Luisas Reiseblog

Joined July 2016Living in: Neuseeland
  • Day10

    Byron Bay, 21.05.2019

    May 22 in Australia ⋅ ☀️ 22 °C

    Heute war es endlich so weit: Mein erster Ausflug in Australien außerhalb der Brisbane-Region. Jill, Anita, eine weitere Freundin der beiden - Sharon - und ich haben uns heute Morgen auf die etwa 150 Kilometer lange Fahrt Richtung Süden nach Byron Bay, einer süßen Surferstadt direkt an der Küste, gemacht. Unser Hauptziel war der strahlend weiße Byron Bay-Leuchtturm, um die atembraunde Sicht über die tollen Strände zwischen australischem Buschland und dem türkisblauen Ozean zu genießen.
    Zwischen Mai und November schwimmen hier an der Küste etwa 20.000 Wale entlang um im wärmeren Gewässer ihre Kälber zu gebären. Leider haben wir keinen Wal entdeckt, bei einem kleinen Spaziergang an der Küste entlang vom Leuchtturm aus zu dem wunderschönen Strand Wategos Beach haben wir jedoch einen Stachelrochen und eine Meeresschildkröte entdeckt. Zudem waren in der Bucht überall Surfer und Leute in Kayaks unterwegs, der warme Sonnenschein lud aber auch gerade dazu ein. Es war ein fast paradisischer Ort!
    Auch in der kleinen Stadt Byron Bay herrschte eine tolle Atmosphäre: Neben süßen Cafés (wir haben Jills Lieblingscafé mit ausschließlich vegetarischem Essen besucht) waren hier überall kleine Klamottenläden mit Strandkleidung, durch die wir eine Weile geschlendert sind.
    Auf dem Weg zurück nach Brisbane haben wir noch in einer anderen kleinen Stadt, Brunswick Head, angehalten. Auch diese liegt direkt an einem breiten, kilometerlangen, weißen Strand, den man von einem asphaltierten Steg aus einsehen kann. Es handelte sich um einen der schönsten Strände meiner bisherigen Reise, der trotzdem fast menschenleer war. Hier haben wir sogar einen Delfin entdeckt.
    In die Stadt kann man vom Strand aus über eine lange hölzerne Brücke, die über eine Art Sumpfland führt, gelangen. Besonders schön waren hier winzige Feenhäuser, die entlang des Weges in Bäumen oder auf Steinen zu finden waren. In Brunswick Head selbst hat uns Jill eine Bäckerei mit superleckeren Törtchen und anderen Backwaren gezeigt, die wir dann auf der Rückfahrt genossen haben.
    Insgesamt ein superschöner Tag, wir hatten viel Spaß und ich konnte etwas mehr von dem tollen Land entdecken.
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day8

    Brisbane, 16.-20.05.2019

    May 20 in Australia ⋅ ⛅ 17 °C

    Endlich konnte mein Australienaufenthalt richtig losgehen. In den letzten Tagen habe ich einen guten Einblick in Jills Leben bekommen. Sie arbeitet hauptsächlich mit Pferden und fährt oft von früh morgens bis zur Dämmerung am Abend von Paddock zu Paddock und hilft Pferdebesitzern aus. Neben Jills drei eigenen Pferden, die wir täglich versorgen, hat sie mich diese Woche zu allen möglichen Terminen wie Sattelanproben, Heutransporten und vor allem dem Ponyclub 'Minimates' mitgenommen. Jedes Wochenende besuchen ihn lauter Kinder aus der Nachbarschaft, um Ponys zu reiten; außerdem werden hier bis zu drei Kindergeburtstage an einem Tag gefeiert. Im Ponyclub habe ich am Samstag und Sonntag ausgeholfen.
    Die Helfer haben ein richtig tolles Programm ausgearbeitet: Neben dem Reiten dürfen die Kinder ebenso beim Füttern helfen, die Ponys putzen und mit den Meerschweinchen kuscheln. Ponys durfte ich zwar wegen meiner Verletzung nicht führen, dafür habe ich die Kinder empfangen und den fingerfreundlichen Meerschweinchenpart übernommen.
    Das wohl aufregendste Erlebnis war eine Pferderettung am Sonntagabend. Es dämmerte schon, als Jill einen Anruf von einer Bekannten, deren Pferd eine Kolik (gefährliche Pferdekrankheit, an denen Pferde sterben können) hatte, bekam. Das Pferd litt anscheinend unter starken Schmerzen, die Frau konnte sich jedoch keinen Tierarzt leisten. Jill und ich haben ohne zu zögern eine Notfallausrüstung bestehend aus Taschenlampen, warmen Jacken, Kaffee für die Besitzerin sowie Paraffin-Öl und Wasser als Medizin für das Pferd eingepackt. Dann sind wir auf eine Wiese abseits der Stadt, am Rande des australischen Buschs gefahren. Obwohl der australische Spätherbst wirklich mild ist und ich hier weitgehend T-Shirts trage, wurde es hier irgendwann dann doch kühl, vor allem weil wir fast vier Stunden bei dem Pferd verbracht haben.
    Dieses hat tatsächlich sichtbar gelitten, als wir ankamen, es wollte sich ständig hinlegen und nicht mehr aufstehen. Mithilfe von Spritzen gefüllt mit dem Paraffin-Öl beziehungsweise Wasser, das Jill dem Pferd ins Maul gab, sowie vielen mühsamen Versuchen, das Pferd zum Bewegen zu bringen, konnten wir nach einer gefühlten Ewigkeit endlich eine Besserung sehen: Es fing an mit den Ohren zu wackeln, die Umwelt wieder wahrzunehmen und kurz nach Mitternacht hat es endlich geäpfelt, ein Zeichen, dass das Schlimmste überwunden war. Es war total schön zu erleben, dass es dem Pferd endlich besser ging!
    Aber auch abgesehen von Pferden und dem warmen Wetter ist Australien toll. Fast jeden Abend bekommen wir Besuche von Wallabys, die in der Dämmerung das grüne Gras um die Farm herum essen, sowie von Miss BT, dem Bush Turkey (Truthahn) am Morgen. Außerdem gibt es interessante Vögel wie zum Beispiel dem Kookaburra, einem recht großen braun-weißen Vogel mit markantem Schnabel, der in ein menschenähnliches Lachen ausbricht, sobald Regen im Anmarsch ist. Außerdem gibt es hier auf der anderen Seite der Welt viele vertraute Läden, wie Ikea und Aldi, die ich nun doch schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen habe.
    Wann immer wir Zeit haben, besuchen wir außerdem Jills Freundin Anita, die ganz in der Nähe wohnt. Wegen ihren finnischen Vorfahren lebt sie traditionsgemäß ihre finnische Kultur aus und versorgt uns nicht nur ständig mit finnischen Leckereien und superleckeren Kakis aus ihrem eigenen Garten, sondern hat uns auch zu die Hügel Mount Coot-tha und Mount Gravatt gezeigt, von denen ich einen tollen Ausblick auf die riesige Stadt Brisbane hatte und einen Überblick bekommen habe, wo ich überhaupt bin. Ihre Tochter Anastasia nimmt mich zudem gerne zu ihren süßen Ponys mit, sodass ich in den letzten Tagen wirklich ein volles Programm mit vielen tollen Erlebnissen hatte.
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  • Day6

