Tag 71, 0 Km/11848 Km
8 November 2024, Guinea ⋅ ☀️ 32 °C
Hassan organisiert mir am frühen Morgen ein Motorradtaxi inklusive Guide. Es soll zum Kambadaga-Wasserfall gehen, welcher in der Nähe des Talkessels ist. "Eine Stunde hin, eine Stunde zurück und zwei Stunden dort. In 4 Stunden bist du zurück!" sagt Hassan und eigentlich müsste ich es mittlerweile besser wissen und die afrikanischen Zeitangaben kennen, denke aber nicht daran und plane gedanklich schon den freien Nachmittag. Das sich die Regel, Zeitangaben immer mindestens mit dem Faktor 2 zu multiplizieren heute wieder bewahrheiten wird, werde ich somit erst in 8 Stunden wissen.
Das Mototaxi steht bereit und Mamadouri fährt mit mir auf dem Rücksitz los. Seine Fahrweise grenzt an Selbstmord, insbesondere auf dieser schlechten Straße. Mit Vollgas geht es so gut wie möglich um die Schlaglöcher herum, vor jeder Kurve wird gehupt, damit die Ideallinie nicht verlassen werden muss, zwischendurch erzählt er mir etwas, dreht dabei seinen Kopf und guckt überhaupt gar nicht mehr auf die Straße. Nach jedem Schlagloch, bei dem ich vom Sitz abhebe und anschließend wieder auf die ungefederte Rückbank knalle, spüre ich meine Wirbelsäule vom Steißbein bis zum Hals. Nach 90 Minuten kommen wir am Wasserfall an. Mamadouri will mit mir zunächst an die Abbruchkante des Wasserfalls gehen. Dafür muss der Fluss an einer Stelle überquert werden. Es gibt eine kleine Fußgängerbrücke, welche an sich schon die 90 Minuten Fahrzeit incl. Schaden in der Wirbelsäule wert gewesen wäre. Auf der anderen Seite gibt es einen kleinen Pfad direkt bis zur Oberseite des Wasserfalls. Da die Regenzeit gerade zu Ende ist, führt der Fluss viel Wasser und es ist nicht einfach, auf die Mittelinsel zu gelangen. Der Blick von oben auf die Kaskaden ist atemberaubend, liegend kann bis zum Ende des Wasserfalls über die Kante geblickt werden. Um den Wasserfall in seiner ganzen Dimension zu sehen, geht es noch ein Stück weiter zu einem Aussichtspunkt. Den Wasserfall habe wir komplett für uns alleine, es ist den ganzen Aufenthalt kein anderer Besucher da. Der Rückweg ist ein anderer und der Fluss muss wieder überquert werden. Leider gibt es an dieser Stelle keine Brücke. Vom Ufer betrachtet würde ich sagen, dass der Fluss nicht zu Furten ist. Die Strömung ist zu stark und der Fluss stellenweise zu Tief. Auch Mamadouri hat erst Zweifel, geht dann aber trotzdem, ich folge ihm. Der Boden ist super rutschig und ich stürze schon im Bereich des Flusses, wo das Wasser mir nur bis zu den Waden reicht. Am tiefsten Punkt ist das Wasser hüfthoch und die Strömung echt stark. Zum Glück hängt eine Liane am Baum, ohne diesen Halt, da bin ich sicher, wäre die Durchquerung nicht möglich.
Es geht wieder auf das Mototaxi und ein Stück weiter in die Hochebene. Mamadouri möchte mir hier noch 'kurz' etwas zeigen. Wir gehen rund eine Stunde zu Fuß, durchqueren weitere (niedrige) Flüsse, bis wir in einen Bereich der Tiefebene kommen, die es optisch in sich hat. Spätestens jetzt muss ich an Indiana Jones denken. Wasserläufe tief in Gestein eingeschnitten, die Steine bewachsen mit Lianen, Tropenholz, Gräsern. Wir wandern noch drei weitere Stunden durch diese wunderschöne Gegend, bis ich am späten Nachmittag nicht mehr kann und wir uns auf den Rückweg machen.
Als wir bei Hassan ankommen, geht die Sonne fast unter. Er ist etwas überrascht, dass wir so lange gebraucht haben.
Ich gebe Hassan am Abend eine meiner Uhren, die ich zum Verschenken aus Deutschland mitgebracht habe. "Da gab es heute wohl ein Missverständnis. Morgen sind es wirklich nur 4 Stunden" sagt er.
Ganz bestimmt. Eine Uhr hat er immerhin jetzt.Baca lagi























Pengembara
Ach du Sch....
Pengembara
spektakulär und atemberaubende schon auf den Fotos,wie muss es dann erst vor Ort wirken