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  • Day35

    Fraser Island, 15.-17.06.2019

    June 16, 2019 in Australia ⋅ ⛅ 23 °C

    Nach drei Tagen ab von der Zivilisation, ohne Handyempfang und einer unglaublich tollen Zeit, sind Linda und ich zurück von Fraser Island - dem Paradies auf Erden!
    Nur eine zehnminütige Fährenfahrt entfernt vom Festland vor Rainbow Beach befindet sich die größte Sandinsel der Welt, die Linda und ich die letzten Tage erkunden durften. Es gibt hier kaum Straßen oder Häuser, darum lebt es sich hier ein bisschen anders. Gefahren wird ausschließlich mit 4WDs, mit denen sich über den Strand und über die sandigen Waldwege gekämpft wird. Teilweise ist hier sogar recht viel los, sodass auch hier der Linksverkehr zur Geltung kommt. Zwischendurch müssen auch immer mal wieder kleine Flüsse und kleine Steinbrocken überwunden werden, zudem sind wir an einem alten Schiffswrack vorbeigefahren - schon die Fahrt an sich war definitiv ein Erlebnis wert. Fraser Island hat aber noch viel mehr zu bieten!
    Am allermeisten gibt es hier natürlich Sand, Samd und noch mehr Sand. Den hatten wir schon nach wenigen Minuten überall: Im Auto, an den Klamotten, in den Haaren, selbst in unserem eingezäunten Camp, konnten wir dem Sand nicht entkommen. Im Anbetracht der Landschaften, die dadurch entstanden sind, wurde das allerdings schnell zur Nebensache.
    Auf der Insel gibt es nicht nur endlose, weiße, leere Sandstrände, sondern auch zahlreiche Seen. Schließlich gibt es hier anscheinend auch den größten Süßwasservorrat der Erde. Verteilt in zwei große 4WDs sind wir in unserer siebzehn-köpfigen Backpackergruppe plus unserem Guide, der uns die letzten drei Tage über die Insel geführt hat, zu drei dieser Seen gefahren, jeder hatte etwas anderes zu bieten.
    Der recht große Lake McKenzie überraschte uns mit kristallklarem, extrem türkisblauem Wasser; beim Lake Allon hat uns eine ganze Schildkröten-Armee empfangen, die neugierig ihre kleinen Köpfchen aus dem Wasser gestreckt haben und obwohl der letzte See mit ganz viel Schilf auch toll ausgesehen hat, wäre er sicher nicht so spektakulär gewesen, wenn wir am Seeufer nicht fast über eine schlafende Python gestolpert wären.
    Neben tollen Seen gibt es hier auch viele Flüsse, die teilweise so klar sind, dass man meinen könnte, es sei gar kein Wasser vorhanden. Eli Creek war nicht ganz so klar, hatte dafür allerdings die perfekte Strömungsgeschwindigkeit, um sich in einem großen Reifen den Fluss entlangtreiben zu lassen. Linda und ich konnten kaum genug davon bekommen, schließlich mussten wir uns zur Abwechslung mal kaum bewegen und haben trotzdem einen tollen Einblick von der Flusslandschaft und in die umliegenden Wäldern bekommen.
    Die Wälder haben wir später sogar noch ein bisschen mehr erkundet. Auf den holprigen Sandwegen unterwegs in unseren 4WDs und umgeben von den ganzen Eukalyptusbäumen hat man sich hier wie auf einer Dschungelsafari gefühlt. Einmal hat unser Guide uns sogar gebeten, die Augen für einen Moment zu schließen. Nur wenige Minuten später durften wir die Augen wieder öffenen - und waren mitten im Regenwald. Der Wald war hier noch viel dichter als zuvor, überall gab es hölzerne Lianen, riesige Farne und teilweise Bäume mit den bizarrsten Formen, die mit komplett hohlen Stämmen noch grüne Blätter getragen haben.
    Nicht zu vergessen sind auch die Champagne Pools, zwei türkisblaue Felsbecken, die sich ihren Namen verdient haben, weil hier immer wieder riesige Wellen gegen die Felswände klatschen und kleinste Blubberbläschen im Wasser hinterlassen. In den Felspools konnte man auch gefahrlos im Wasser schwimmen, was eine tolle Erfrischung bei dem warmen Sonnenschein hier war.
    Sehr gut gefallen hat mir auch ein sogenanntes 'Sandblow', das nicht weit weg von unserem Camp war und das wie eine hügelige Sandwüste mit gestreiftem Sand ausgesehen hat. Wir haben hier die neue Sportart 'Sanddünenweithüpfen' erfunden, in dem wir schon nach wenigen Versuchen immer besser wurden. Anstrengend war es nur, die Sanddünen immer wieder hochzuklettern!
    Auch unser Camp selbst und unsere Gruppe waren super. Das Camp bestand zwar nur aus schlichten Zwei-Mann-Zelten und einer überdachten Küche, in der wir Backpacker abends zusammen gekocht haben, hat aber zu dem Inselleben bestens gepasst. Unsere Schuhe haben wir übrigens auch am ersten Tag im Zelt abgestellt und haben von da an barfuß gelebt.
    Das absolute Highlight der Tour waren für mich allerdings Wale, die hier in Massen an den Küsten vor Fraser Island vorbeigezogen sind. Mit bloßem Auge konnte man immer wieder riesige Wasserfontänen entdecken, die die Wale in die Luft gespritzt haben, sowie das spritzendes Wasser, wenn die Wale mit ihren riesigen Flossen auf die Wasseroberfläche geschlagen haben oder sogar aus dem Wasser gesprungen sind. Das waren definitiv Gänsehautmomente für mich!
    Das Einzige was wir nicht entdeckt haben, waren Dingos, die auf Fraser Island eigentlich berühmt sind. Die hundeähnlichen Tiere haben sich aber dieses Mal wohl gut versteckt. Letztendlich ist das aber nur ein guter Grund für uns, in das Fraser Island-Paradies zurückzukehren und die Insel noch mehr zu erkunden!
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