Tag 77, 0 Km/12232 Km
November 14, 2024 in Guinea ⋅ 🌩️ 31 °C
Es geht in das Gewühl von Conakry. Zwei Dinge stehen für heute auf dem Plan: Zur Botschaft der Elfenbeinküste und im Anschluss in das Generalkonsulat der Republik Kongo. Ich nehme wieder ein Mototaxi, mit einem normalen Taxi würde die Fahrt bis ganz an die Südspitze der Halbinsel mehrere Stunden dauern. Der Fahrer hält nach 30 Minuten an und erklärt mir, dass ich ein weiteres Mototaxi nehmen muss. Ganz im Zipfel der Halbinsel befinden sich die Regierungsgebäude und nach dem Putsch möchte er nicht weiterfahren. Es gibt Mototaxifahrer, die die Gegend gut kennen und genau wissen, welche Straßen man nehmen darf und welche nicht. Ich steige also um und fahre das letzte Stück mit einem anderen Fahrer. Je weiter wir fahren, umso mehr Militärfahrzeuge, schwer bewaffnet und gepanzert, Flugabwehr, Panzersperren. Die letzten 300 Meter zur Botschaft kann auch das Motorrad aufgrund von Straßensperren nicht mehr fahren, ich muss also bis zur Botschaft laufen.
In der Botschaft der Elfenbeinküste sagt mir der Verantwortliche, dass Visa aktuell nicht ausgestellt werden. "Wieso?" frage ich. "Das Büro wird gerade geputzt. Erst danach wieder." Ich warte 45 Minuten bis alles sauber ist und darf dann eintreten, meine dreckigen Schuhe bleiben zum Glück an. Der Botschafter ist ziemlich unfreundlich, spricht sehr leise und nuschelt, ich muss bei jedem Satz 3x nachfragen, was er denn will. Es wird wieder alles mögliche kopiert und notiert, das Visum kann ich am nächsten Tag nachmittags abholen, was bedeutet, dass ich den gleichen Weg noch einmal auf mich nehmen muss. Wäre ja auch zu viel verlangt und zu stressig, den Sticker eben auszudrucken und einzukleben. Der Mototaxifahrer bringt mich wieder die halbe Strecke zurück und ich wechsle wieder den Fahrer. Es geht nun einmal quer durch das Verkehrschaos auf die andere Seite der Stadt. Nur einmal in meinem Leben habe ich mit Dhaka, Bangladesch eine Stadt gesehen, die in Puncto Hektik, Stau und Lärm vergleichbar ist. Hupe und Bremsen müssen funktionieren, der Rest ist optional.
Im Konsulat der Republik Kongo sitzt ein einzelner Herr in einem Wohnhaus an einem tristen Schreibtisch, das Visum wird direkt vor Ort erstellt. Ich soll 1.8 Millionen Franc zahlen (150€), es wird keine andere Währung akzeptiert. Da es keine Bank und keine Wechselstube weit und breit gibt, frage ich mich auf der Straße durch, ob jemand Geld tauschen kann, was nach einigen Anläufen in einem kleinen Shop auch gelingt. Der Batzen Geld, den ich für 150€ bekomme ist ordentlich dick. Für das Ausfüllen der wenigen Zeilen auf dem Visasticker braucht der Konsul 30 Minuten, dafür ist alles in erstklassiger Schrift niedergeschrieben.
Nun wieder auf das Mototaxi und zurück zum Appartement, die komplette Aktion dauert fast 4 Stunden.
Ich nutze den Nachmittag zum Einkaufen, gehe ein Sandwich essen und repariere mal wieder das Auto. Der rechte Scheinwerfer hat sich durch die Vibrationen gelöst und der Lichtkegel strahlt mittlerweile von oben nach unten statt von links nach rechts. Gestört hat das bisher niemanden, Scheinwerfer sind - wie gesagt - optional.Read more












TravelerWas kosten denn die Mototaxifahrten?
Da braucht man gute Nerven, bei den Konsulaten und der Verkehr ist auch sehr hektisch. Auf der Straße alles sehr eng. Ich lese immer sehr gerne deine Berichte mit den tollen Fotos. [E.L.]
Traveler
Mit dem Wüstensand?
Traveler
Sind das Dienstwagen? 😃