Tag 44, 83 Km/8900 Km
12. Oktober 2024 in Senegal ⋅ ⛅ 30 °C
Am späten Abend, es ist mal wieder stockdunkel, fangen die Kojoten wieder an zu heulen. Dieses Mal weiter weg und mit deutlichem Abstand zu meinem Schlafplatz. Ich sitze auf der Veranda der Lodge bis es so dunkel ist, dass ich nichts mehr außer dem, was die Taschenlampe anstrahlt sehen kann. Ich mache mich irgendwann zum Auto auf, als ich plötzlich Schritte rund um die Lodge höre. Ich leuchte in die Dunkelheit und einer der Esel, die am Vortag in der Nähe gegrast haben kommt um die Ecke eines der gemauerten Zimmer. Er erschrickt genauso wie ich, da hat wohl noch jemand nicht damit gerechnet, dass hier noch ein weiteres Lebewesen umherläuft. Die Kojoten heulen in der Nacht immer wieder, am frühen Morgen höre ich sie aus der anderen Richtung. Es gibt also entweder zwei Rudel oder das eine Rudel ist auf die andere Seite der Lodge gezogen.
Ich fahre morgens eine Alternativstrecke in die Stadt Mbour, die deutlich besser zu befahren ist als die Schlammpiste von vor 3 Tagen. Außerdem war es jetzt längere Zeit trocken, es ist also kein Problem, die Lodge wieder zu verlassen. In Mbour gibt es einen der größten Fischmärkte des Landes, die Stadt ist jedoch viel zu klein für die vielen Einwohner, die der Fischmarkt anzieht, somit stehe ich lange im Stau. Ich werde an einem Checkpoint ziemlich unfreundlich angehalten, muss meinen Führerschein zeigen. Anschließend will der Sheriff meinen Versicherungsnachweis sehen. Dann den Fahrzeugschein. Dann meinen Pass. Dann soll ich aussteigen und die Hecktür öffnen. Dann auch noch alle Schränke. Ihm fällt dann mit all meinen Papieren in der Hand und hinten ins Auto blickend nichts mehr ein, was ich ihm noch zeigen kann, also antwortet er auf meine Frage, ob's das dann ist mit 'ja' und gibt mir alle Dokumente zurück.
Ich fahre in Mbour in die Nähe des Fischmarktes, parke das Auto in diesem Moloch so gut sichtbar wie es nur geht, nehme alle Wertsachen mit und stürzte mich in diesen üblen Ort auf der Welt. Berge von totem Fisch liegt auf dem Boden, darunter Haie, Barracuda und Tonnen von Doraden. Der Fisch wird direkt am Strand zerlegt und verkauft, im Ganzen oder als gehacktes, Tonnen von Müll türmen sich auf. Ausrangierte, schimmlige Kühlschränke und Kühltruhen aus Europa liegen auf dem Rücken um den Fisch so gut es geht zu kühlen, dabei werden die Kühlschränke nach und nach mit neuem Eis befüllt. Funktionieren tut hier schon lange keiner mehr. Ich laufe rund anderthalb Stunden über den Markt und den angrenzenden Strand und mache mich anschließend wieder auf den Weg zurück zur Lodge. Nach den ganzen in der Sonne verwesenden Fischresten hab ich auch so richtig Appetit auf Fisch bekommen und kaufe im Supermarkt auf dem Rückweg Garnelen, die ich am Abend zubereite. In der Lodge ist weiterhin niemand anwesend, selbst der Esel ist mittlerweile weitergezogen.Weiterlesen























ReisenderMahlzeit 🙃
ReisenderDer Fischmarkt hat mich schwer