Tag 155, 282 Km/19827 Km
31. januar 2025, Nigeria ⋅ ⛅ 37 °C
Die Nacht endet für mich um 5 Uhr, es ist noch mindestens eine Stunde stockdunkel. Wir müssen uns langsam sputen, die Regenzeit rückt näher und auf keinen Fall wollen wir Regen auf der Straße in den Bergen haben. Außerdem muss meine Reisebegleitung Nigeria spätestens in 4 Tagen verlassen. Ich starte Heiner mit dem ersten Sonnenstrahl, er springt an, ich höre aber Luft durch die Dieselpumpe gluckern. So lange er anspringt, werde ich das Geräusch ignorieren, Ersatzteile hätte ich dafür vermutlich sowieso nicht dabei und sollte er noch einmal Startprobleme haben, weiß ich immerhin wo ich suchen muss.
Es geht raus aus dem Nationalpark und irgendwann am Vormittag durch die Stadt Katsina Ala. Wir tanken die Autos randvoll, hier gibt es den letzten guten Diesel für die nächsten 1000 Kilometer. Neben den beiden Reservekanister habe ich zusätzlich noch einen 10 Liter Wasserkanister gekauft, auch dieser ist jetzt voll. Während wir tanken bildet sich eine Menschentraube von rund 50 Personen um uns, alle gucken neugierig was wir hier tun. Es gibt keinen Supermarkt mehr aber immerhin kleine Straßenstände an denen ich Obst, Wasser und Bier finde. Schließlich geht es weiter nach Takum. Die Straße zwischen Katsina Ala und Takum war bis vor einigen Jahren nur mit Polizeieskorte zu befahren, da es hier zu Entführungen gekommen ist, jetzt ist alles friedlich und wir dürfen alleine weiter. Alle Checkpoints sind super freundlich, wir werden fast immer durchgewunken. Kein einziges Mal werden wir nach Geld gefragt. Die Beamten reißen häufig beide Arme in die Luft um uns zu winken. Auf diesem Stück werden die Häuser nach und nach deutlich einfacher, die Dörfer bestehen aus mehreren Rundhütten aus Lehm, gedeckt mit Stroh. Aufgrund der vielen Schlaglöcher zieht sich die Strecke länger als gedacht, das Tagesziel werden wir nicht mehr vor Einbruch der Dunkelheit erreichen, also suchen wir uns ein Hotel kurz hinter Takum, wo wir im Auto übernachten können. Es gibt auch ein Restaurant im Hof des Hotels und nach den vielen Stunden im Auto geht es dort zuerst hin. Die Köchin liegt auf einer Matratze und schläft, wird dann aber geweckt um etwas zu Essen zu kochen. Ich Frage nun also, was es gibt. "Endormi", ihre knappe Antwort. "Was ist das?" "Na Endormi halt. Mit Eiern." "Ja, aber was ist das? Huhn oder Gemüse oder was sonst?" Ihre Antwort: "Food".
Gut, dann also zweimal Endormi mit Eiern. Sie kommt sogar noch einmal zurück und fragt, ob sie das Endormi mit den Eiern mischen soll. Ich weiß ja nicht, was es ist, also besser nicht. Endormi und Eier bitte separat.
Nach einer guten Stunde gibt es........Vorhang auf: Nudeln mit Ei, beides miteinander vermischt. Leider gibt es im Hotel und auch im Restaurant keinen Strom, also gibt es nur warmes Bier - immerhin.
Leider wird sich in den nächsten Tagen im Tagesablauf vermutlich nicht viel ändern. Wir fahren solange weiter an der Grenze zwischen Nigeria und Kamerun entlang bis wir das Bürgerkriegsgebiet in Kamerun umfahren haben. Um nicht zu weit in den Norden und damit in Richtung Boko Haram zu fahren, planen wir den ersten möglichen Grenzübergang bei Banyo zu nehmen und hier Nigeria zu verlassen. Auch wenn die Grenze seit vier Tagen immer sehr nahe war, wird es noch mindestens zwei, vermutlich eher drei Tage dauern, bis wir tatsächlich in Kamerun einreisen.Læs mere





















RejsendeViel Glück