Tag 150, 174 Km/19184 Km
26. januar 2025, Nigeria ⋅ ☀️ 34 °C
Die Nacht beginnt so, dass sich gegen 23 Uhr - ich schlafe gerade so noch nicht - jemand ans Auto lehnt. Ich beobachte ihn aus dem Dach und einige Minuten später übergibt er sich direkt neben dem Fahrzeug, verschwindet dann irgendwo in die Dunkelheit. Na vielen Dank auch. Gegen 4 Uhr in der Nacht werde ich wach, ich höre leise Stimmen direkt am Auto und spüre Unruhe. Ich erkenne zwei Männerstimmen, eine Frauenstimme. Die Drei versuchen, die Türen des Autos aufzumachen, schaffen sie aber nicht. Ich bin ziemlich sicher, dass die Drei nicht kapieren, dass ich im Dach liege, also beobachte ich genau was sie machen während ich sie sehe, sie mich aber nicht. An allen Türen wird gerappelt und gezogen, dann gehen sie zum nächsten Auto. Security sehe ich keinen mehr, das Tor steht die ganze Nacht offen. Die drei checken alle Autos und verschwinden dann vom Hof, die Nacht ist für mich gelaufen. Ziemlich müde starten wir zeitig am Morgen, ich will von diesem Ort so schnell wie möglich weg, eine der schlechtesten Schlafstellen der Reise. Ich hätte auf mein Bauchgefühl hören sollen, bei der Ankunft am Nachmittag war mir der Platz schon nicht geheuer.
Über ähnlich viele Checkpoints wie am Vortag geht es weiter nach Osten, bis wir schließlich kurz hinter der Stadt Onitsha den Niger überqueren. Was ein Meilenstein, ich kann es bei der Überquerung der Brücke kaum glauben, dass ich mit dem Auto bis zum Niger gefahren bin. Östlich des Nigers beginnt langsam der 'Middle Belt', einer Region die leider nicht gerade zu den Besten von Nigeria gehört. Nach dem langen Fahrtag von gestern und der schlechten Nacht bin ich froh, dass wir kurz hinter Onitsha ein Kloster finden, auf dessen Gelände wir gut gesichert die Nacht verbringen können. Kirchen und Klöster sind im Middle Belt immer wieder Ziel von Anschlägen, also eigentlich nicht der beste Platz zum Übernachten, dieses Kloster ist jedoch maximal gesichert. Mehrere Wachleute, hohe Mauer, Stacheldraht. Einer der Mönche nimmt uns in Empfang und wiederholt immer wieder, dass wir uns keine Sorgen machen müssen, der Platz wäre eine Festung. Fühlt sich in jedem Fall besser an als das Loch von gestern Abend. Im Schatten der Bäume gelingt es mir schließlich sogar am Nachmittag etwas Schlaf von der letzten Nacht nachzuholen.Læs mere