    Brisbane, 13. - 15.05.2019

    May 18 in Australia ⋅ ⛅ 20 °C

    Meine ersten beiden Tage in Australien? Ziemlich aufregend, aber definitiv anders als erwartet.
    Den ersten Eindruck von dem Kontinent habe ich vom Flugzeug aus bekommen: Es war schon dunkel, als ich am Montagabend die Ostküste Australiens erreicht habe, die Millionenstadt Brisbane strahlte mir jedoch mit tausenden hellen Lichtern entgegen. Hier wollte mich Jill, eine gute Freundin Kims aus Neuseeland, die ich dort während meiner Au Pair-Zeit kennengelernt habe und die mich damals zu sich nach Australien eingeladen hatte, abholen.
    Bevor ich sie jedoch treffen konnte, musste ich mich erstmal durch das australische Sicherheitssystem am Flughafen kämpfen. Dieses war zu meinem Erstaunen noch viel strenger als das neuseeländische. Hier wartete nicht nur ein ein Polizeihund zur Schnüffelkontrolle auf mich, sondern auch eine äußerst intensive Durchsuchung meines gesamten Gepäcks (sogar in jedes kleine Fach meines Geldbeutels wurde geschaut und ich wurde ausgefragt, was ich zum Mittagessen in meiner nun leeren Vesperdose hatte) mitsamt gründlichster Reinigung meiner Wander- und Reitschuhe, die ich eigentlich am Morgen extra noch geputzt hatte.
    Eine Stunde später konnte ich endlich den Flughafen verlassen. Die strahlende und winkende Jill holte mich ab und brachte mich zu einer kleinen Farm nur wenige Minuten außerhalb der Stadt, wo sie sich ein kleines Häuschen gemietet hatte. Die Fahrt dorthin fande ich total aufregend. Es gab nicht nur breite mehrspurige beleuchtete Highways, sondern auch Schilder mit Koalas und Kanguroos am Straßenrand!
    Auf der Farm, die am Ende der Stadt am Rande eines Nationalparks liegt, wohnen neben ein paar Hunden und Pferden ebenso Maree und Phil, die supernetten Eigentümer des Grundstücks. Jill hatte mir in ihrem Häuschen schon ein Zimmer hergerichtet, in das ich mich für die nächsten drei Wochen eingerichtet habe.
    Jill ist wohl die pferdeverrückteste Frau, die man sich vorstellen kann. So hatte sie mich am nächsten Morgen auch erstmal mit den fünf Pferden auf der Farm bekannt gemacht. Direkt neben den Koppeln hüpften zu meiner Begeisterung überall Kakadoos und Papageien in den Bäumen herum, die mit lautem Gezwitscher die Famhunde beschimpften, die in der Nähe lauerten.
    Da wir ein etwas Zeit hatten, hat Jill beschlossen mir ein wenig Natural Horsemanship beizubringen. Das Pferd, das sie dazu ausgewählt hatte - Woody -, war zwar schon eine ganze Weile nicht mehr geritten worden, hat aber dennoch gut mitgearbeitet, sodass Jill mich zum Schluss noch einige Runden auf ihm herumführen wollte.
    Ich saß nur einige Sekunden auf Woody, als dieser plötzlich explodierte, er stieg und buckelte - einer der Hunde hatte versucht, ihm in die Gelenke zu beißen.
    Nach ein paar Sekunden, in denen ich mich erstaunlicherweise auf dem Pferd halten konnte, rief Jill, dass ich abspringen sollte. Ich tat wie geheißen, landete sogar auf meinen Füßen und bin sofort außer Reichweite der Hufe gelaufen. Etwas durchgeschüttelt, aber erleichtert, dass nichts passiert war, stand ich nun am Rande des Paddocks, bis ich plötzlich einen stechenden Schmerz in meinem rechten Ringfinger verspürte. Als ich ihn anschaute, stöhnte ich entsetzt auf: Mein Finger war um etwa 45° verdreht, ich musste beim Abspringen am Sattel hängen geblieben sein und ihn gebrochen haben.
    So verbrachten wir die zwei darauffolgenden Tage weitgehend im Krankenhaus. Mein Finger war nicht nur aus dem Gelenk herausgesprungen, sondern auch doppelt gebrochen, sodass er operiert werden musste. Damit nicht genug hatte ich größte Probleme mich überhaupt behandeln lassen zu können, da australische Krankenhäuser anscheinend keinen deutschen Versicherungen trauen.
    So hatte ich anstatt Koalas und Kanguroos meine erste Operation und habe nun eine dicke Gipsbandage um meine Hand. Glücklicherweise haben Jill und die Nachbarn mich sehr lieb unterstützt, mich zu Arztterminen durch die halbe Stadt (Brisbane ist riesig!) gefahren und mich bekocht. Auch wenn das alles ziemlich dumm gelaufen ist und ich nun leider erstmal nicht mehr reiten kann, werde ich mir daran die Laune nicht verderben lassen und das Beste daraus machen!
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  • Day257

