Tag 89, 0 Km/13253 Km
November 26, 2024 in Sierra Leone ⋅ ☁️ 27 °C
Glücklicherweise ging die Party in der Nacht statt bis 05:00 Uhr nur bis 01:00 Uhr, sodass ich am Morgen um 06:00 Uhr aufstehen und zur eigentlichen Insel fahren kann. Ich steige aus dem Auto und trete erneut in ein Ameisennest, werde sofort angegriffen und brauche 30 Minuten bis ich die letzte Ameise aus meinem Körper gezogen habe. Gestärkt durch das Ameisengift kann der Tag beginnen!
Wir haben im Dorf ein Motorboot organisiert, welches uns auf die Insel bringen soll. Ein Boot steht tatsächlich auch bereit, allerdings gibt es keinen Motor. Dieser ist 'zufällig' in der Nacht kaputt gegangen, sagt man uns. Muss wohl der starke Bass gewesen sein...So wird also gepaddelt.
Drei Stunden wandern wir über die wunderschöne Insel, dichter Urwald wie aus dem Schulbuch damals in der Grundschule. Wurzeln, die zum Teil Meterhoch aus dem Boden wachsen, Lianen, Affen in den Bäumen. Anschließend wieder zurück ins Speedboot und ran an die Paddel. Die Dorfkinder erwarten uns bereits und erfreuen sich daran, uns beim Frühstück keine Sekunde Ruhe zu gönnen. Nach 2 Stunden konstanter Belagerung ziehe ich mich kurz ins Auto zurück, rufe laut "Bye, bye". Die Kinder verschwinden, tauchen aber sofort wieder auf, wenn ich aus dem Auto komme. Bobo zeigt mir am Nachmittag sein Dorf und seine Farm, er ist zwar nicht der Dorfchef aber einer der Älteren. Seine Führung durch das Dorf ist hochinteressant, im Dorf gibt es keinen Shop, kein fließendes Wasser, kein Strom, kein Internet. Lediglich ein Generator für wichtige Dinge wie Party bis tief in die Nacht steht bei Bedarf bereit. Die 300 Einwohner versorgen sich ausschließlich selbst, alles wird geerntet oder gejagt.
Nach insgesamt 4 Tagen einfachster Dorfatmosphäre ist es für mich an der Zeit wieder etwas anderes zu sehen.
Ich werde vermutlich morgen die letzten Kilometer in Sierra Leone zurücklegen und die Grenze nach Liberia übertreten. Sierra Leone zerreißt mich ein bisschen. Zum Einen gibt es tolle Dinge zu besichtigen, zum Anderen muss man mit lauter Musik, Hundegebell, Hühnern und Ziegen in der Nacht, Kindern, Insekten, Hitze und Luftfeuchtigkeit am Tag dafür einen hohen Preis zahlen. Politische und gesellschaftliche Unsicherheiten sorgen für den Rest. Es gäbe viel Potential für ein touristisches Traumziel, davon ist man allerdings noch Jahrzehnte, vielleicht Jahrhunderte entfernt.Read more

Eine witzige Verpackung für den Gin. [E.L.]





















