühnebel. Von Juni bis Oktober herrscht Trockenzeit. Der Wasserstand sinkt kontinuierlich. Die geologische Felsstruktur wird dann sichtbar. Auf der zambischen Seite kann der Wasserfall im Spätjahr fast vollständig trocken ausfallen.

    Wir wollen noch über die Brücke nach Zambia und präsentieren dafür nochmals unsere Pässe.

    Am Abend erreichen wir wieder unser Chobe Safari Camp in Botswana und hängen nochmals einen Tag an. Morgen trällert um 05.00 Uhr der erste Weckruf. Also, 💤
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  • Game Drive in the early morning

    July 1 in Botswana ⋅ 🌙 10 °C

    Wir stehen um 05.00 Uhr - noch inmitten der Finsternis - auf. Es steht uns ein Game Drive im Chobe Nationalpark bereit. Er bietet die beste Chance, Raubtiere, wie Löwen und Leoparden im goldenen Morgenlicht aktiv zu erleben. Als Selbstfahrer kommt man erst nach Sonnenaufgang in die Parks, also nutzen wir die Chance und machen von der Chobe Safari Lodge aus eine guided Tour. Kurz vor Start gibt es noch Kaffee und Keckse, damit es kein Wettknurren mit den Löwen gibt. Wir starten pünktlich um 06:00 Uhr und fahren im offenen 4x4-Safarifahrzeug entlang der artenreichen Flussufer. Es ist empfindlich kalt in den frühen Morgenstunden. Vorerst zittern wir einfach nur vor uns hin; sonst ist es ziemlich ruhig in den Büschen - es gibt keine Garantie, Raubkatzen zu sichten.

    Glücklicherweise werden wir dann doch fündig, vorerst nur aus weiter Distanz sichtbar, dann kommen sie doch näher: Die Könige! Acht Löwinnen beim Frühstück. Was es zum Frühstück gibt? Ein Hippo von gestern!

    Der Löwe hier kennt keine Grössengrenzen ihrer Beute. Sie haben sogar gelernt, gemeinschaftlich junge und halbwüchsige Elefanten zu jagen. Auch sind sie Büffelspezialisten; entlang der Flussufer patrouillieren Rudel, die sich auf das Einkesseln grosser Büffelherden spezialisiert haben. Auf der Jagd durchqueren die Löwen regelmässig die Flutgebiete und scheuen das Wasser nicht (mehr). Hier , an der Chobe Riverfront nutzen die Löwen das Flussufer, da die hohe Dichte an Pflanzenfressern, wie Impalas und Zebras, ideale Jagdbedingungen bietet. Gestern war es aber ein Hippo.
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  • A33 Richtung Nata

    July 3 in Botswana ⋅ ☁️ 25 °C

    Auf Empfehlung steuern wir die Chobe Mapani Forest Lodge, einige Kilometer ab der A33 an.

    Hier kommt man mit Bestimmtheit in den Genuss von 32 Elefanten, die Abend für Abend bei der Lodge ihren Durst löschen. Um 16.00 Uhr kommen sie dann lautlos aus dem Busch. Nach dem Spektakel freut sich Sam auf seine notwendige Dusche, woraus leider nichts wird. Die Elefanten hätten die Wasserleitung eben gekappt.

    Wir sind aber auch in dieser Region, wegen der legendäre und extrem abgelegenen „Hunter’s Road“, eine 4x4-Offroad-Strecke, die metergenau entlang der Grenze zu Zimbabwe verläuft. Die historische Route gilt unter Overland-Enthusiasten als eines der letzten echten Wildnis-Abenteuer im südlichen Afrika. Trotz Trockenzeit, bekomme ich eine schlaflose Nacht, wenn ich mehr Details darüber lese: Die Strecke besteht primär aus tiefem Sand, ausgetrockneten, holprigen Elefantenspuren und dichtem Buschwerk. Sie sei machbar, verlange aber Fahrer und Fahrzeug (vor allem der Beifahrerin!) Vieles ab.

    Keinen Meter über die Grenze (sonst wird man direkt verhaftet, falls da überhaupt einer ist), kein Steckenbleiben oder Panne (sonst könnte man beim Bergen von botswanischen oder zimbabwischen Löwen gefressen werden). Tagelang keine Hilfe (Sateliten-Notruf hätten wir zwar dabei). Die Offline-Karte „Tracks4Afrika“ kennt sich hier allem Anschein nach auch nicht genügend aus, für mögliche Ausstiege, wäre das essentiell!