    Tuakau/Pukekawa, 09.05-13.05.2019

    May 11 in New Zealand ⋅ ⛅ 18 °C

    Von Nelson aus ging es am Donnerstagabend für mich mit dem Flugzeug zurück nach Auckland, um in meinen letzten Tagen in Neuseeland nochmal ein paar Familien zu besuchen.
    Zunächst habe ich eine Nacht bei Natalea in Tuakau verbracht, mit der ich zusammen Betreuerin auf einem Ponycamp war und die mich nochmal zu sich eingeladen hat. Natürlich haben wir die meiste Zeit bei ihren Pferden verbracht.
    Hier haben mich Hawi und Susanne am nächsten Nachmittag abgeholt. Die beiden sind die Nachbarn von der Pferdefarm, auf der ich den Januar und Februar verbracht habe, und denen ich bei der Gartenarbeit mit den zahlreichen Bromilien geholfen habe. Sie hatten mich damals eingeladen, ein paar Tage auf ihrer Farm zu verbringen, was ich jetzt gerne angenommen habe. Die beiden sind wirklich superlieb, haben mich in einem gemütlichen Bungalow neben ihrem Haus wohnen lassen und haben mich mit leckeren Mahlzeiten versorgt.
    Auch in Pukekawa vergingen die Tage wie im Flug. Bei einer interessanten Führung Hawis über ihr riesiges Grundstück, das einem Dschungel ähnelt, durfte ich Früchte probieren durfte, die ich noch nie in meinem Leben gesehen habe. Zudem habe ich Pflanzen aus aller Welt entdeckt, wie beispielsweise Bäume aus den Everglades in Florida, die knieähnliche 'Luftwurzeln' haben oder die Papyrospflanze, aus der die Ägypter vor Tausenden von Jahren Papyros hergestellt haben. Natürlich habe ich auch die benachbarte Familie auf der Pferdefarm besucht, die ich sieben Wochen lang mein Zuhause genannt habe. Auch hier hat es sich so angefühlt, als ob ich erst gestern und nicht vor mehr als zweieinhalb Monaten abgereist wäre. Wie üblich war hier Einiges los, die Farm steckt inmitten von Renovierungsarbeiten. Mit 'Hey stranger' wurde ich strahlend begrüßt und durfte direkt mein Lieblingspferd Rose reiten. Obendrein hat Mel mir angeboten, Rose am nächsten Tag auf dem Turnier zu reiten, wozu ich direkt zugesagt habe.
    Das Turnier war als Training für Turniereinsteiger gedacht, wir haben es genutzt, um die jungen Pferde an die Turnieratmosphäre zu gewöhnen. Ich durfte Rose in zwei kleinen Springen reiten, die sich für ein vierjähriges Pferd sehr gut benommen hat. Auch Pippa, Sean (die Kinder der Familie) und Marci, die ich vom Ponycamp her kannte, waren dabei, zudem habe ich auch weitere bekannte Gesichter auf dem Turnier entdeckt, sodass es ein toller Vormittag wurde.
    Mein letzter Abend wurde dank heftigem Wind von einem Stromausfall begleitet, was allerdings dazu führte, dass wir ein sehr gemütliches Abendessen im Kerzenlicht hatten.

