• Oaxaca de Juárez

    Mar 17–21, 2025 in Mexico ⋅ ☀️ 28 °C

    Mit dem Nachtbus erreiche ich am frühen Morgen Oaxaca. Schon auf dem Weg zu meiner Unterkunft spüre ich, dass diese Stadt etwas Besonderes ist. Die frische Morgenluft, das weiche Licht und die noch ruhigen Straßen schaffen eine fast magische Atmosphäre. Je weiter ich mich dem Zentrum nähere, desto mehr zieht mich der Charme Oaxacas in seinen Bann.

    Die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates liegt auf etwa 1.500 Metern Höhe und gehört zu den kulturell und architektonisch bedeutendsten Städten Mexikos. Ihre Altstadt zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe, was angesichts der gut erhaltenen Kolonialarchitektur, der kopfsteingepflasterten Straßen und der zahlreichen Kirchen kaum verwundert. Oaxaca war historisch ein wichtiger Schnittpunkt zwischen indigenen Kulturen und spanischer Kolonialherrschaft und das ist bis heute in Stadtbild und Alltagsleben spürbar.

    Besonders zur aktuellen Jahreszeit präsentiert sich die Stadt in leuchtenden Farben: Unzählige Bäume stehen in voller Blüte, ihre kräftigen Rosa- und Violetttöne ergänzen sich wunderbar mit den ockerfarbenen Fassaden der Häuser und erzeugen ein malerisches Farbspiel.

    Am Zócalo, dem zentralen Platz der Stadt und lebendigen Treffpunkt unter schattigen Bäumen, gönne ich mir eine kalte Trinkschokolade. Eine regionale Spezialität, die herrlich erfrischt.
    Im Mercado 20 de Noviembre, dem kulinarisch Herzen Oaxacas, probiere ich weitere regionale Spezialitäten. Zum Beispiel die Mole Oaxaqueño, eine tief aromatische Sauce aus Chili, Schokolade und dutzenden Gewürzen, sowie Tlayudas, knusprig gebackene Tortillas, großzügig belegt mit Bohnenmus, Käse, Avocado und wahlweise Fleisch.

    Unter den vielen sehenswerten Kirchen gefällt mir der Templo de Santo Domingo de Guzmán besonders gut. Die Fassade ist eher schlicht, aber das Innere überrascht mit überbordendem Barockschmuck, vergoldeten Ornamenten und kunstvollen Deckenfresken.
    Direkt daneben befindet sich das ehemalige Kloster, das heute das Museo de las Culturas de Oaxaca beherbergt. Das Museum zeigt Exponate zur Geschichte, Ethnographie und Kunst der Region, darunter auch zahlreiche Fundstücke aus Monte Albán.

    Diese Ruinenstadt liegt nur wenige Kilometer außerhalb Oaxacas auf einem Bergrücken über dem Tal. Als einstiges Zentrum der Zapoteken, später auch von den Mixteken genutzt, zählt Monte Albán zu den bedeutendsten präkolumbischen Stätten Mexikos. Zwischen dem 6. Jahrhundert v. Chr. und dem 9. Jahrhundert n. Chr. war die Anlage politisches, wirtschaftliches und religiöses Zentrum der Region. Noch heute beeindrucken die großzügigen Plätze, Tempel, Grabanlagen und das astronomisch ausgerichtete Observatorium. Auch Blick von oben über das Tal von Oaxaca ist beeindruckend.
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