Tag 160, 455 Km/20834 Km
5 Şubat 2025, Kamerun ⋅ ⛅ 31 °C
Wir fahren kurz nach Sonnenaufgang weiter in Richtung Süden. Ich suche vor Abreise noch eine Tankstelle, es gibt jedoch nur Buschtankstellen und diese haben alle keinen Diesel. Die nächste Tankstelle ist 400 Kilometer entfernt, müsste gerade so reichen. Es ist noch kühl, nachts fällt die Temperatur weiterhin in den einstelligen Bereich und die Straßen sind fast komplett menschenleer. Mit dem Licht, der kühlen Luft und der guten Straße ist es ein wunderbares Gefühl durch Afrika zu fahren. Die Straße in Richtung Yaoundé, der Hauptstadt Kameruns, ist erst letztes Jahr fertig geworden und somit brandneu, welch ein Kontrast zu den letzten Tagen. Die Straße ist ein Genuss zu fahren, kein Schlagloch, keine Kontrollen, links und rechts dichter Urwald mit dicken Bäumen, die meterhoch in den Himmel wachsen. Für mich persönlich der bislang mit Abstand schönste Teil zwischen Düsseldorf und Kapstadt. Die kleinen Dörfer links und rechts neben der Straße sind noch ein stückweit ärmlicher als zuvor, oft nur aus Palmenblättern oder Stroh gebaut. Ich frage mich, wie man zur Regenzeit in diesen Hütten wohl leben kann. Immer wieder sehen wir LKW mit dicken Holzstämmen auf der Straße, oft sind die Stämme mit chinesischen Schriftzeichen markiert. Nach vielen Stunden im Auto erreichen wir die Stadt mit dem wunderschönen Namen Nachtigall und einen weiteren Meilenstein der Reise, wir überqueren den mächtigen Sangha-Fluss, der Kamerun in Nord und Süd aufteilt.
Mit den letzten Tropfen Diesel erreiche ich nach mehr als 4 kompletten Fahrtagen die erste Tankstelle kurz vor Yaoundé, die glücklicherweise auch Diesel hat. Der Tankwart fragt mich, ob ich ihm ein Bier geben könnte. Er bekommt eine Cola aus dem Kühlschrank - kein Alkohol am Arbeitsplatz.
Wir erreichen Yaoundé am späten Nachmittag, es wird voll und hektisch, kilometerlange Staus schon vor der Stadt. Um uns das größte Chaos für morgen aufzubewahren, fahren wir vor dem Zentrum von der Hauptstraße ab und zu einer Kirche, wo wir die Nacht im Auto verbringen können. Ich glaube ich war in Afrika in mehr Kirchen als in meinem gesamten Leben zuvor, Kirchen sind hier oft gute Übernachtungsplätze, häufig umzäunt und bewacht - so auch hier. Der Oberpriester empfängt uns, ins Bett haben wir um 20:30 zu gehen. Falls wir das nicht möchten, können wir gerne vor dem Tor parken. Hier herrscht noch Ordnung!
Kaum steht das Auto, höre ich Donner in der Ferne. Kurze Zeit später ist sie dann da, als hätte sie darauf gewartet, dass wir über die Staubpiste hinweg sind: die Regenzeit. Ich kann es kaum glauben, aber es schüttet. Der erste Regen seit genau 118 Tagen. Auch wenn dies erst die Anfänge der Regenzeit sind und es noch nicht jeden Tag 24 Stunden lang Dauerregen geben wird, wird der Regen in den kommenden Wochen für eine vollkommen andere Reise sorgen.Okumaya devam et






















