Tag 45, 96 Km/8996 Km
13 de outubro de 2024, Senegal ⋅ 🌙 27 °C
Die Kojoten schweigen am Abend und in der Nacht. Der Esel kehrt jedoch in der Dunkelheit zurück und sowohl er, als auch ich haben uns mittlerweile an den jeweils anderen gewöhnt.
Ich fahre am frühen Morgen in Richtung Dakar und treffe auf dem Weg zufällig wieder den unfreundlichen Polizisten von gestern. Er erinnert sich an mich, möchte heute eher plaudern als irgendwelche Dokumente sehen (er hat ja auch eigentlich schon alles gezeigt bekommen) und lächelt an einer Stelle sogar kurz einmal.
Vor Dakar gibt es kleines Kloster, in dem sonntags eine Messe abgehalten wird. Ich finde den Ort zufällig im Internet, habe zuvor noch nie davon gehört. Die Klosterkapelle ist winzig, innen gibt es 6 Sitzreihen. Ich ergatterte einen der letzten freien Plätze, die Reihen sind brechend voll. Vor der Tür sind weitere Bänke aufgestellt, die sich zu Beginn der Zeremonie komplett mit Gläubigen gefüllt haben. Als die rund 30 schwarzen Mönche in ihren weißen Kutten eintreten, schieße ich ein Foto und werde prompt ermahnt, dies zu unterlassen. Die Messe dauert 90 Minuten, immer wieder wird getrommelt und gesungen. Ich bekomme eines des Liederbücher in die Hand, erkenne aber weder die Melodie noch weiß ich, an welcher Stelle wir gerade sind.
Der Zeremonienmeister hat einen kleinen Stab mit einer darangebundenen Feder und geht damit durch die Reihen. Er tunkt die Feder immer wieder in Weihwasser und spritzt das Wasser mit der Feder auf die Gesichter der Betenden. Jedes Mal, wenn er zu viel Wasser mit der Feder aufnimmt und die Leute eine ordentliche Ladung ins Gesicht geklatscht bekommen, lacht er sich kaputt. Da ich direkt am Gang sitze, bekomme auch ich eine gute Ladung ab.
An einer Stelle geben sich plötzlich alle Anwesenden die Hand. Ich habe leider nicht verstanden, worum es geht, schüttel aber rundum alle mir entgegengestreckten Hände. Die Hostie, die es zum Ende gibt, schmeckt genauso gut wie bei uns zu Hause.
Am Nachmittag fahre ich wieder über den neu gefundenen Weg zur verlassenen Lodge zurück. Es ist weiterhin niemand anwesend und so langsam fühle ich mich ein bisschen wie Jack Nicholson in "The Shining" nur mit dem Unterschied, dass ich bislang noch keine Dinge sehe, die gar nicht existieren....oder gibt's den Esel etwa gar nicht?Leia mais












ViajanteMarv, immer wieder super interessant Deine Erlebnisse zu lesen. In dir steckt ein Autor...
Viajante🤣😂
Hallo Marvin, jeden Morgen nach dem Frühstück lesen wir mit Spannung deinen gestrigen Tag ! Weiterhin gute Fahrt ! [Uwe]