Tag 179, 261 Km/22823 Km
24. februar 2025, Congo ⋅ ⛅ 34 °C
Es geht wieder auf die Straßen der Republik Kongo. In Ouesso versuche ich noch einmal alles aufzufüllen. Zuerst geht es in den Supermarkt aber es gibt fast ausschließlich Produkte aus Plastik, ein paar wenige Dosen mit Lebensmitteln, kein Obst, kein Gemüse und keine Kühlung. Ich fahre weiter zur einzigen Bank in der Stadt, möchte Geld abheben doch bei der Auszahlung kommt eine Fehlermeldung. Die 300€ werden trotzdem abgebucht. Dann weiter zu den beiden Tankstellen in der Stadt, beide haben keinen Diesel. Fängt ja schon gut an. Ich verlasse Ouesso, werde kurz darauf von der Polizei angehalten und der Polizist ist der Meinung, die Person auf dem Foto im Pass wäre nicht ich. Es gibt eine lange Diskussion, ich zeige ihm alles an Dokumenten was ich habe aber er ist trotzdem der Meinung, der Pass würde jemand anderem gehören. Ich gebe irgendwann auf und zucke nur noch mit den Schultern und antworte mit 'doch' bei jedem Mal wo er wiederholt, dass das nicht mein Pass ist. Irgendwann gibt er dann auch auf und lässt mich fahren. Nach Geld fragt er nicht (was ich schon die ganze Zeit erwartet habe), was ein komischer Checkpoint.
Es geht weiter durch den dichten Regenwald, auch heute begleiten mich zehntausende Schmetterlinge. Es gibt über Stunden keinen Empfang und keine anderen Fahrzeuge auf der Straße. Die Straße führt durch den riesigen Odzala Nationalpark, anschließend ändert sich die Umgebung. Dichter Wald wird zu bewaldeter Steppe, überall riesige Wiesen voll mit sattem grünen Gras.
Ich erreiche die Stadt Makoua am Nachmittag. Durch Makoua verläuft der Äquator, was durch ein für Afrika beeindruckendes Monument gekennzeichnet ist. Was ein Meilenstein, mit dem Auto bis zum Äquator gefahren zu sein. Es gibt tatsächlich eine Straße, die von meiner Wohnung in Düsseldorf bis hierher zum Äquator geht.
Ich muss zugeben, dass es für mich ein emotionaler Moment ist, auf der Südhalbkugel angekommen zu sein.
Ab heute habe ich dann die Sonne im Rücken und nicht mehr den ganzen Tag voll auf der Windschutzscheibe.
Es gibt eine Tankstelle in Makoua, auch hier gibt es keinen Diesel. Vielleicht in drei Tagen, nächste Woche oder irgendwann, sagt der Tankwart. Nichtmal auf dem Schwarzmarkt gibt es Diesel, nur Benzin. Ich bin mittlerweile 600 Kilometer in der Republik Kongo gefahren und keine einzige Tankstelle hatte Diesel, das ganze Land scheint trocken. Mit dem Diesel im Tank und in den Kanistern komme ich noch rund 700 Kilometer, die Grenze nach Angola ist über 1000 Kilometer entfernt. Ich muss also in den nächsten Tagen irgendwo Diesel finden.
Ich bleibe die Nacht in Makoua, es gibt ein kleines schäbiges Hotel in der Stadt, ich schlafe im Auto. Nebenan gibt es ein Restaurant, es gibt keine Speisekarte also frage ich die Kellnerin was es zu Essen gibt. "Huhn?" "Ist aus." "Fisch" "Erst heute Abend, muss noch gefangen werden." "Gut, was gibt es dann?" "Wir haben noch einen Affen in der Tiefkühltruhe" Um den Handel mit illegal gejagtem Buschfleisch nicht zu unterstützen, bestelle ich etwas vegetarisches. Sie kann ein Omelette mit Erbsen machen. Damit es nicht zu langweilig schmeckt, schneidet sie schnell noch eine Wurst ins vegetarische Mittagessen. Ich frage, aus was für Fleisch die Wurst denn ist? "Aus Fleisch halt" lautet die Antwort. "Rindfleisch?" "Ja, Rindfleisch". Später kommt die Kellnerin noch einmal zurück, ist doch kein Rindfleisch, sondern Huhn. Schmeckt aber nicht wie Huhn.
Immerhin war die Wurst nicht einst ein Affe... hoffentlich.Læs mere











Rejsende
Unglaublich! Glückwunsch... Die Emotionen kommen sogar beim Lesen Deiner Reise an! Alles Gute für die Südhalbkugel!