    Insgesamt bin ich so dankbar für all die tollen Menschen und Orte, die ich in den letzten achteinhalb Monaten in Neuseeland kennenlernen durfte. Ich wusste kaum etwas über dieses Land und vor Allem kannte ich Niemanden, als ich hier im August letzten Jahres angekommen bin. Ich hatte kein Zuhause hier und war noch nie so lange alleine unterwegs.
    Diese Entscheidung nach Neuseeland zu reisen war jedoch definitiv die Richtige. Ich habe so viel gelernt: zuallererst musste ich akzeptieren, dass meine Familie und Freunde mehr als 18.000 Kilometer entfernt leben, was sicherlich nicht immer einfach für mich war. Ich musste alltäglichen Dinge wie ein Bankkonto zu eröffnen oder einen Job zu finden, meistern; ich musste lernen mit meinem eigenem Lohn umzugehen; offener zu sein; meine Zeit hier so zu gestalten, wie ich sie mir vorstelle; ich musste lernen Abschied zu nehmen und teilweise täglich an anderen Orten zu sein; ich musste damit klarkommen, alleine zu sein und mit mir selbst auszukommen, habe gleichzeitig aber auch gemerkt, dass man nie alleine ist, wenn man auf andere Menschen zugeht. Ich habe gelernt, alleine zurecht zu kommen und einfache Dinge mehr zu schätzen.
    Gleichzeitig habe ich gemerkt, wofür es sich lohnt, eine andere Sprache zu lernen. Ich konnte ohne Probleme in einem anderen Land leben und so viele Menschen ganz verschiedener Nationalitäten kennenlernen. Ich habe sehr viel über andere Kulturen und Lebensweisen gelernt und zahlreiche Freundschaften geschlossen, was ohne die Sprache Englisch nie möglich gewesen wäre.
    Auch Neuseeland an sich ist ein wundervolles Land. Nicht nur die vielseitige Landschaft mit Meer, Vulkanen, Wäldern, Seen und vor allem sehr viel Farmland hat mich beeindruckt, sondern auch die Unberühtheit, der viel oft entspanntere Lebenstil auf den Farmen im Vergleich zu dem stressigen Alltag und die überfüllten Großstädte in Deutschland. Auch konnte ich mein Wissen über Pferde sehr erweitern und mein Hobby in einem Maße ausüben, wie ich es nie erwartet hätte. Ich hatte hier so viel mit meinen Lieblingstieren zu tun wie noch nie! Obwohl ich Neuseeland sehr gerne mag, habe aber auch meine eigene Heimat und die deutsche Kultur mehr schätzen gelernt.
    Auch wenn mein Aufenthalt hier nun erstmal zu Ende ist, bin ich mir sicher, dass es kein Abschied für immer ist - vielen Dank für alles und bis bald Neuseeland!
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  • Day255

    Wakefield, 05. - 09.05.2019

    May 9 in New Zealand ⋅ 🌧 15 °C

    Hauptgrund für den erneuten Trip auf die Südinsel war eigentlich der Besuch der Familie in Wakefield, bei der ich von Ende Oktober bis Anfang Dezember als Au Pair gearbeitet habe.
    Als ich mit dem Bus in Nelson am Montagnachmittag angekommen bin, wartete Kim, die Oma der Kinder, schon auf mich. Ich hab mich total gefreut sie zu sehen! Auf der Farm der Familie konnte ich dann erst mal helfen, ihre ausgebüchsten Kühe die Straße entlang zurück zur ihrem Paddock zu treiben - typisch Farmleben!
    Auch auf die beiden Kinder Astin und Poppy habe ich mich total gefreut. Nachdem nun schon die zweite Nanny nach mir auf die Kinder aufpasste, war ich erst etwas unsicher, ob die Beiden mich noch kennen und wie sie reagieren würden. Als die vierjährige Poppy mich jedoch gesehen hat, ist sie direkt in ihr Zimmer gerannt und hat mir ein Bild gebracht, das ich von ihr geschossen habe und ihr geschenkt habe. Sie konnte sich noch ganz genau erinnern, war total aufgeregt und hing von da an wie eine Klette an mir. Nach und nach sind dann auch die anderen Familienmitglieder von der Arbeit gekommen, die mich alle freudig empfangen haben. In den letzten fünf Monaten hatte sich nichts verändert (bis auf ein paar neue Pferde und Kühe), sodass ich mich sofort wieder eingelebt habe. Sogar mein altes Zimmer durfte ich wieder beziehen!
    Mit der neuen Nanny Linda, die aus Tschechien kommt, habe ich mich auch auf Anhieb gut verstanden. Solange alle anderen Familienmitglieder arbeiten waren hat sie mich morgens immer mit in ihr Fitnesstudio oder in die Stadt genommen, ansonsten habe ich mich mit den Pferden beschäftigt und habe die Nachbarn besucht. Insbesondere das Ehepaar, für das ich ihre Terrasse neu angestrichen habe, hat sich total über meinen Besuch gefreut, mich mit 'Luisa Pflaumen' ausgestattet und sich ziemlich lange mit mir unterhalten.
    So hatte ich ein paar wirklich tolle Tage in Wakefield, die leider viel zu schnell vergingen. Umso trauriger war es, Abschied von allen zu nehmen, wer weiß wann (nicht ob!) ich die Familie wieder sehen werde.
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  • Day252

