Tag 212, 110 Km/27939 Km
March 29, 2025 in Angola ⋅ ☀️ 29 °C
Ich verlasse das Anwesen von Patrick bereits am Morgen wieder, plane aber gleichzeitig hier in ein paar Tagen noch einmal zurück zu kommen. Ich drehe eine Runde durch die Stadt Namibe, trotz der relativ vielen Einwohner fühlt sich die Stadt verlassen, fast schon gespenstisch an. Wäre die Erde eine Scheibe, dann wäre Namibe die letzte Stadt bevor man am Ortsausgang die Kante herunterfällt. Viele Gebäude sind verfallen, werden aber gleichzeitig noch genutzt. Rund um Namibe fängt die Wüste an sich die Ruinen langsam zurückzuholen.
Es gibt einen großen Supermarkt im Stadtzentrum, ich fülle alles an Vorräten auf was geht, insbesondere Wasser. Auch der Tank ist randvoll.
Bevor ich Namibe verlasse, brauche ich Bargeld. Wie üblich sind an allen Geldautomaten lange Schlangen von rund 50 Personen. Ich bekomme den Tipp zu einer bestimmten Straßenkreuzung zu fahren, an der 5 Männer im Schatten sitzen. Ich öffne die Scheibe und mache mit den Finger in deren Richtung das Zeichen für Geld, die 5 kommen zu meinem Auto und bieten mir Bargeld zum Tausch an. Der Kurs ist deutlich besser als der Wechselkurs an den Geldautomaten, der Schwarzmarkt sorgt wohl dafür, dass reiche Angolaner ihr Geld in ausländische Devisen investieren können statt ihr Bargeld dem Verfall der eigenen Währung zu überlassen.
Dann verlasse ich Namibe, fahre südlich in den Iona Nationalpark, eine Mischung aus Sand- und Steinwüste mit Canyons und Bergen.
Ich verlasse kurz vor dem Eingang des Nationalparks die Teerstraße und biege auf ein trockenes Flussbett ab. Der Piste folge ich für zwei Stunden bis ans Meer. Tiefsand und Wellblech wechseln sich ab, die Strecke gehört zu den anspruchsvolleren der Reise.
Die Piste führt nah am Canyon vorbei, links und rechts wachsen die ersten Welwitschia-Pflanzen, eine Art Kaktus der bis zu 3000 Jahre alt wird. Der Canyon wird schließlich bunt. Rot, braun und gelb wechseln sich schichtweise ab, links und rechts der Straße ragen die bunten Felsen steil nach oben. Was ein einmaliger Ort! Ein weiteres Top-Highlight dieses ohnehin schon wunderschönen Landes.
Schließlich erreiche ich das Tagesziel, die Flamingo Lodge. Um noch weiter in den Nationalpark fahren zu können, schließe ich mich hier einer kleinen Gruppe von Fahrzeugen an, die morgen um 4:00 Uhr gemeinsam zur 'Baia dos Tigres' im Nationalpark aufbrechen wird.
Die 200 Kilometer verlaufen auf einer schmalen Sandpiste, welche durch das Meer auf der einen und meterhohe Sanddünen auf der anderen Seite eingerahmt ist. Die Piste ist nur bei Ebbe befahrbar, der schmale Streifen zwischen Dünen und Meer steht bei Flut meterhoch unter Wasser. Das Internet ist voll von Bildern, auf denen Fahrzeuge auf diesem Stück verloren gegangen sind. Damit Heiner nicht so endet, vertraue ich morgen auf die Einschätzung eines erfahrenen Tourenführers bis zur Bucht und zurück.Read more





















TravelerWow. Der Canyon ist grandios. Eine wunderschöne Landschaft. Er erinnert mich an die Gobi und auch an Landschaften in Argentinien. Das wird morgen bestimmt eine tolle Tour. Viel Spaß!