Tag 88, 196 Km/13253 Km
November 25, 2024 in Sierra Leone ⋅ ⛅ 27 °C
Am Morgen regnet es. Etwas gestresst starte ich dadurch auf die schlechte Piste zurück nach Kenema und hoffe, dass der Regen schnell aufhört. Glücklicherweise ist das auch so, die Straße bleibt so weiterhin befahrbar. Es gibt eine Abkürzung nach Tiwai Island, mein Tagesziel für heute. Auch wenn die Straße 'Highway' genannt wird, ist sie alles andere als das. Mehrfach wird mir empfohlen nicht den Highway zu fahren, die Straße ist zu schlecht. Ich muss somit einen Umweg von über 100 Kilometern machen um nach Tiwai zu kommen.
Rund um die Stadt Bo suche ich noch einmal eine Tankstelle die Diesel anbietet. Die nächste Tankstelle gibt es erst wieder in rund 400 Kilometern. Erst bei der dritten großen Tankstelle kann ich tanken, bei den ersten beiden bekomme ich "Diesel is finished" zugerufen. Das letzte Stück nach Tiwai ist wieder eine Piste, jedoch kein Vergleich zur Piste am Vormittag. Auf dem letzten Stück sehe ich plötzlich ein Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen vor mir fahren. Es ist eigentlich vollkommen egal, in welcher abgelegenen Gegend der Welt man sich gerade befindet, man wird einen Deutschen dort finden. So auch hier. Ich reise also in der nächsten Zeit wieder in Gesellschaft.
Tiwai Island ist eine Insel ohne Zugang für Fahrzeuge, also frage ich in einem der Dörfer am Flussufer, ob ich dort übernachten kann. Nach kurzer Rücksprache mit dem Dorfchef lässt man mich und später auch das zweite Fahrzeug aus Deutschland für 5€ auf einer kleinen Lichtung übernachten. Natürlich sind wieder alle Kinder aus dem Dorf anwesend und belagern mich rund um das Auto. Es gibt keine Möglichkeit die Kinder zu verscheuchen, als ich mich hinsetze umringt mich die Traube von 50 Kindern rund um den Stuhl, Abstand: 20 Zentimeter. Die ersten dreimal 'Hello' beantworte ich noch, die restlichen 5000 nicht. Konstantes Ignorieren führt nach einer halben Stunde schließlich zum Erfolg. Nachdem alles aufgebaut ist, kommt einer der Älteren aus den Dorf zu uns. Es gibt am Abend ein Festival auf dem Dorfplatz, man hat sich dazu eine Bassbox ausgeliehen. Die Party geht um 20:00 Uhr los und endet gegen 05:00 Uhr am Morgen. Um sicher zu gehen, dass ich schon nachmittags weiß, dass ich in der Nacht kein Auge zutun werde, dreht man am Mittag die Musik schon einmal probeweise auf.
Ich bekomme am Nachmittag die Möglichkeit mit einem Einbaum, also einem ausgehöhlten Baumstamm über den Fluss zu fahren. Der Bootsführer Bobo benutzt dazu eine 5 Meter lange Stange, mit der er das Boot nach vorne schiebt. Flussabwärts ist das für ihn noch ganz nett, flussaufwärts muss er ordentlich arbeiten. Weiter flussabwärts gibt es Stromschnellen, die wir in beide Richtungen durchfahren und auch wenn Bobo immer wieder sagt, dass wir nicht umkippen glaube ich das erst, als wir wieder zurück sind. Die Party startet am Abend zuerst nicht und ich verabschiede mich schon von allen Anwesenden, als es dann um 23:00 Uhr so richtig losgeht, brauche ich nicht mal mehr aufzustehen um gefühlt mitten drin zu sein.Read more

Das sieht toll aus. [E.L.]

Mega schön <3 [Lena]






