    Picton, 03.-05.05.2019

    May 6 in New Zealand ⋅ ☀️ 19 °C

    Mit dem Intercity-Bus habe ich mich am Freitagmittag nochmals auf den mehr als fünfstündigen Trip von Hastings in die Hauptstadt Wellington gemacht, um am nächsten Tag auf die Südinsel überzusetzen. In Wellington habe ich mich mit Lisa (dem Mädchen, mit dem ich zusammen von den Klippen gesprungen bin) verabredet, um abends noch ein bisschen durch die Bars zu ziehen. Sie zeigte mir eine ziemlich coole Bar ('Dakota'), die im Cowboystil errichtet ist, in der man am Eingang einen Cowboyhut zum Aufsetzen bekommt und man sich auf einem mechanischen Bullen am Bull-Riding versuchen kann. Nach meinen übermütigen Jungpferden, die ich die letzten drei Wochen geritten bin, war ich ziemlich gut darauf vorbereitet.
    Am nächsten Morgen habe ich dann die Fähre zur Südinsel genommen. Obwohl ich dieselbe Fahrt schon im Oktober letzten Jahres erleben konnte, hat sie mich dieses Mal noch mehr beeindruckt, so schön hatte ich sie nicht mehr in Erinnerung. Alle paar Minuten bin ich auf das windige Deck gerannt und habe Bilder erst von den Hügeln um Wellington und später von den Marlborough Sounds, die den Beginn der Südinsel markieren, geknipst.
    Die Marlborough Sounds waren der Grund, warum ich die nächsten zwei Nächte in Picton verbracht habe. Beim letzten Mal hatte ich schon einen Job, zu dem ich pünktlich in Nelson sein musste, dieses Mal hatte ich jedoch Zeit, die beeindruckenden Fjorde genauer zu erkunden. Allein die kleine Stadt Picton, die direkt an einem von Palmen umgebenen Hafen liegt, war ein Besuch wert.
    Den Samstagnachmittag, sowie den Sonntag habe ich mit Wanderungen in den Fjorden bei strahlendem Sonnenschein verbracht. Man kann sich wirklich nicht vorstellen, dass hier bald der Winter anfängt! Umso schöner sahen deshalb die breiten Kanäle zwischen den endlos langen grünen Hügelketten aus, an denen mich die Wanderwege vorbeiführten.
    Den Montagmorgen habe ich dazu genutzt, das 'Edwin Fox' Museum zu erkunden. Dabei handelt es sich um das gleichnamige Schiffswrack, das Besuchern zur Erkundung offen steht. Das Wrack war von beeindruckender Größe und total schön aufbereitet. So konnte man sowohl an Deck, als auch im Laderaum umherlaufen; konnte die alten Strohbetten ausprobieren; sehen, so die Gefangenen untergebracht waren; Schiffsknoten lernen und allgemein den Aufbau eines so großen Passagier- und Transportschiffs erleben.
    Auch war ich in einem Hostel untergebracht, das es sofort auf Platz eins meiner Lieblingshostels geschafft hat. Wie immer habe ich das günstigste Angebot genommen, was sich schon des Öfteren als ziemliche Bruchbude herausgestellt hat. Dieses Mal erwartete mich allerdings ein richtig liebevoll gestaltetes Gebäude. Passend zu dem Namen 'Atlantis Backpackers' zeigten jegliche Oberflächen (Wände, Türen, Toiletten, etc.) sehr bunte Bilder von exotischen Wasserwesen und antiken Gebäuden. Die 'Zimmer' waren nur durch halbhohe Holzwände und Vorhänge voneinander abgetrennt, es gab keine Türen. Zudem gab es ein Wohnzimmer mit Sesseln, Billiardtisch, einem Klavier und einer Gitarre, Bücherregalen und Vielem mehr, was sofort ein heimisches Gefühl vermittelt hat. Die Eigentümerin hat täglich kostenlosen Dessert für alle zubereitet und auch süßes Gebäck zur Kaffeezeit besorgt. Hier musste man sich einfach wohlfühlen!
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  • Day241

