• Tag 321, 0 Km/47507 Km

    July 16, 2025 in South Africa ⋅ ☀️ 17 °C

    Ich bin mal wieder vor Sonnenaufgang wach, sitze ein wenig vor dem Auto. Es ist eisig, das Meer ist so unruhig, dass die umherwirbelnde Brandung die Temperatur nochmal um ein paar Grad nach unten zieht. Die Wellen sind locker 10 Meter hoch, treffen sie auf die Küste spritzt das Wasser so hoch wie ein Mehrfamilienhaus. Kurz nach Sonnenaufgang zieht eine Gruppe Delfine an der Küste vorbei. Immer wieder sehe ich die Rückenflossen auf- und abtauchen. Dann plötzlich, springt ein Wal nach oben, landet heftig wieder im Wasser. Leider bin ich zu langsam, um ihn zu fotografieren, sehe aber noch lange seinem Atem, der immer wieder meterhoch ausgestoßen wird.
    Nachdem die Hände irgendwann nicht mehr an Kaffeetasse und Armlehne festgefroren sind, geht es zu Fuß zum Tsitsikamma-Wasserfall. Die Strecke ist ziemlich anspruchsvoll, mehr als die Hälfte des Weges muss über die rauhen Klippen direkt an der Küste zurückgelegt werden. Es ist super rutschig und ich habe immer wieder Angst zu stürzen, also muss ich oft auf allen Vieren laufen. Noch mehr Angst habe ich jedoch, dass mich eine der hohen Wellen von den Steinen spült, die den Küstenstreifen komplett in weißer Gischt hinterlassen. Ich erreiche nach fast zwei Stunden den Wasserfall, ohne zu stürzen und ohne weggespült zu werden. Das Wasser läuft die lila gefärbten Steine runter, in ein tiefschwarzes Becken und von dort in die meterhohen, weißen Wellen. Unglaublich, was man hier geboten bekommt! Der Rückweg ist nach langer Pause der Gleiche wie der Hinweg, nur mit mehr innerlichem Gejammer. Als ich zurück bin, bin ich von dem langen Klettern über die Steine total k.o..
    Eigentlich wollte ich morgen weiterfahren, aber die Küste ist zu schön, um hier nur einen Tag zu bleiben. Also entscheide ich mich am Abend noch dazu, einen weiteren Tag im Nationalpark dranzuhängen.
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