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  • Day4

    Hacienda Buena Suerte, 06.03.2020

    March 6, 2020 in Spain ⋅ 🌙 13 °C

    Sich einen Traum zu erfüllen ist nicht immer ganz einfach. Aber ohne Abenteuer wäre eine Reise doch nur halb so schön.
    Durch Zufall haben Linda und ich bemerkt, dass die Hacienda (Ranch) der berühmten Pferdetrainerin Kenzie Dysli, deren Pferde auch in den Filmen von "Ostwind" mitspielen nur etwa 70 Kilometer abseits unserer Reiseroute liegt. Die einmalige Chance eines Besuchs der Hacienda konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und haben direkt angefragt, ob wir dort eine Reitstunde buchen könnten.
    Erst als wir die tatsächliche Zusage gestern Abend bekommen haben, machten wir uns richtig Gedanken über die Anreise zur Hacienda Buena Suerte, die irgendwo mitten in der Pampa liegt und ohne Auto nahezu unmöglich zu erreichen ist.
    Wir haben es allerdings möglich gemacht! Nachdem wir gestern Abend zwei Stunden lang die verrücktesten Einfälle von Moped mieten, über E-Bike leihen und so weiter hatten, mussten wir irgendwann resigniert eingestehen, dass uns wohl nichts anderes übrig bleiben würde, als von Jerez de la Fontera aus in die am nächsten gelegene Stadt zu fahren und von dort aus die restlichen 10 Kilometer zu laufen.
    Gesagt, getan und so standen wir am nächsten Tag in der kleinen Stadt Villamartín, die irgendwo inmitten zwischen Feldern und grünen Wiesen liegt. Etwas ratlos waren wir allerdings, was wir mit unserem Gepäck machen sollten. Es gab scheinbar überhaupt keine Hotels und in Bars versuchten wir vergebens mit Handzeichen zu verstehen zu geben (die Menschen konnten hier wirklich kein Wort englisch), dass wir gerne irgendwo unsere Köffer abstellen würden, um diese nicht auch noch die ganze Strecke hinter uns herziehen zu müssen.
    Ganz am Ende der Stadt schien dann doch noch ein Hotel zu sein, dass wir zielstrebig ansteuerten. Tatsächlich gab es dort aber gar kein Hotel, stattdessen war dort lediglich ein etwas zerfaller Bauernhof, deren Besitzer im Bademantel vor dem Haus standen und uns fragend anschauten, als wir unsere Koffer zwischen uns entgegenspringenden Hunden in die Hofeinfahrt schleiften. Auch diese Familie verstand kein Wort englisch, wir waren allerdings so verzweifelt, dass wir mit Google Translator und Pantomime irgendwie deutlich machten, dass wir gerne ohne Gepäck zur Hacienda laufen und es am Abend wieder abholen würden. Nach einigen Verständnisschwierigkeiten wurden wir endlich verstanden und durften das Gepäck bei der Familie lassen.
    So konnten wir endlich unsere Wandertour zwischen schier endlos langen Feldern entlang starten. Zwei Stunden später standen wir mit schmerzenden Füßen, aber glücklich auf der schönen, weißen Farm und wurden dort freundlich empfangen. Fast jeder sprach hier deutsch und die Atmosphäre war total idyllisch. Zwei deutsche Praktikantinnen zeigten Linda und mir unsere Pferde, die wir in unserer spanischen Reitstunde reiten würden. Die Stallungen waren alle komplett weiß, sehr gepflegt und sahen wie aus einem Bilderbuch aus. Einen kurzen Blick konnten wir sogar auf den berühmten "James" werfen, der das Pferd Ostwind im Film spielte.
    Kurze Zeit später machten Linda und ich uns mit unseren andalusischen Pferden auf den Weg zum riesigen Reitplatz, wo uns unser spanischer Reitlehrer schon erwartete. Die österreichische Julia stand dabei die ganze Zeit daneben und dolmetschte für uns die Anweisungen des Reitlehrers.
    Die Pferde waren super ausgebildet und es machte unglaublich viel Spaß, Seitengänge, Übergänge und vor allem den spanischen Schritt auszuprobieren, auch wenn es ungewohnt war, mit zwei Zügeln, anstatt wie sonst nur mit einem Zügel zu reiten. Viel zu schnell ging die Reitstunde um. Danach hatten Linda und ich uns schon drauf eingestellt, den zweistündigen Weg zurück nach Villamartín nochmal auf uns nehmen zu müssen. Glücklicherweise wurden wir am Ende doch zurück in die Stadt gefahren. Hier konnten wir problemlos unser Gepäck bei der netten spanischen Familie abholen und uns dann völlig erledigt in ein Café, wo wir statt einem Eiskaffee einen Kaffee mit einem Glas Eiswürfel bekamen, setzten. Unser Urlaub ist ganz schön anstrengend (aber sehr erlebnisreich!).
    Außer dem Carneval, wofür ein Festzelt aufgebaut war und einige verkleidete Menschen herumliefen, war in dem komplett aus weißen Gebäuden bestehenden Villamartín nicht viel los. Umso entsetzter waren wir, als unser Bus am Abend zunächst nicht auftauchte. Am Ende rollte der Bus dann aber trotzdem noch um die Ecke und brachte uns ohne weiteren Probleme zu unserem nächsten Ziel Sevilla. Dort konnten wir dann noch die geplante, weitere drei Kilometer lange Wandertour zum Hostel in Sevilla mit einem Bus umgehen. Besser hätte es heute doch gar nicht laufen können!
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