• Tag 159, 114 Km/20369 Km

    February 4, 2025 in Cameroon ⋅ ☀️ 36 °C

    Bevor es am frühen Morgen weitergeht, fülle ich beide Ersatzkanister in den Tank. Die letzte Tankstelle gab es vor vielen hunderten Kilometern und der Verbrauch ist auf der Offroadpiste deutlich höher gewesen, wenn alles gut läuft komme ich mit dem jetzt fast vollen Tank gerade so bis Yaounde, der Hauptstadt Kameruns. Die erste 'richtige' Tankstelle, die dann auch Diesel hat wird es vermutlich erst dort, in mehr als 600 Kilometern geben.
    Die Straße auf dem weiteren Weg in Richtung Süden bleibt schlecht, die Landschaft ist schön, aber sehr eintönig. Staub wechselt sich mit Schlaglöchern und Wellblech ab, die einzige Abwechslung auf diesem Stück. Zum Glück habe ich das Auto gestern nur oberflächlich sauber gemacht, der Staub ist wieder überall. Mittlerweile gibt es links und rechts der Straße dichten Bewuchs, die Pflanzen die direkt an der Straße wachsen sind alle tot. Der Staub legt sich dermaßen auf die Blätter, dass kein Sonnenstrahl mehr zur Pflanze durchdringt und fast alles im Abstand von rund 10 Metern links und rechts der Straße abgestorben ist. Auch wenn die Piste nicht besonders anspruchsvoll ist, hätten Heiner und auch ich nichts gegen Asphalt, aber da müssen wir uns wohl noch einen Tag gedulden. Seit Nigeria stelle ich fest, dass die Leute etwas unfreundlicher geworden sind. Winken wird nicht mehr überall erwidert, auch werden nicht mehr vor Freude über die Touristen beide Arme in die Luft gerissen, es wird eher skeptisch geguckt.
    Auf halber Strecke steht eine Schule direkt an der Straße, die Kinder spielen gerade Fußball auf dem Hof. Wir fragen einen der Lehrer, ob wir die Schule besichtigen dürfen und umringt von Kindern und Lehrern, die gleichermaßen Interesse an uns zeigen, werden wir durch die zwei vorhandenen Räume geführt. Alle wollen fotografiert werden und sind neugierig, wie Schule in Europa funktioniert.
    Schließlich erreichen wir irgendwann nach einem zähen Fahrtag die Stadt Tibati und den Asphalt. Damit ist der schwierige Teil der Strecke bis Südafrika abgeschlossen, bevor der erste Regentropfen fällt. Die letzten 300 Kilometer bei Regen fahren zu müssen, daran hätte ich gar nicht denken wollen. Zumindest bis Brazzaville, der Hauptstadt Kongos soll es nun keine schlechten Straßen mehr geben. Die überstandene Piste feiern wir am Nachmittag. Es gibt eine Autowäsche für Heiner und ein kaltes Bier für mich. Das haben wir beide uns verdient.
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