San Cristóbal de las Casas
Mar 14–16, 2025 in Mexico ⋅ ☀️ 25 °C
Meine nächste Station ist San Cristóbal de las Casas, eine der schönsten Städte im Hochland von Chiapas. Eigentlich liegt es gar nicht so weit von Palenque entfernt, doch die Busfahrt dauert fast zehn Stunden. Zwar gibt es eine direkte Verbindung durch die Berge, doch aufgrund häufiger Überfälle auf Reisebusse in der Vergangenheit wird diese Strecke gemieden. Stattdessen nehmen die Busunternehmen den langen Umweg über Tuxtla Gutiérrez in Kauf.
Nach einigen Monaten im Flachland, geht es wieder in höhere Lagen, denn San Cristóbal liegt auf etwa 2.100 Metern. Es besticht mit seinen bunten Kolonialhäusern, kopfsteingepflasterten Straßen und lebhaften Plätzen. Die hübschen Fußgängerzonen Andador de Guadalupe und Anador de Carmen sind gesäumt von Cafés, kleinen Läden und Marktständen, an denen indigene Kunsthandwerke verkauft werden. Über der Stadt thront die Iglesia de Guadalupe, von deren Vorplatz sich ein herrlicher Blick über die Dächer bietet. Auch von der Iglesia de San Cristóbalito, die auf einem Hügel im Westen liegt, genießt man ein schönes Panorama. Besonders freue ich mich über die blühenden Jacaranda-Bäume, deren violette Blüten mich sofort an Buenos Aires erinnern, der letzte Ort, an dem ich sie in solcher Fülle gesehen habe.
Neben der kolonialen Architektur ist San Cristóbal auch für seine indigene Kultur bekannt. Ich besuche die nahegelegenen Gemeinden San Juan Chamula und Zinacantán, die jeweils ihre eigenen Traditionen bewahren. Beide Orte werden von Tzotzil-Maya bewohnt, einer der größten indigenen Gruppen in Chiapas. Chamula ist berühmt für seine Kirche, in der katholische und indigene Riten. Schon beim Betreten umfängt mich der schwere Duft von Wachs von tausenden Kerzen und Kiefernnadeln, die den gesamten Boden bedecken. Es gibt keine Kirchenbänke, sondern die Gläubigen knien in kleinen Gruppen auf dem Boden und führen jeweils ihre eigenen Zeremonien durch. Dabei werden weitere Kerzen angezündet, laut gebetet, Coca-Cola getrunken, um durch das anschließende Rülpsen die Seele zu reinigen und schließlich Hühner als Opfergabe für ihre Rituale dargebracht.
Der Besuch dieser besonderen Kirche hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.
In Zinacantán hingegen dominiert die Textilkunst und der Anbau verschiedenster Schnittblumen, die auf einem kleinen Markt angeboten werden.Read more