    Hastings, 24.04 - 03.05.2019

    April 25 in New Zealand ⋅ ⛅ 18 °C

    Nach weiteren anderthalb Wochen habe ich nun auch meinen letzten Job in Neuseeland abgeschlossen. Während ich weiterhin für das Ehepaar Mick und Sue auf der Rennpferdefarm gearbeitet habe, haben mir die Beiden noch einen Nebenjob bei einem befreundeten Rennpferdetrainer organisiert. Deshalb bin ich nicht mehr so oft mit auf die Rennbahn in Hastings mitgekommen, sondern habe morgens vor allem die Boxen gemistet, Pferde gefüttert und mit den Jungpferden gearbeitet, was ich viel lieber gemacht habe. Ich mag es nicht, im Stress mit Pferden zu arbeiten, ein Pferd nach dem anderen auf- und abzusatteln und nicht wirklich Zeit für es zu haben, was eben auf der Rennbahn der Fall war.
    Nachdem ich mit meinen morgentlichen Aufgaben fertig war, bin ich täglich zu der etwa zwanzig Minuten entfernten Farm mit dem Namen 'Airhill' gefahren. Die ca. 700 ar große Farm, die mitten in einer wunderschönen Hügellandschaft liegt und eigentlich hauptsächlich Schafe beherbergt, gehört Paul und Carol, die ebenfalls einige Rennpferde trainieren. Da die Farm jedoch total abgelegen von der Stadt liegt, werden die Rennpferde auf dem eigenen Gelände trainiert. Neben einer eigenenen (hügeligen) Rennbahn, gibt es verschiedene Grasstrecken und Paddocks auf denen die Pferde trainiett werden.
    So durfte ich zum allersten Mal Rennpferde reiten. Ich war überrascht, wie toll diese Pferde zu reiten waren. Ich hatte erwartet, dass sie einfach nur darauf trainiert sind, so schnell wie möglich zu rennen und man kaum Kontrolle haben würde, stattdessen waren die Pferde gut ausgebildet, ich konnte das Tempo selbst bestimmen und konnten den typischen Jockeysitz erlernen. Seltsam war der Sattel mit dem extrem kurzen Steigbügeln schon, zum Galoppieren auf der Rennbahn finde ich ihn mittlerweile aber gut.
    Nach der täglichen Einladung von Carol, zum Mittagessen zu bleiben, die ich gerne angenommen habe, (sie ist eine richtig tolle Köchin!), durfte ich immer wieder bei der Arbeit mit den Schafen zuschauen. Ich konnte beobachten, wie die Schafe in Rekordzeit geschoren wurden, wie sie von den Hunden zusammengetrieben wurden; zudem haben wir an einem Nachmittag Männchen und Weibchen separiert und die Männchen mit Geschirren und Markern ausgestattet, damit man sehen kann, welches Weibchen noch nicht schwanger war und später ein Lamm erwarten wird als andere. So konnte ich noch ein bisschen was über Schafe lernen, ich wusste nicht, dass es so viele verschiedenen Arbeiten gibt.
    Zurück auf der anderen Farm habe ich dann beim Füttern geholfen, dann war der Tag auch schon fast wieder um. So konnte ich nur noch den letzten Sonntag nutzen, um nochmal etwas von der Gegend zu sehen. Sue und Mick haben mir dafür ein Fahrrad organisiert, mit dem ich die etwa 30 Kilometer lange Strecke nach Napier gefahren bin. Unterwegs bin ich auf dem Farmer's Market an Hastings, an einem Sumpf, an Flüssen und am Meer vorbeigefahren, sodass es eine total schöne Radtour wurde. In Napier habe ich mich dann mit der anderen Helferin Shannon getroffen, die sich zwar nicht für sportliche Aktivitäten begeistern kann, mit der ich aber sonst total gut ausgekommen bin und die mich mitsamt des Fahrrads dort abgeholt hat.
    Insgesamt denke nicht, dass ich nochmal in einem Rennstall arbeiten würde, einfach weil mit den Pferden zum Teil wirklich grob umgegangen wird und vor allem nur auf Leistung geachtet wird, auch wenn die Pferde hier auf der Farm gut gehalten wurden. Trotzdem war es eine gute Erfahrung für mich, nochmal eine ganz anderen Bereich vom Pferdesport kennenzulernen, mir meine eigene Meinung bilden und außerdem habe ich einige nette neue Leute kennengelernen können.
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  • Day238

