Tag 69, 105 Km/11848 Km
6 November 2024, Guinea ⋅ ☀️ 31 °C
Die Nacht ist kalt und ruhig, niemand taucht auf, auch am frühen Morgen nicht. Ich hatte mit kälteren Temperaturen gerechnet, schließlich bin ich auf über 1000 Meter Höhe, war aber auf Temperaturen unter 10 Grad noch nicht eingestellt. Die Kälte in Kombination mit der hohen Luftfeuchtigkeit lässt den roten Staub, der sich überall auf dem Auto gesammelt hat, zu einer rostbraunen Paste werden. Das Auto nur mit spitzen Fingern zu berühren hilft nicht, nach 10 Minuten bin ich komplett eingesaut. Es wird Zeit für eine Autowäsche. Mein Tagesziel wird Douki sein, ein winziges Dorf mit wenigen Einwohnern, dafür direkt am Talkessel von Fouta Djallon. Es gibt zwei Möglichkeiten zur Anreise. Variante A: 100 Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 Km/Stunde, Variante B: 20 Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 Km/Tag. Ich wähle die längere Strecke die es auch schon in sich hat, von den 100 Kilometer sind 65 Kilometer Offroad. Ich durchquere die Stadt Labé und übersehe dösend einen Checkpoint, werde böse angehalten und zurückgepfiffen. Als Strafe muss ich aussteigen und den Polizisten von meiner Reise erzählen, dann lassen sie mich weiterfahren. Alle offiziellen Waschanlagen in der Stadt sind geschlossen, es gibt lediglich private Waschanlagen, an denen ein 5 Liter Eimer mit Wasser bereitsteht. Damit werden sie nicht weit kommen, also verlasse ich Labé ohne die Wäsche. Rund 20 Kilometer vor Douki sehe ich in einem kleinen Tümpel mehrere Jugendliche, die gerade dabei sind ein Auto darin zu waschen. Ich winke einen der Herren heran, frage ihn ob er meins auch wäscht. 4€ möchte er haben, viel zu teuer. Ich schlage ihm 2€ vor, wir einigen uns schließlich auf 3€. Heiner wird rückwärts in den Tümpel gefahren und anschließend mit Eimern, Lappen und Waschpulver gründlich sauber gemacht. Da sich die Drei so Mühe geben, gebe ich ihnen am Ende die 4€. In Douki finde ich einen Stellplatz im Dorf bei Hassan und seiner Familie. Hassans Nummer habe ich bereits vor einigen Tagen im Internet gefunden und mich per WhatsApp angekündigt. Als ich ankomme, gibt es bei den Kindern kein Halten mehr. "Toubab, Toubab" wird seit heute nicht nur während der Fahrstrecke gerufen, sondern jetzt auch hier. Die Kinder klettern aufs Auto (zum Glück habe ich es waschen lassen), toben darum herum, beäugen jeden meiner Handgriffe. Ich werde ausgefragt: wo ich herkommen, wo ich schon überall war, bis Hassan irgendwann vom Markt zurückkommt und die Kinder verscheucht.
Hassans Sohn Taibouba führt mich am Nachmittag auf einen der nahegelegenen Wanderpfade in eine Schlucht. Die Gegend rund um die Schlucht nennt er 'Indiana Jones Felsen', 30-40 Meter hohe Felsnadeln, durchzogen von Wasserläufen, bewachsen mit Bäumen und Lianen. Ein unglaublich schöner Ort, den wir nach 3 Stunden verlassen.
Während seine Frau am Abend kocht, lässt Hassan mich in seinem Haus duschen, somit ist das Auto am Ende des Tages nicht das einzige, was sauber ist.Baca lagi






















Eine tolle Wanderung in wunderschöner Natur. Interessant die Autowäsche. [E.L.]
Pengembara
Denk an deinen Rücken