• Tag 74, 0 Km/11848 Km

    November 11, 2024 in Guinea ⋅ ⛅ 28 °C

    Der letzte Tag bei Hassan beginnt. Wir starten am Vormittag gemeinsam in einen Talabschnitt, in dem Hassan selber schon lange nicht mehr war. "3 Stunden, nicht länger." sagt er als wir starten und ich habe keine Hoffnung, dass das stimmt. Auf dem Weg durch das Dorf besuchen wir das Krankenhaus, es gibt drei kleine Zimmer zum stationären Aufenthalt, sowie einen Behandlungsraum. Der einzige 'Arzt' der hier arbeitet hat eine Ausbildung als Krankenpfleger und hat außer einem Blutdruckmessgerät und einem Stethoskop eigentlich kein Equipment. Leider habe ich keine Medikamente übrig, die ich hier lassen kann.
    Wir verlassen die Klinik und biegen auf einen Pfad in das Tal ab, welcher bald endet. Kurze Zeit später verlaufen wir uns im Dickicht auf dem Weg nach unten. Der Wald ich so dicht, dass wir keine Möglichkeit zur Orientierung haben. Vier Stunden dauert es, bis wir endlich den richtigen Pfad gefunden haben und im Tal sind. Hier gibt es einen kleinen Wasserfall, der über eine Kante fließt. Hinter dem Wasserfall ist eine Höhle, wo man von unten schwimmend durch den Wasserfall schauen kann. Mit dem Lärmpegel, den der Wasserfall in der Höhle erzeugt halte ich es in dem eiskalten Wasser nicht lange aus. Hassan pflückt eine Pflanze, an deren Wurzeln Erdnüsse hängen. Die Erdnüsse sind reif und schmecken auch ungeröstet gut, auch wenn die Konsistenz eher weich als knackig ist.
    Der Rückweg ist einfacher, wir verlaufen uns nicht und sind nach insgesamt 6 Stunden zurück am Camp. Ich nutze den Nachmittag um das Auto für die Weiterreise vorzubereiten, zum Abschied sticht mich dann noch eine von Hassans Bienen in die Hand. Ich werde versuchen, in den kommenden zwei Tagen bis nach Conakry, der Hauptstadt von Guinea zu reisen. Leider führt kein Weg um Conakry herum, da ich zum Einen die Botschaft der Elfenbeinküste aufsuchen, zum Anderen meine Fingerabdrücke bei der Einwanderungsbehörde abgeben muss. Normalerweise geschieht dies direkt bei der Einreise, an der Grenze hatten sie jedoch kein passendes Gerät. Für die Abgabe der Fingerabdrücke habe ich eigentlich nur 5 Tage Zeit, somit hoffe ich, dass dies an keinem der kommenden Checkpoint auffällt.
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