Tag 58, 389 Km/10612 Km
October 26, 2024 in Gambia ⋅ ⛅ 34 °C
Nach einer letzten ruhigen Nacht in der Lodge machen wir uns auf den Weg in Richtung Banjul, der Hauptstadt Gambias. Wir müssen über den Fluss, was an zwei Stellen möglich ist: über die neue Brücke nahe der Stadt Farafenni oder mit der Fähre direkt ins Zentrum von Banjul. Die logischste Variante ist die Brücke, also fahren wir in Farafenni in diese Richtung. Die Straße ist breit, zwei Spuren jeweils eine in jede Richtung. In der Ferne einer der vielen Checkpoints, zu dem ich langsam heranrolle. Auf der Straße steht eine korpulente Frau mit schwarzer Polizeiuniform. Als ich hinter ihr am Stoppschild anhalte, dreht sie sich sichtlich angefressen um. "What is your problem?!?!" Brüllt sie. "There is no problem" antworte ich ohne zu wissen, was denn eigentlich gerade ihr Problem ist. "Das ist hier eine Einbahnstraße! Sie dürfen nicht in diese Richtung fahren, kapiert?" "Aber es gibt zwei Spuren und es gab auch kein Schild!" antworte ich. Hinter mir stehen bereits weitere Fahrzeuge und es gibt auch keine Alternativroute auf dem kurzen Stück bis zur Brücke. "Ich habe gerade gesagt, das ist eine Einbahnstraße, verstanden?" blafft sie noch deutlich aggressiver als vorher. "Und jetzt?" Tja, das weiß sie auch nicht, verabschiedet mich also mit den Worten: "Fahr weiter", was logischerweise auch geschieht.
Auf dem weiteren Weg nach Banjul gibt es immer wieder Checkpoints, manche in Zivil, manche vermummt und mit Maschinengewehr um die Schulter. Am Tagesende werden wir an 32 Checkpoints vorbeifahren, bei 18 davon hält man uns an.
Ich spüre heute zum zweiten Mal, dass das Getriebe wärmer wird als sonst. Das Blech rund um den Getriebetunnel ist nach rund 100 Kilometern so warm, dass ich kaum mehr die Hand darauf legen kann. Das Außenthermometer zeigt zwar fast 40 Grad an, aber ein so warmes Getriebe ist ungewöhnlich. Ich nehme mir vor, zumindest den Ölstand im Getriebe und auch im Verteilergetriebe zu prüfen.
In einem Vorort von Banjul gibt es ein schönes Camp, wo Heiner im Schatten der Bäume Platz findet. Am Nachmittag lassen wir uns vom Taxi zum nahegelegenen Markt von Serekunda fahren, wo ich versuche einen neuen Rasierer zu kaufen. Offenbar ist das Auto nicht das einzige, was kaputt gehen kann. Auf dem Markt gibt es von Fisch über Plastikartikel bis hin zu Kleidung alles, außer einen Rasierer. Aufdringliche Verkäufer mit dem Satz: "do you have a shaver?" in die Irre zu führen, gelingt ganz gut.
Am Abend gehen wir in ein deutsches Restaurant in der Nähe des Camps, welches nach Marokko die erste (und vermutlich für lange Zeit letzte) Gelegenheit für einen Hamburger bietet.
Beim Essen kommt ein Kerl an unseren Tisch, hält einen Nagelklipser in der Hand. "Soll ich vielleicht die Fußnägel schneiden? They will look very pretty!" sagt er. Nein danke!
Spät am Abend prüfe ich schließlich noch beide Getriebe. Ölstand ist okay, mehr kann ich hier aktuell nicht machen, also hoffe ich, dass dieses Problem wie so viele andere bislang auch vielleicht von alleine wieder verschwindet.Read more


















TravelerWir haben das Problem mit der Wärme auch bei Temperaturen über 30 Grad. Da hat der Beifahrer immer Angst, dass die Flip Flops anfangen zu schmelzen oder am linken Fuß und Bein Brandblasen entstehen.