Tag 42, 53 Km/8817 Km
10. Oktober 2024 in Senegal ⋅ 🌬 28 °C
In der Nacht ziehen Gewitter auf, die den ganzen kommenden Tag immer wieder heftigen Regen mitbringen werden. Am Morgen steht der ganze Hotelparkplatz unter Wasser und ich entscheide mich, in ein kleines Restaurant in der Nähe zum Frühstücken zu gehen und nicht draußen im Regen das Frühstück vorzubereiten. Ich bekomme trockenes Brot, warme Milch und Pulverkaffee - ich könnte es damit eigentlich fast als Drei-Gänge-Menü bezeichnen. Der Restaurantbetreiber erklärt mir, dass ich den Kaffee in die Milch streuen muss, heißes Wasser hätte er keines.
Nach diesem üppigen Festmal verlasse ich Dakar, suche in einem der Vororte eine Werkstatt für das Auto um einen Ölwechsel zu machen. Man möchte für den Service 45€ incl. Nachfetten aller Gelenke plus 10€ für den Liter Öl. Bei diesem Preis frage ich nicht, ob ich den Ölwechsel selber machen kann, sondern lasse die Werkstatt alles machen. Der Mechaniker bekommt den Ölfilter nicht losgedreht, also gebe ich ihm meinen Filerbandschlüssel. So ein Werkzeug hat er noch nie gesehen, sagt er mir lachend.
Nachdem Öl und Fett aufgefüllt sind, breche ich in das Delta von Somone etwas weiter südlich von Dakar auf. Es gibt eine kleine Ökolodge direkt im Delta ohne richtigen Straßenzugang. Mit der Betreiberin habe ich bereits per WhatsApp geschrieben und mich angekündigt. Da es weiterhin heftig regnet, empfiehlt sie mir erst in ein paar Tagen zur Lodge zu fahren. Sie selber wird auch nicht kommen, das Risiko stecken zu bleiben ist ihr zu hoch. Ich fahre trotzdem hin.
Die Piste ist besonders im letzten Teil wirklich übel. Der Sand ist durch den Regen so weich, dass ich das Auto nicht richtig steuern kann. Ich gebe Vollgas im ersten Gang, das Heck bricht immer wieder aus und ich Versuche gegenzulenken, was dann aber dazu führt, dass das Heck in die andere Richtung ausbricht. Mir ist klar, wenn ich hier anhalte komme ich hier tagelang nicht raus. Es gibt plötzlich keinen richtigen Weg mehr und das Fahrzeug fährt eigentlich von alleine nach rechts, ich müsste aber links. Ich sehe den Somone-Fluss vor mir und muss mitten auf dem weichen Sand anhalten und umdrehen. Das Stück ist zum Glück etwas fester, also schaffe ich es ohne mich einzugraben das Auto zu drehen und die letzten hundert Meter zur Lodge zu fahren. Ich bin mal wieder erstaunt, was das Auto in der Lage ist zu leisten.
Neben mir ist niemand in der Lodge, der Stellplatz ist trotzdem wunderschön und direkt am Fluss. Es regnet weiter ununterbrochen und ich hoffe auf besseres Wetter und einen trockeneren Boden, bevor ich irgendwann in den nächsten Tagen weiter fahre.
Leider ist die Regenzeit derzeit noch nicht zu Ende, südlich von Gambia steht aktuell alles unter Wasser. Noch sind im Senegal auch fast alle Nationalparks geschlossen. Die Regenzeit endet Mitte Oktober, also bin ich etwas zu früh dran und muss noch etwas abwarten, bevor es richtig weiter gehen kann.Weiterlesen

















Reisender
Heutzutage ist alles modern 😂🤣
Reisender
Das ist besser als beim Nuk-Nuk. Jedenfalls sauberer🤣. Kennt der die Ölsorte?
Reisender
Hauptsache die Vögel, sind keine Aasgeier! 🙏
ReisenderServus Marvin, sehr schöne und nützliche Reisebeschreibung! Wir folgen dir...