• Palenque

    12–14 Mac 2025, Mexico ⋅ ☀️ 32 °C

    Am 500. Tag meiner Reise durch Lateinamerika geht es für mich wieder alleine weiter. Nachdem ich mit einem Nachtbus die Halbinsel Yucatán verlassen habe, erreiche ich Palenque, eine kleine Stadt am Rand des dichten Regenwaldes im Bundesstaat Chiapas.

    Mein eigentliches Ziel liegt jedoch ein paar Kilometer außerhalb: die archäologische Zone von Palenque, eine der faszinierendsten Maya-Stätten Mexikos.
    Die Ruinenstadt, deren Blütezeit zwischen 600 und 800 n. Chr. lag, beeindruckt nicht nur durch ihre Architektur, sondern auch durch ihre Lage. Umgeben von dichtem, sattgrünem Dschungel, tauchen die majestätischen Bauten zwischen riesigen Ceiba- und Mahagonibäumen auf, während im Hintergrund das tiefe Grollen der Brüllaffen durch die feuchte Luft hallt. Besonders imposant ist der Templo de las Inscripciones, ein pyramidenförmiges Bauwerk, in dem das Grab des mächtigen Herrschers Pakal entdeckt wurde. Seine kunstvoll verzierte Grabplatte zählt zu den bedeutendsten Fundstücken der Maya-Welt.
    Ein weiterer spannender Fund in Palenque ist das Grab der Reina Roja. Die mit rotem Zinnoberstaub bedeckte Frau war vermutlich eine Maya-Königin, jedoch bleibt ihre Identität ein Rätsel. Die prächtigen Grabbeigaben zeugen von allerdings ihrem hohen Status.
    Ich erkunde die weitläufige Anlage und steige schließlich die Stufen des Templo de la Cruz hinauf. Oben angekommen, eröffnet sich ein atemberaubender Blick über das grüne Blätterdach des Regenwaldes, aus dem die steinernen Ruinen herausragen. Die Mischung aus antiker Architektur und unberührter Natur macht diesen Ort wirklich einzigartig.
    Bis heute wurden nur etwa 10 % der antiken Stadt Otolum ausgegraben und erforscht. Viele der Ruinen sind noch immer von dichtem Grün überwuchert.

    Außerdem unternehme ich einen Ausflug zu den Wasserfällen von Roberto Barrios, etwa 30 Kilometer von Palenque entfernt. Im Gegensatz zu den bekannteren Agua Azul oder Misol-Ha ist dieser Ort noch vergleichsweise ruhig. Nur wenige Besucher sind hier und so habe ich die grünlich schimmernde Flusslandschaft fast für mich allein. Über mehrere Kaskaden ergießt sich das Wasser in natürliche Pools, die von üppigem Grün eingerahmt sind. Ich lasse mich von den Strömungen treiben, klettere über die glatten Felsen und genieße die Stille, unterbrochen nur vom Rauschen des Wassers und dem Zwitschern der Vögel im dichten Blätterdach.
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