Manaus
14 Dis–23 Jan 2025, Brazil ⋅ ⛅ 32 °C
Manaus ist für uns beide eine ganz besondere Station. Für Vívian bedeutet es die Rückkehr in ihre Heimatstadt nach fast zwei Jahren des Reisens und für mich ist es das erste Mal, dass ich ihre Familie kennenlerne. Wir werden herzlich empfangen und mit hausgemachtem, köstlichem Essen verwöhnt.
Schon bald habe ich die Gelegenheit, mehr von ihren Verwandten und auch Freunden kennenzulernen. Da die meisten von ihnen nur Portugiesisch sprechen, fällt mir die Verständigung anfangs noch schwer. Doch mit der Zeit verbessere ich meine Sprachkenntnisse erheblich und kann nach einigen Wochen bereits flüssige Gespräche führen.
Wir unternehmen häufig Ausflüge ins etwa eine Busstunde entfernte Stadtzentrum, auch um die schöne Weihnachtsdekoration auf dem zentralen Platz Largo de São Sebastião zu bewundern. Ein weiteres Highlight ist das hier gelegene Teatro Amazonas, das wir besuchen, um uns ein tolles Weihnachtsmusical anzusehen, das überraschenderweise sogar kostenfrei ist.
Das Weihnachtsfest verbringen wir ruhig und beschaulich im kleinen Kreis. Es gibt traditionelle, selbstgemachte Weihnachtsgerichte und gemeinsam bestaunen wir das Mitternachtsfeuerwerk, das den Abend krönt.
Der Silvesterabend stellt für mich ein weiteres neues Erlebnis dar. Zu vorgerückter Stunde besuchen wir Freunde von Vivians Eltern und das Essen wird erst gegen 23 Uhr serviert. Es folgt ein wahres Festmahl, das vom Feuerwerk zum Jahreswechsel unterbrochen wird. Nach Mitternacht genießen wir eine Auswahl an leckeren Desserts, die das Fest wunderbar abrunden.
Gemeinsam mit Freunden von Vívian unternehmen wir Ausflüge in verschiedene Teile der Stadt. Unter anderem ins noble Viertel Ponta Negra, das sogar über einen Sandstrand am Rio Negro verfügt.
Ein weiteres Highlight ist unser Besuch des botanischen Gartens MUSA. Dieser liegt am Stadtrand und damit am Übergang zum Regenwald. Hier haben wir die Möglichkeit, viel über die Flora und Fauna des Amazonas zu erfahren. Es ist faszinierend, einheimische Fischarten, Schlangen und Spinnen aus nächster Nähe zu sehen.
Ein weiteres bemerkenswertes Erlebnis bietet uns der Besuch im Forschungsinstitut INPA, das sich auf die Tiere des Amazonas spezialisiert hat. Dort begegnen wir Manatis, Riesenottern und Kaimanen. Ich habe sogar die Gelegenheit, eine Vogelspinne auf der Hand zu halten, was für mich eine eindrucksvolle Erfahrung ist.
Die Zeit in Manaus wird für mich auch zu einer kulinarischen Entdeckungsreise. Vívian und ihre Eltern bringen mir die regionale Küche näher und ich probiere zahlreiche Spezialitäten. Ein besonderes Highlight ist das sonntägliche Fischessen, bei dem entweder Tambaqui oder Jaraqui serviert wird. Die Fische werden entweder gebraten, über Holzkohle gegrillt oder als Eintopf zubereitet und schmecken allesamt hervorragend. Dazu entdecke ich exotische Früchte wie Tucumã und Cupuacu, die mir schnell ans Herz wachsen und die ich immer wieder gern genieße.
Am letzten Wochenende vor meiner Abreise unternehmen wir zu viert einen tollen Tagesausflug ins etwa zwei Autostunden entfernte Presidente Figueiredo. Die Region ist bekannt für ihre zahlreichen Wasserfälle und Flüsse, von denen wir zwei verschiedene besuchen. Außerdem können wir einige große Höhlen entdecken. Der Tag ist entspannt und besonders das Bad im angenehm kühlen Wasser und die Massage des herabprasselnden Wasserfalls sind eindrucksvolle Erlebnisse.
Der Abschied nach sechs sehr schönen Wochen fällt uns allen schwer, denn die Zeit mit Vivians Familie war außergewöhnlich und voller unvergesslicher Momente. Wir haben viel miteinander erlebt, gelacht und uns gegenseitig ins Herz geschlossen. Die herzliche Gastfreundschaft ihrer Familie, die kulinarischen Entdeckungen und die gemeinsamen Ausflüge haben diesen Aufenthalt zu etwas ganz Besonderem gemacht. Ich bin unglaublich dankbar für die Erfahrungen und die Menschen, die ich in dieser Zeit kennenlernen durfte.Baca lagi


















