• Tag 209, 0 Km/27341 Km

    26 Mac 2025, Angola ⋅ ☁️ 27 °C

    Am späten Abend frage ich in der Beach-Bar, ob es die Möglichkeit gibt irgendwo Wäsche zu waschen. In Luanda war ich leider nicht erfolgreich. "No Problem", es gibt sogar eine Waschmaschine. Ich soll schonmal alles an Wäsche zusammensammeln und dann ganz einfach am nächsten Morgen abgeben. So gehe ich also mit dem Wäschesack am nächsten Morgen wieder in die Beach-Bar. "Waschen? Nein das geht nicht. Es gibt keine Waschmaschine und auch niemanden, der Zeit hätte um von Hand zu waschen." Eigentlich wundert mich das mittlerweile nicht mehr. Nach knappen 8 Monaten in Afrika weiß ich mittlerweile immerhin wie man Wäsche von Hand so sauber bekommt, als käme sie direkt aus der Maschine, also muss ich wieder einmal selbst ran. In einem benachbarten Hinterhof gibt es einen Wasserhahn und eine Waschwanne und während ich die Wäsche von Hand bearbeite schlachtet einer der Anwohner 3 Meter nebenan eine Gans, die er dann über einem Eimer ausnimmt und rupft. Wir begrüßen uns gegenseitig, dann geht jeder seiner Tagesaufgabe nach.
    Während die Wäsche im heißen Wind trocknet geht es für mich ins Meer, der Strand ist echt einladend, das Meer ziemlich seicht, kaum Wellen.
    Leider muss ich den Vormittag dazu nutzen, das Visum für Namibia zu organisieren. Ab dem 01.04. gibt es für Deutsche eine Visumspflicht, ich schaffe es erst am 05.04. einzureisen. Es gibt zwei Möglichkeiten zur Einreise, entweder man lädt tausend Dokumente in ein Portal und bekommt ein elektronisches Visum oder man fährt einfach zur Grenze und sagt: "Hallo hier bin ich". Es ist schon ein Risiko ohne E-Visum zur Grenze zu fahren, ich rechne nicht damit, dass man 4 Tage nach Einführung des Visums an der Grenze schon mit den neuen Umständen klarkommt. Ich lasse es trotzdem drauf ankommen und versuche es ohne das E-Visum.
    Wir starten schließlich am Nachmittag zu zweit zu Fuß über die Landzunge von Lobito, der 'Restinga'. Während ich am Auto am ganzen Vormittag 'nur' einmal angebettelt werde, hat es der Nachmittag in sich. Die 3 Kilometer bis zum Endpunkt der Landzunge begleiten uns immer wieder Bettler oder Gruppen von jungen Männern, die auf der Straße herumliegen und aufspringen und irgendetwas rufen, zu uns kommen, nebenher laufen. Bettelnde Kinder lassen oft über viele hundert Meter nicht locker. 'Dinheiro' und 'Amigo' sind die beiden portugiesischen Vokabeln die ich heute am meisten höre, manchmal in Dauerschleife. Angola ist bisher das Land der Reise, in dem am meisten und auch am aggressivsten gebettelt wird.
    Wir erreichen irgendwann das Ende der Landzunge, hier betreibt eine der Einwohnerinnen eine kleine Bar. Die Flasche Bier kostet 35 Cent, ist eiskalt und schmeckt nach einer Stunde in der Sonne am Nachmittag echt gut.
    Auch wenn es schön ist, zwei Tage direkt auf dem Strand zu parken und auch zu schlafen, hat Lobito nicht viel mehr zu bieten. Somit geht es für mich morgen bereits weiter und raus aus der Stadt.
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