    Hastings, 13.04 -23.04.2019

    April 22 in New Zealand ⋅ 🌧 14 °C

    Manchmal kommen die Dinge ganz anders als geplannt. Geplant hatte ich dieses Mal nicht so viel für meine restliche Zeit in Neuseeland, nur, dass ich direkt nach dem Reisen nochmal für drei Wochen arbeiten wollte. Da ich bisher nie Probleme mit dem Job finden hatte, habe ich dieses Mal die Jobwahl bis zum letzten Tag aufgeschoben. Die Wahl hatte ich nun zwischen einer Apfelverpackfabrik ('Packhouse') in Hastings und einer Kiwiplantage in Te Puke (nur hier habe ich für so einen kurzen Zeitraum von drei Wochen einen Arbeitsplatz gefunden, außerdem kann man hier innerhalb kurzer Zeit sehr viel Geld verdienen), dort würde ich weiterhin im Zelt auf einem benachbarten Campingplatz leben. Eine Zusage hatte ich bei beidem,da mir der Kiwiplantagen-Manager am Ende aber etwas unsympathisch erschien und auch weil es wetterunabhängig ist, habe ich mir für das Packhouse entschieden.
    Da ich nun aber sehr spät dran war und schon am nächsten Tag schon nach Hastings fahren wollte, waren die Buspreise mittlerweile sehr teuer geworden. Deshalb habe ich in einer Facebook-Backpackergruppe gefragt, ob jemand am nächsten Tag sowieso nach Hastings fahren würde und einen freien Platz hätte. Eine Mitfahrgelegenheit habe ich zwar so nicht organisieren können, dafür habe ich nur einige Minuten ein unerwartetes Jobangebot erhalten: Mick, der mir schon vor einigen Monaten ein Jobangebot geschickt hatte, fragte mich nun erneut, ob ich interesse hätte für ihn zu arbeiten. Als Trainer in einem Rennpferdestall brauchte er Hilfe beim Füttern, Auf-und Absatteln, Training der Jungpferde und Weiteres. Dazu bot er mir eine super Bezahlung, freie Kost und Logis und ein Auto zum Mitbenutzen an. Da dies um Einiges vielversprechender als von nun an jeden Tag neun Stunden lang bis Mitternacht Äpfel sortieren zu müssen, nahm ich das Angebot an, auch wenn mit gemischten Gefühlen, da ich bisher viel Schlechtes über den Rennsport gehört habe. Dennoch iwollte ich mir mein eigenes Bild machen.
    So habe ich am nächsten Tag die acht Stunden lange Busfahrt von Auckland nach Hastings angetreten, wo Mick, ein großer, sehr schlanker Mann schon an der Haltestelle auf mich wartete. Kopfschüttelnd half er mir, mein üppiges Gepäck in sein Auto zu laden und brachte mich auf seine Farm. Viel sehen konnte ich davon zwar nicht mehr, weil es mittlerweile schon stockdunkel war, im Haus wurde ich allerdings lebhaft empfangen: hier wurde gerade eine kleine Abschiedsparty für eine niederländische Familie gefeiert, die hier für zwei Monate gearbeitet hatte und am nächsten Tag weiterreisen würde. Sie hatten eine ziemlich interessante Geschichte zu erzählen: die vierköpfige Familie machte wie ich auch Work-and-Travel, allerdings mitsamt zwei kleinen Kindern. Funktionieren würde das anscheinend sehr gut, die Kinder wurden von der Mutter einfach während dem Reisen unterrichtet und alle würden diesen neuen Lebenstil genießen. Zudem schien es der Familie hier sehr gut gefallen zu haben, was mich ziemlich erleichterte.
    Die nächsten Tage waren dann allerdings erstmal hart: jeden Tag fing von nun am um sechs Uhr an, die Pferde wurden dann in einen riesigen Transporter geladen und kurze Zeit später befanden wir uns auf der Rennbahn. Hier ging es recht stressig zu: Decken wurden runtergenommen, Pferde wurden aufgesattelt, und warmgeführt, nach einer kurzen Trainingseinheit abgespritzt und wieder eingedeckt - das ganze bis zu neun Mal hintereinander. Obwohl ich mir viel Mühe gab, schien ich alles falsch zu machen: ich spritzte die Pferde nicht ordentlich genug ab (nach der letzten Ladung triefte ich allerdings selbst schon fast), machte die Decken falsch auf und vor allem gab es einen komplett eigenen Ablauf beim Aufsatteln und Absatteln, an den ich mich erstmal anpassen musste. Außerdem wurde es nach der Abreise der niederlämdischen Familie ziemlich still auf der Farm, nur das Ehepaar Sue und Mick sowie ich blieben zurück. Ich stellte schon fast meine Entscheidung infrage, als ich endlich auf dem älteren Pferd Jimmy vorreiten durfte. Er stellte seine anscheinend üblichen Test, indem er sich vor Kleinigkeiten erschreckte und plötzliche Losgallopierte. Mich kümmerte das allerdings wenig, weshalb Sue am Ende sehr begeistert war. An diesem Abend betonte sie das auch nochmals ausdrücklich, bedankte sich für meine Mitarbeit in den letzten Tagen und erklärte mir, dass sie es mit ihren ständigen Verbesserungsvorschlägen nicht böse meint, sondern nur schon sehr viele Unfälle miterleben musste und weitere auf jeden Fall verhindern möchte. Die Pferde hier sind eben doch stärker und sensibler als die meisten Freizeit- und Sportpferde, mit denen ich bisher gearbeitet habe.
    Das änderte meine Einstellung schon ziemlich. Mit der Ankunft der britischen Shannon wuchen wir dann zu einer vierköpfigen "Familie" an, zudem stoß der neuseeländische Jake jeden Morgen als Reiter für die Rennpferde hinzu. So habe ich auch festgestellt, dass es sich um sehr nette Leute handelt. Nicht wie bisher auf anderen Farmen habe ich einfach Aufgaben bekommen, die ich erledigen sollte, während die Eigentümer anderes zu tun hatten, sondern Sue und Mick helfen die ganze Zeit aktiv mit und ich habe gemerkt, dass sie ein riesigen Wissen über Pferde haben und sehr viel von ihnen lernen kann (hier laufen auch den halben Tag Pferdesportsendungen im Wohmzimmer). Außerdem handelt es sehr humorvolle Leute, sodass wir beim Arbeiten viel Spaß haben. Ich wurde schnell zu "Couscous" umgetauft, meinen vegetarischen Essangewohnheiten zu verdanken, die eher wortkarge Shannon bekam ironischer Weise den Spitznamen "Rowdy" und der Mädchenschwarm Jake "(Eye-) Candy". Mit den beiden unternehme ich meiner (vielen!) Freizeit auch Einiges, so hat Candy mich schon mit ins Gym genommen (danach konnte ich vor Muskelkater vier Tage lang kaum mehr laufen) oder war mit den beiden am Strand und in einer Trampolinhalle. Auch auf Te Mata Peak, wo ich schon mit meinen voherigen Reisepartnern Laura und Viola schon bei sehr schlechtem Wetter hochgefahren bin, bin ich gewandert, dieses Mal bei strahlendem Sonnenschein. Ansonsten beschäftige ich mich auch sehr gerne mit den zwei kleinen, supersüßen Hunden Bella und KJ, die es lieben, gekrault zu werden und mit mir Gassi zu gehen.
    Morgens darf ich nun immer mehr beim Training der Jungpferde helfen, die 'Babys' zum ersten Mal reiten und mit Jimmy als Babysitter neben den frisch angerittenen Pferden herreiten. Hoffentlich werde ich auch bald meine Lizenz bald bekommen, um dann auch als Jockey die Rennpferde auf der Rennbahn trainieren zu dürfen - auf einem Pferderennen war ich nun auch schon, wo wir zwei unserer Pferde angefeuert haben.
    Ich bin hier auf eine ganz neue (Pferde-)welt gestoßen, die ich nun weniger negativ sehe, als ich es bisher gemacht habe, trotzdem werde ich wohl nie Fan davon werden. Hier geht es einfach zu viel ums Geld, die Pferde werden zwar gut gehalten (besser als viele Freizeitpferde in Deutschland), trotzdem wird ihnen aufgrund mangelnder Zeit nicht viel Zuneigung gezeigt und müssen schon von sehr jungem Alter an sehr viel leisten.
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  • Day228

