• Tag 168, 189 Km/22011 Km

    13 februari 2025, Kamerun ⋅ ⛅ 32 °C

    Es geht weiter in Richtung Republik Kongo. Die gut ausgebaute Teerstraße wird zunehmend einsamer, es sind mittlerweile kaum noch Fahrzeuge unterwegs. Es wird schnell immer grüner, der Urwald geht auch hier bis unmittelbar an die Straße heran. Zwischendrin gibt es immer mal wieder einfachste Behausungen aus Holz und Lehm, hin und wieder leuchtet eine Energiesparlampe am Hauseingang. Ab und an gibt es einen Checkpoint, alle bleiben korrekt. Davon abgesehen gibt es nichts außer der Straße und dem Wald. In den einzelnen Dörfern auf dem Weg gibt es manchmal eine Kirche am Straßenrand, die Kirchen sind im Gegensatz zu den Häusern fast immer in gutem Zustand. An der Straße verkaufen die Einheimischen stellenweise gejagtes Buschfleisch von irgendwelchen Tieren die sie gerade erlegt haben. Die Entwaldung und die illegale Jagt setzen auch hier der Natur ziemlich zu. Trotzdem ist die Strecke traumhaft zu fahren, die Nord-Süd Tangente durch Kamerun bleibt für mich auch in diesem Abschnitt die bislang schönste Strecke Afrikas.
    Die Republik Kongo ist mehr als eine Tagesreise entfernt, also suche ich mir rund 200 Kilometer vor der Grenze am Nachmittag einen Übernachtungsplatz. Von der kaum befahrenen Straße zweigt ein kleiner Pfad auf eine große Lichtung ab. Ich fahre hinein und finde einen traumhaften Stellplatz direkt am dichten Regenwald. Rund 300 Meter weiter den Pfad entlang steht ein einzelnes Haus, ich steige aus dem Auto und gehe zu Fuß dorthin. Ein älterer Mann sitzt oben ohne auf der einfachen Veranda, ich grüße ihn freundlich und er mich freundlich zurück. Ich frage ihn, ob er etwas dagegen hat, dass ich auf der Lichtung übernachte. Er hat nichts dagegen, zeigt mir sogar noch die beste Ecke und geht dann zurück auf seine Veranda. Die Geräusche des Waldes, der Insekten, der Vögel ist unbeschreiblich. Leider enthüllt der Platz schon nach kurzer Zeit auch seinen Nachteil: der Platz ist voll von Schwarzfliegen, die beißen und sich durch so gut wie nichts vertreiben lassen.
    So wird dies vermutlich meine letzte Nacht in Kamerun sein. Es besteht das Risiko, morgen nicht in die Republik Kongo einreisen zu dürfen, das Visum ist erst ab dem 01.03. gültig. Ich versuche dennoch morgen die Grenze zu überqueren und hoffe nicht, die über 500 Kilometer zurück nach Yaoundé fahren und dort zwei Wochen Zeit absitzen zu müssen.
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