Tag 86, 0 Km/13057 Km
November 23, 2024 in Sierra Leone ⋅ ⛅ 32 °C
Weit vor Sonnenaufgang geht es los. Mustafa, einer der Männer aus dem kleinen Dorf, bringt mich um 6 Uhr am Morgen auf einem Pfad durch den Regenwald zu einer Lichtung. Bis auf den Lichtkegel der Taschenlampe ist rundherum nichts zu sehen. Überall raschelt es, ich höre diverse Laute von Tieren die Mustafa alle beim Namen kennt und deren Namen ich größtenteils noch nie gehört habe. Ich trete im Dunkeln offenbar in eine Ameisenstraße, die Ameisen krabbeln mir die Beine hoch und beißen zu. Selbst an den Händen und im Nacken ziehe ich Ameisen aus der Haut.
Kurz vor Sonnenaufgang kommen wir auf einen kleinen Hügel. Dichter Nebel rundherum, der sich laut Mustafa gleich verziehen wird. Genauso kommt es. Die Sonne lässt den Nebel verschwinden und lässt einen unglaublichen Ausblick auf den Regenwald zu. Einzelne Nebelschwaden halten sich länger und sorgen zwischen den Bäumen im Tal für eine tolle Atmosphäre. Im Hellen geht es zurück zum Dorf, ich frühstücke erst einmal. Mustafa schenkt mir eine Papaya, die er gerade gepflückt hat. Wie gut, dass ich gestern noch eine auf dem Markt gekauft habe...
Ich begleite ihn am Mittag eine Runde durch das Dorf. Es gibt eine Kakaoplantage, die mehr eine Ansammlung von einzelnen Kakaobäumen im Wald ist. Er pflückt eine der Früche, die ich später aufknacke und unfermentiert probiere. Schmeckt tatsächlich auch schon roh, wenn auch nicht nach Kakao sondern fruchtig.
Wir starten am Abend zu einer weiteren Tour in den Regenwald. Es gibt eine Kolonie von Picathartes-Vögeln, welche endemisch in Westafrika sind. Wir laufen rund eine Stunde zu der Kolonie, warten auf die Vögel. Ich sitze auf einem Stein und beobachte die Nester, als ich merke, dass mir etwas den Rücken hochkrabbelt. Als ich danach greife, ist es schon zu spät. Ich werde gestochen. Der Schmerz ist heftig, reflexartig werfe ich das Insekt weg, welches schwarz und centstückgroß ist. Mustafa sieht sich den Stich an, meint es wäre nicht schlimm. Immerhin zeigen sich die Vögel kurz danach. Auf dem Rückweg ist es bereits dunkel, Hitze und Luftfeuchtigkeit weiterhin extrem, dazu schmerzt mein Rücken von dem Stich. Duschen, Abendessen, genug Natur für heute.Read more





















