• Tag 320, 377 Km/47507 Km

    July 15, 2025 in South Africa ⋅ ☀️ 13 °C

    Es geht wieder zurück an die Küste. Um in den Tsitsikamma Nationalpark zu kommen habe ich zwei Optionen. Entweder ich nehme die kürzere und langweilige Strecke über Port Elizabeth, oder ich fahre eine einsame und ungeteerte Passstraße. Ich entscheide mich für den Pass. Zunächst geht es für mehr als 100 Kilometer wie mit dem Lineal gezogen geradeaus. Immer wieder stehen Aloe-Vera Bäume und Kakteen am Straßenrand, die Pflanzen wachsen so weit man schauen kann die Hügel hinauf. Die Sonne scheint und es ist eisig kalt, knapp über 0 Grad Celsius, auch noch mittags. Die Wetterlage sorgt dafür, dass die Wolken in den Tälern so tief hängen, dass man fast hindurchfahren kann.
    Dann kommt die Passtrasse, die sich von 1000 Metern Höhe bis zum Meeresspiegel herabwindet. Eine Kurve nach der Nächsten zieht sich durch den dichten Nadelwald. Macht man die Augen zu, könnte man meinen, man sei in Österreich oder in Bayern, kurz darauf würde man dann aber auch von der Straße abkommen und mehrere hundert Meter tief nach unten fallen, es gibt keine Leitplanke. Die Straße ist ziemlich schmal, zum Glück gibt es fast keinen Gegenverkehr und wenn doch, ist es immer sehr spannend nur wenige Zentimeter von der Kanten entfernt entlang zu fahren.
    Ich erreiche die Küste und später auch den Nationalpark. Es gibt einen Campingplatz direkt am Meer, keine 5 Meter von den hohen Wellen entfernt, die hier auf die rauhe Küste treffen. Das wird eine super ruhige Nacht, die Wellen schlucken jedes Geräusch. Zur Hauptsaison sicherlich ein unglaublich voller Platz, es gibt immerhin fast 250 Stellplätze. Jetzt mitten im Winter bin ich glücklicherweise fast alleine. Zwei Nächte werde ich bleiben und morgen eine der beiden Routen zu Fuß durch den Nationalpark nehmen.
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