Tag 201, 420 Km/26257 Km
18 Mac 2025, Angola ⋅ ⛅ 26 °C
Wir verlassen die Pedras Negras um auf einer löchrigen und total kaputten Asphaltstraße weiter in den Süden zu fahren. Die Landschaft ändert sich drastisch. Langgezogene, grasbewachsene Hügel mit vielen Baobab-Bäumen die die Straße säumen. Wir machen Halt in einer der wenigen Städte auf dem Weg, essen für 3€ einen Hamburger mit Ei, Fleisch und einer Tonne Mayonnaise, bevor wir der Traumstraße weiter folgen. Kurz nach der Mittagspause geschieht es dann. Ich fahre durch eine der vielen Kurven der gewundenen Straße, als mir ein entgegenkommendes Fahrzeug mit Handzeichen und Lichthupe zu erkennen gibt, dass ich mich rechts auf meiner Fahrbahn halten soll. Ich rechne damit, dass ein breiter LKW oder eine Engstelle folgt, doch so ist es nicht... Ein paar hundert Meter weiter liegen zwei Menschen auf der Straße. Die Blutsspur zieht sich über die gesamte Fahrbahn und anhand der Position der beiden weiß ich sofort, dass beide tot sind. Die Straße ist stark befahren und es ist hier genauso wie an dem Tag in Nigeria, an dem die Leiche auf der Straße lag: niemand hält an. Jan hat mir im Kongo den Rat gegeben, wenn jemand auf der Straße liegt, vollkommen egal ob er Hilfe braucht oder nicht, halte niemals an. In Afrika gilt die Regel, dass derjenige der Hilft in der Regel schuldig ist. Also bleibt mir nun zum zweiten Mal nichts anderes übrig als auch hier einfach weiter zu fahren.
Auch wenn die Straßen Afrikas zum Teil hart und gefährlich sind, es unzählige gefährliche Situationen mit kaputten oder zu schnell fahrenden Fahrzeugen gibt, man ständig präsent sein muss, sind die Straßen trotz der Risiken oft dennoch traumhaft zu fahren, so auch im weiteren Teil. Bäume weichen weiten grünen Ebenen, Felsen tauchen auf, die dann zu Bergen werden, anschließend wechselt die Umgebung in einen dichten Regenwald, immer wieder gibt es Lehmdörfer an der Straße, jede Kurve bietet neue Fotomotive. Die Natur Angolas ist ein absolutes Highlight der bisherigen Reise.
Wir kommen am späten Nachmittag an einer alten Kaffeeplantage an, bleiben hier für die Nacht. Der Stellplatz ist nichts besonderes und wirkt auf mich wie ein Relikt aus Vorkriegszeiten, alles irgendwie chic und schäbig zugleich.
Dies wird die letzte kühle Nacht im Hochland Angolas sein, bevor es zurück an die Küste geht.Baca lagi




















