Tag 79, 0 Km/12232 Km
November 16, 2024 in Guinea ⋅ ☀️ 29 °C
Ich packe früh am Morgen alles vom Zimmer ins Auto, anschließend geht es zum Sightseeing in den Luftkurort Conakry. Ich habe über Hassan einen Fahrer organisiert, der mich zu allen interessanten Plätze der Stadt führen wird. Im schwer bewachten Stadtkern muss heute glücklicherweise das Fahrzeug nicht gewechselt werden, der Fahrer ist jedoch aufgrund der massiven Militärpräsenz etwas angespannt. Fotografieren soll ich nur an ausgewählten Orten, alles andere ist zu gefährlich. Ein falsches Foto kann hier ernste Konsequenzen haben, die Militärregierung igelt sich mit Waffen so gut ein wie sie kann, um nicht durch andere bewaffnete Gruppen gestürzt zu werden. Wir besichtigen die Zentralmoschee, die Kirche und den Markt im Stadtkern, Fotos sind hier möglich aber jedes Mal mit Diskussion verbunden. Die Atmosphäre auf dem Markt ist intensiv, gleicht optisch den vielen anderen Märkten in Westafrika. Es geht weiter bis zur Südspitze der Stadt und in den Hafen. Fisch wird hier auf einem kleinen Markt herangebracht und verkauft, ich sehe Fische die größer sind als ich. Ich bin heilfroh, einen Fahrer zu haben der hier im Gewusel die Orientierung behält. Als wir versuchen den Markt wieder zu verlassen, legt das vor uns fahrende Fahrzeug plötzlich den Rückwärtsgang ein und donnert uns vorne rein. Beide Fahrer steigen aus, begutachten den Schaden, steigen schulterzuckend ein und fahren weiter. Auf meinen Satz: "Der ist uns gerade reingefahren" antwortet der Fahrer gleichgültig mit "Ja" und setzt seine Tour wie geplant fort. Das Auto ist sowieso schon rundum kaputt, der Kilometerzähler vor Jahren bei 350.000 Km stehen geblieben, da kommt es nun auf eine geknickte Stoßstange samt Motorhaube auch nicht mehr an.
Nach dem Mittagessen beenden wir die Tour, Hektik und Luftfeuchtigkeit machen mir heute derart zu schaffen, dass ich froh bin am Nachmittag am Auto etwas Ruhe zu finden.
Auch wenn mein Visum für Sierra Leone erst in 4 Tagen startet, werde ich versuchen morgen die Grenze zu passieren. Es besteht die Chance, dass ich aus Guinea ausreise und in Sierra Leone noch nicht einreisen darf. In diesem Fall wäre ich 3 Tage im Niemandsland zwischen den Grenzen gestrandet, der Weg zurück nach Guinea ist nach der Ausreise aufgrund des dann ungültigen Visums nicht mehr möglich. Auch wenn mir Conakry sehr gut gefallen hat, möchte ich nicht noch drei weitere Tage in der Hauptstadt abhängen und nehme das Risiko, temporär zwischen den Grenzen zu stranden in Kauf.
Guinea verlasse ich mit einem sehr guten Gefühl. Auch wenn ich nur rund zwei Wochen im Land war und sicherlich nur einen winzigen Teil gesehen habe, haben mich die Landschaft und die Freundlichkeit der Menschen beeindruckt. Hoffentlich komme ich eines Tages wieder zurück.Read more

















Traveler✊️✊️