    Auckland, 11.04.2019

    April 12 in New Zealand ⋅ ⛅ 15 °C

    Um unseren letzten gemeinsamen Vormittag in Paihia nochmals auszunutzen, wollten Laura und ich uns die nahegelegenen Haruru Falls anschauen. Da unser Hostel kostenlos Fahrräder zur Verfügung gestellt hat, haben wir beschlossen, den Weg dorthin zu radeln. Wir haben auch recht schnell herausgefunden, warum die Räder wohl umsonst gestellt wurden - nicht nur die Lenker waren ziemlich verrostet, sondern auch Lauras Bremsen taten kaum und meine Pedale fühlten sich so an, als würden sie jede Sekunde abfallen.
    Ohne Gangschaltung wurde der Weg, der ständig Hügel hoch und runter führte auch gleich doppelt so anstrengend. So waren wir total froh, als wir den Wasserfall endlich erreichten - die Haruru Falls, sind einer der zwei weltweit einzigen, bei denen das Wasser hufeisenförmig nach unten fällt. Leider führte der Fluss anscheinend nicht genug Wasser, sodass es nicht ganz die Hufeisenform zu erkennen war. Immerhin schaffeten wir es, eine ganze Hühnerschar aus dem Gebüsch zu locken, als unsere Fahrräder dank wackliger Ständer umgefielen und nun aufgeregt um uns herrumrannten.
    Dann machten wir uns auch schon wieder auf den Rückweg nach Paihia, wo wir uns noch schnell einen kleinen Farmer's Market anschauten, bevor ich mich schließlich auch von Laura verabschieden musste. Mit dem Straybus bin ich zurück nach Auckland gefahren, wo ich die Nacht verbracht habe.
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  • Day227

    Paihia, 10.04.2019

    April 11 in New Zealand ⋅ ☀️ 17 °C

    Mit einer Bustour ging es für mich heute ins Northland, dem nördlichsten Zipfel Neuseelands. Obwohl damit eine recht lange Fahrt verbunden war, war sie alles andere als langweilig. Da wir recht früh gestartet sind, führte der erste Teil der Strecke durch hüglige Farmlandschaft, die komplett in Morgennebel eingehüllt war, sodass sie sehr verwunschen aussah. Nach einer kleinen Wanderung durch einen Kauri-Wald, veränderte sich die Landschaft langsam immer mehr. Häuser waren kaum mehr zu sehen, schließlich sind wir an der nördlichsten Farm vorbeigefahren und da wir nun die subtropische Klimazone erreicht haben, wechselte die sonst sehr grünen Hügel zu einer Art bewaldeten Steppenlandschaft.
    Mittags haben wir schließlich Cape Reinga erreicht. Hier markiert nicht nur ein sehr schöner weißer Leuchtturm den nördlichsten Punkt Neuseelands, sondern es stellt auch der Ort dar, an dem zwei Ozeane aufeinanderntreffen - die Tasmansee und der pazifische Ozean - die jeweils die Westküste beziehungsweise Ostküste Neuseelands umspülen. Man konnte dies tatsächlich an einem deutlichen Farbunterschied sehen, da der Pazifik eher dunkelblau und die Tasmansee grünlich ist, was ziemlich spektakulär aussah.
    Auch unser nächster Stopp war nicht weniger interessant: wie aus dem nichts tauchte plötzlich eine riesige Sanddüne vor uns auf, auf die wir direkt zugesteuert sind. Am Fuße der Düne hielt unser Busfahrer an und packte einige Bodyboards aus - wir durften uns an dem berühmten Sandboarding versuchen. Dazu mussten wir erstmal auf eine Düne klettern, was anstrengender war als gedacht. Oben angekommen gab uns unser Busfahrer eine kurze Einweisung: wir sollten uns bäuchlings auf das Board liegen, gut festhalten, die Beine möglichst nah am Boden lassen und versuchen, gerade zu bleiben. Leichter gesagt als getan - einige Leute vor mir flogen kopfüber über das Board hinaus, überschlugen sich oder blieben in der großen Pfütze vor der Düne stecken. Viele Gedanken konnte ich mir darüber allerdings nicht machen, denn schon war ich an der Reihe. Das Board wurde schneller als gedacht, sodass ich richtig Schwung aufgenommen habe und über die Pfütze drüber gesurft bin - das musste ich natürlich gleich nochmal machen!
    Auf dem Weg zu unserem letzten Stopp, dem Ninety- Mile-Beach (der übrigens so heißt, weil man davon ausging, dass man mit Pferden 30 Meilen am Tag zurücklegen könnte und für die Strecke über den ewig langen Sandstrand drei ganze Tage benötigt hat. Dabei wurde allerdings außer Acht gelassen, dass die Pferde aufgrund des Sandes langsamer voran gekommen sind als normal - in Wahrheit ist er nur 55 Meilen lang.) haben wir einige neuseeländischen Kaimanawa-Wildpferde gesehen, die hier in freier Wildbahn leben. Allein dafür hatte sich die Schotterpiste zum Strand gelohnt. Aber auch der Ninety-Mile-Beach selbst war extrem schön. Unser Busfahrer ist auf dem Strand einfach für einige Kilometer entlanggefahren und hat uns zwischendurch kurz aussteigen lassen. Hier konnte man einfach nur Sand, Sandünen und Ozean mit einigen vereinzelten Möwen sehen, soweit das Auge reichte. Der Strand ist definitiv einer der schönsten, die ich bisher in Neuseeland gesehen habe und mit ein Grund, warum das Northland zu einer meiner Lieblinsregionen Neuseelands wurde.
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