Tag 60, 211 Km/10877 Km
October 28, 2024 in Senegal ⋅ ☀️ 35 °C
Es geht so früh wie möglich raus aus Banjul, denn es soll ein langer Tag werden. Nach rund einer Stunde ist die Grenze zwischen Gambia und Senegal erreicht. Es ist wenig los, die bislang entspannteste Grenze von allen. Das Auto steht keine 2 Sekunden, schon stehen 10 Leute um das Auto, wollen Geld wechseln. Alle werden verscheucht - aber keine Sorge, die Herren lehnen sich alle ans Auto, damit ich ja nicht ohne ihre Dienste weiterfahre (das Auto wird nachher an beiden Kotflügeln, wo sie sich anlehnen, schön sauber sein).
Carnet und Pass sind nach 10 Minuten gestempelt, es könnte eigentlich weiter gehen, als ein Mann in Zivil unsere Pässe nimmt. "Interpol, ich muss prüfen, ob ihr gesucht werdet" behauptet er und scannt unsere Passnummern mit seinem Handy. Glücklicherweise sind wir nicht auf der Fahndungsliste.
Schon im Auto sitzend kommt der nächste, dieses Mal in Uniform. "Drogenbehörde. Auto umdrehen und mit ins Büro kommen". Da ist sie also endlich, die berühmte Drogenkontrolle. Alle Medikamente sind weiterhin gut versteckt. Wir betreten das Büro, auf der rechten Seite eine Zelle in der zwei Männer mit freiem Oberkörper eingesperrt sind. Sie strecken ihre Arme durch die Zellengitter, sagen etwas in einer Sprache, die ich nicht verstehe. Dem Geruch nach zu urteilen sind sie nicht erst seit dem Morgen hier. Wir gehen an der Zelle vorbei in ein Hinterzimmer, müssen da beide Rucksäcke öffnen, die wir mit hinein bringen sollten. Alles wird durchsucht, nichts wird gefunden, also dürfen wir zurück ins Auto und schließlich Gambia verlassen.
Die Einreise in den Senegal läuft entspannt, wieder wird alles gestempelt. An einer dritten Station malt gerade einer der Beamten Kästchen in ein Buch und kreuzt diese im Anschluss an, die gesamte Doppelseite ist schon vollgemalt. Als unsere Pässe dann auf seinem Tisch landen, unterbricht er seine anstrengende Arbeit und schreibt Name und Passnummer in das gleiche Buch mit den hineingemalten Kästchen.
Der südlich von Gambia liegende Teil des Senegal, die Casamance, ist ein deutliches Stück ärmer als der Norden, die Straßen sind wesentlich schlechter. Wir erreichen die Stadt Ziguinchor und fahren hier zum Konsulat von Guinea-Bissau. Ich habe noch kein Visum von Guinea-Bissau, die Einreise soll noch diese Woche erfolgen. Im Konsulat sitzt ein einzelner Herr hinter einer Schreibmaschine, guckt irgendetwas auf seinem Smartphone. "Der Botschafter ist nicht da" sagt er nüchtern. "Wann ist er denn da?" Antworte ich. "Ich rufe ihn an, dann kommt er gleich."
Tatsächlich kommt er nach 10 Minuten und stellt das Visum innerhalb von weiteren 10 Minuten aus. Wie einfach es manchmal sein kann.
Wir fahren weitere 80 Kilometer tiefer in die Casamance nach Saint-Georges, auf dem Weg werde ich noch zweimal von der Polizei angehalten. Beim ersten Stop möchte man sehen, ob ich einen Feuerlöscher an Bord habe (habe ich natürlich). Beim zweiten Stop wirft man mir vor, mein Rücklicht wurde nicht funktionieren (während Autos an uns vorbeifahren, an denen überhaupt gar nichts mehr außer vielleicht der Motor funktioniert). Ich steige aus und zeige dem motivierten Beamten beide funktionierenden Rücklichter. "Na gut, dann fahr weiter."
Nach mehr als 100 Kilometern übler Teerstraße mit Schlaglöchern, die so tief und groß sind, dass ich zum Teil denke ich würde aufsetzen, erreichen wir schließlich Saint-Georges. Die Traktionskontrolle meldet sich den ganzen Tag glücklicherweise nicht mehr. Wir errichten den Schlafplatz auf dem Parkplatz des dortigen Restaurants direkt im Dorf. Wir werden sofort von einer Traube Kindern belagert, eines der Kinder hat einen toten Vogel in der Hand. Das Kind drückt dem Vogel auf den Kopf und leckt schließlich den Tropfen ab, der dem Vogel aus dem Mund tropft.
Immerhin wird unser Abendessen besser sein. Es gibt Garnelen mit Pommes.Read more











Was für eine Fahrt mit soviel Abenteuern. Weiter viel Glück und bleib gesund. Auch für Dein Auto [Lothar]
Traveler
Ähnlich wie bei Tectrion 😆
Traveler
Wie sieht es mit einer Autowäsche aus? Und kühler reinigen, wichtig