Tag 211, 415 Km/27829 Km
28 Mac 2025, Angola ⋅ ⛅ 25 °C
Ich starte früh, verlasse das Fischerdörfchen und weiß schon am frühen Morgen, was mir an diesem Tag bevorsteht. Es wird jetzt einsam, richtig einsam. Die ersten hundert Kilometer gibt es immer mal wieder ein Fahrzeug, welches mir auf der guten Teerstraße entgegenkommt, auch sehe ich ab und an mal kleine Dörfer. Dies ist irgendwann vorbei. Auch endet die Straße, wird zu einer schlechten Wellblechpiste. Die Straße ist fahrtechnisch nicht anspruchsvoll, ist dafür aber kilometerlang richtig übel. Sobald ich schneller als 15 km/h fahre denke ich, das Auto bricht auseinander. Ich kann mich nur an eine Straße in Mauretanien erinnern, die noch schlechter war. Die Gegend ist super dünn besiedelt, ich sehe sporadisch einzelne Viehherden die von Hirten im Lendenschurz getrieben werden. Die Region ist total authentisch, über hunderte Kilometer kein Empfang, null Tourismus, kein gemauertes Gebäude.
Plötzlich endet die Wellblechpiste, wird schlagartig zu einem nagelneuen Highway mitten im Nirgendwo. Es macht den Eindruck, als hätte man von Norden und von Süden zeitgleich angefangen die Straße zu bauen und in der Mitte plötzlich kein Baumaterial mehr gehabt. Die Landschaft ändert sich, wird zunächst zu einer Steinwüste, anschließend wird die Steinwüste zu Sand. Immer wieder gibt es Berge links und rechts der Straße, wenn das Meer zu sehen ist, bricht die Küste dort steil ab. Die ganze Region erinnert mich stark an die Westsahara, wunderschön karges, eintöniges und menschenleeres Land. Hätte Heiner hier den Gedanken nicht mehr weiter zu wollen, wäre das sicherlich richtig schlecht, ich bin mir ziemlich sicher Sicher dass hier tagelang keine Unterstützung zu erwarten wäre. Sicherheitshalber, da ich auch heute alleine fahre, habe ich meine Route mit Patrick, einem deutschen Auswanderer in der Stadt Namibe geteilt, die ich am Nachmittag erreiche. Patrick hat letztes Jahr eine altes Gebäude ein Stück außerhalb von Namibe gemietet, ich kann bei ihm im Hof übernachten.
Ich habe Heiner kaum abgestellt, baue gerade auf, als ich es aus dem Fahrzeug poltern höre. Ein Affe ist hineingeklettert, macht sich gerade über die Lebensmittel her. Reflexartig brülle ich ihn an, ebenfalls reflexartig schnappt er sich das erste was er in die Finger bekommt, die Knoblauchknolle die es vom Aldi in Düsseldorf bis hierher geschafft hat ohne schlecht zu werden. Gerne hätte ich mit dem Knoblauch zum Abschluss in Kapstadt etwas zu Essen gekocht, doch daraus wird nichts. Auf dem Baum sitzend schält der Affe die ganze Knolle und isst jede einzelne Zehe. Da wird jemand heute Nacht Durst haben, geschieht ihm Recht, dem Knoblauchdieb!Baca lagi























Eine sehr interessante Strecke, sehr abwechslungsreich. Die Menschen leben dort in sehr einfachen Behausungen. Unvorstellbar. [E.L.]