• Tag 78, 0 Km/12232 Km

    November 15, 2024 in Guinea ⋅ ☁️ 29 °C

    Am Morgen habe ich etwas Zeit, bevor ich das Visum der Elfenbeinküste am Nachmittag abholen kann. Ich versuche also noch zwei weitere Visa zu organisieren, Togo und Benin, beides glücklicherweise e-Visa, ein Besuch in der Botschaft ist nicht notwendig. Für Togo fülle ich das Online-Formular aus, zahle und erhalte 30 Minuten später eine Absage. Es fehlt eine Hotelbuchung, im Antrag stand diese zuvor als Optional. Also alles noch einmal, diesmal mit Hotelreservierung. Das Hotel storniere ich direkt 5 Minuten später wieder, so möchte man es halt.
    Beim Antrag für das Visum von Benin klappt die Zahlung nicht, alle Karten werden abgewiesen, im 6. Anlauf mit der 3. Kreditkarte klappt es dann, warum auch immer. Mein Telefon klingelt, eine Telefonnummer aus Guinea, der Gastgeber des AirBNB. Es gab einen Fehler bei der Reservierung, ich muss das Zimmer morgen verlassen. Eigentlich wollte ich bis Dienstag bleiben. Ich frage ihn, ob es in Ordnung ist, wenn ich auf seinem Hof im Auto schlafe. Ausnahmsweise kein Problem. Der Lärm der Stadt ist im Zimmer sowieso zu hören, im Auto gibt es keine Kakerlaken und auch keinen Stromausfall, wie 5x in den letzten 3 Tagen. Also werde ich morgen ins Auto umziehen, endlich wieder.
    Ich mache mich auf den Weg zur Botschaft der Elfenbeinküste, gleicher Weg, wieder mit zwei verschiedenen Mototaxi. Der unfreundliche Herr in der Botschaft ist wieder anwesend, das Visum ist noch nicht fertig. "In zwei Stunden" sagt er, ich warte also vor seinem Büro, bis er nach 90 Minuten ein Herz für den wartenden Weißen auf dem Gang hat und sich aufraffen kann, das Visum auszufüllen und einzukleben.
    Als ich die Botschaft verlasse, ist Gebetszeit. Ausgerechnet an einem Freitag. Aus diversen Reisen in den nahen Osten weiß ich, dass in der Zeit gar nichts geht. Alle sind in den Moscheen und da diese derart überfüllt sind, beten die Leute zu Tausenden auf den Straßen, die Predigt wird mit Lautsprechern übertragen. Ich finde natürlich jetzt kein Mototaxi, also warte ich rund eine halbe Stunde auf einem Plastikstuhl im Schatten in einer der Seitenstraßen von der Botschaft, bis ich irgendwann einen Taxifahrer finde. Die Straßen sind noch wie leergefegt, Autos stehen am Straßenrand, die Fahrer betend daneben. Zurück zum Punkt, wo ich das Mototaxi wieder wechseln muss, auch hier warten bis die Messe gelesen ist und dann in den innerhalb von Sekunden wieder explodierenden Verkehr, es geht zurück zum Appartement. Nach drei Tagen ist alles Organisatorische erledigt und ich kann den kommenden Tag dazu nutzen, endlich andere Dinge von Conakry zu sehen als die ortsansässigen Behörden.
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