    Unausgeschlafen, kündige ich Sam meine Befürchtungen an, und mein schlechtes Bauchgefühl führt mich morgens umgehend zur Toilette (ohne Wasserspülung).

    Wir machen den Test aufs Exempel, damit bei uns zwischenmenschliche Ruhe einkehrt. Wir schaffen 1.5 km, z.T. mit Untersetzung, durch tiefe Mulden mit Schräglage garniert mit Elefantentracks. Mir reicht es (und Sam wirkt glücklicherweise auch einsichtig). Eine komplizierte Wende lässt uns wieder in Richtung Norden umkehren. Weitere 15 km, immer entlang der Grenze, schaffen wir dann gut. So können wir sagen, wir waren auf der „Hunters Road“

    Unser nächster Übernachtungsstopp ist die „Touch of Africa Safari Lodge“, wo wir zusammen und in Frieden vereint, den Tag ausklingen lassen, und unsere nächsten Abenteuer planen.

    Chobe Mapani Forest Lodge**** 1d
    Touch of Africa Safari Lodge*** 1d
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  • Gweta Richtung Maun

    July 4 in Botswana ⋅ ☀️ 25 °C

    Von Patamatenga fahren wir 296 km via A33/A3 auf durchgehender Baustelle, riesigen Löchern im Asphalt, Gravel, einspurig, gekreuzt mit Lastwagen, was uns die doppelte Reisezeit zu Buche schlägt - Zeit haben wir ja genug, aber nicht immer die Nerven!

    Vor 3 Tagen eine Doku gesehen, heute sehen wir sie live: Die Erdmännchen (Suricata suricatta) sind im gesamten südlichen Afrika, einschliesslich der offenen, trockenen Lebensräume Botswanas, heimisch. In der Nähe von Kaokae (einer Streusiedlung und Viehposten-Region in der Zentral-Kalahari/Makgadikgadi-Region) leben Kolonien in freier Wildbahn, die jedoch.Die besten, zahmen Erdmännchen-Populationen für Besucher befinden sich etwas weiter östlich in den Makgadikgadi-Salzpfannen (nahe der Ortschaft Gweta. Durch langfristige Forschungsprojekte sind einige Kolonien hier vollständig an Menschen gewöhnt. Es ist möglich, dass die Tiere auf Ihnen herumklettern, während sie nach Insekten suchen oder die Umgebung scannen.

    Wir erleben zusammen mit Andy, seiner Frau und seiner Schwägerin einen wunderschönen Tag. Die putzigen Erdmännchen haben es mir angetan!❤️

    Makgadikgadi Campsite, Andy *****
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  • Makgadikgadi Pans National Park

    July 6 in Botswana ⋅ ☀️ 15 °C

    Der Makgadikgadi National Park in Botswana schützt eine der grössten Salzpfannenlandschaften der Erde. Der Park umfasst rund 3.900 bis 4.900 Quadratkilometer trockene Savanne, riesige Salzflächen und Grasland im Nordosten des Landes. Er ist berühmt für extreme landschaftliche Kontraste und die zweitgrösste Zebra-Migration Afrikas. Die Pfannen sind Überreste des gigantischen Lake Makgadikgadi, der vor Jahrtausenden austrocknete.

    Der Boteti-Fluss bildet die Westgrenze des Parks und dient in der Trockenzeit als lebenswichtige Wasserquelle für unzählige Tiere.

    Hier sind die Spurrinnen im Sand zum Teil so tief, dass man den Autopiloten einlegen kann😂.

    Wir steuern die Camelthorn Farmstead an, welche auf der westlichen Seite des Boteti Rivers liegt. Und weil uns die Durchfahrt duch den Park so gefallen hat, fahren wir am Folgetag nochmals in den Park hinein, um die Matota Route und die
    Nxai Pan Route zu befahren. Wir müssen aber bereits um 16.30 Uhr den Park verlassen, also vor Sonnenuntergang, wegen den Hippos im Boteti River. Ob das seine Berechtigung hat, wissen wir nicht, aber wir sind folgsam, Um 16.35 Uhr haben wir den Boteti-River auf dem Ponton also zum dritten Mal überquert - Übung macht den Meister.

    Einfach nur grossartig, dieser Park hat uns überwältigt!

    Camelthorn Farmstead ***** 2d
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