• Tag 175, 0 Km/22562 Km

    20. februar 2025, Den Centralafrikanske Republik ⋅ ☁️ 34 °C

    Die Nacht ist super kurz, die Baaka holen nach Einbruch der Dunkelheit die Trommeln raus und singen bis rund 2 Uhr in der Nacht. Um 4 Uhr ist schon wieder so viel Unruhe im Camp, dass die Nacht also auch für mich vorbei ist. Viel Schlaf gab es für mich im letzten halben Jahr nicht unbedingt.
    Als ich aufstehe, sehe ich einzelne Personen, die vom Krach noch nicht aufgeweckt wurden nur in einem Tuch eingewickelt auf dem harten Steinboden schlafen. Für mich war schon die dünne Isomatte zu wenig - alles eine Frage der Gewöhnung.
    Es fängt am Morgen an zu regnen, was die Organisation rund um den Abbau des Zeltes erschwert. Plötzlich fängt es an zu stürmen, lose Äste fallen auf die Lichtung und ich weiß eigentlich schon, was jetzt kommen wird: 3 Minuten später schüttet es. Einige der Baaka packen ihr Zeug zusammen und wollen die zwei Stunden mit ins nächste Dorf gefahren werden, man möchte die Chance nutzen, dass mal ein Auto anwesend ist. Während es also schüttet machen wir uns zu Fuß auf bis zur nächsten Piste, wo der Fahrer auf uns wartet. Wie gut, dass ich jegliche Regenbekleidung in der Lodge hab liegen lassen, die Baaka haben allerdings auch keine, also was solls, werden wir halt alle nass.
    Die Ladefläche des Toyotas voll mit Baakas fahren wir zurück zur Lodge, auf der Rückbank sitzen fünf weitere Personen, fehlt eigentlich nur noch, dass mir ein Baby auf den Schoß gesetzt wird. Im Innenraum sind alle komplett durchnässt und der Geruch ist entsprechend, sicherlich trage auch ich einen Teil dazu bei.
    Durch den Sturm sind mal größere, mal kleinere Bäume aus dem Weg zu räumen, ist der Baum dicker als mein Unterarm, springen alle von der Ladefläche und jeder hackt mit seiner Machete irgendwo auf dem Holz herum, bis der Baum kurze Zeit später kein Hindernis mehr darstellt.
    Als die erste Hütte irgendwann auftaucht, springen alle vom und aus dem Auto, hier möchte man scheinbar hin. Es wird gekichert, gewunken und gelächelt als wir uns verabschieden. Ich bin mir sicher, dass solche Völker bald nicht mehr existieren und das auch hier bald ein technologischer Fortschritt einsetzt. Es wird sicherlich nicht mehr lange dauern, dann gibt es hier Taschenlampen, Solarpanel und Handyempfang.
    Ich nutze den freien Mittag für die Organisation der nächsten Wochen und fahre schließlich am Nachmittag mit Leonce und einer kleinen Piroge zur lokalen Weinplantage. Jeder Einwohner der kleinen Stadt hat hier das Recht, eine der Palmen zu bewirtschaften und seinen eigenen Wein herzustellen. Der Palmensaft fermentiert automatisch zu Wein, nachdem er aus der Palme in eines der Kanister gelaufen ist. Der Wein schmeckt süßlich, ein bisschen wie Eiswein bei uns.
    In den Palmen gibt es neben dem Wein auch Raupen, die von den Einheimischen gesammelt und gegessen werden. Die Raupen sind riesig, zwei davon passen gerade so in meine Hand.
    Wir paddeln zurück und nach der Palmenweinverkostung verkoste ich am Abend noch eines der lokalen Biere, die es in der Bar der Lodge gibt.
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