Puebla
Mar 21–24, 2025 in Mexico ⋅ ☀️ 26 °C
Nach gut fünfstündiger Busfahrt nach Norden erreiche ich Puebla. Die Stadt liegt auf etwa 2.100 Metern Höhe, eingerahmt von zwei imposanten Vulkanen: dem schneebedeckten Pico de Orizaba, mit über 5.600 Metern der höchste Berg Mexikos und dem markanten, oft rauchenden Popocatépetl mit 5.400 Metern.
Puebla überrascht mich mit ihrer Eleganz und dem prächtigen kolonialen Erbe. Besonders rund um den Zócalo, dem zentralen Platz der Stadt, entfaltet sich ihr Charme. Unter schattigen Bäumen treffen sich Einheimische, Straßenmusiker spielen auf und die imposante Kathedrale mit ihren hohen Türmen aus dunklem Kalkstein wacht über das bunte Treiben.
Ein markantes Merkmal des Stadtbildes ist die Talavera-Keramik, die viele Hausfassaden ziert. Die kunstvoll bemalten Kacheln erinnern mich an die Azulejos im portugiesischen Porto: farbenfroh, detailreich und voller Geschichte.
Beim Schlendern durch die Altstadt lande ich im Viertel Los Sapos, wo sich am Wochenende gut besuchte Flohmärkte zwischen bunten Fassaden ausbreiten. Ganz in der Nähe liegt das Barrio del Artista, wo lokale Künstler in kleinen Ateliers arbeiten und ihre Werke direkt auf der Straße präsentieren. Eine charmante Mischung aus Kunst, Alltag und gelebter Kreativität.
Ein weiteres kulturelles Highlight ist das Museo Amparo, das sowohl moderne als auch präkolumbische Kunst zeigt. Besonders beeindruckend ist die Dachterrasse des Museums: Von hier oben eröffnet sich ein weiter Blick über die Dächer Pueblas, auf Kirchenkuppeln, Kolonialfassaden und in der Ferne die Silhouette der Vulkane.
Nur wenige Kilometer westlich von Puebla liegt Cholula, eine kleine Stadt mit großer Geschichte. Ich unternehme einen Tagesausflug dorthin und lasse mich schnell von der besonderen Atmosphäre einnehmen. Im Mittelpunkt steht die größte Pyramide der Welt, zumindest, was das Volumen betrifft. Auf den ersten Blick wirkt sie wie ein natürlicher Hügel, überwuchert von Gras und Bäumen. Doch im Inneren verbirgt sich ein gigantisches präkolumbisches Bauwerk. Oben auf dem Plateau thront heute eine gelb leuchtende Kirche aus der Kolonialzeit. Ein Sinnbild für die Ignoranz der Europäer und die Überlagerung von Kulturen.
Als ich den Pyramidenhügel erklimme und den weiten Blick über die Ebene genieße, habe ich Glück: Direkt am Fuß der Kirche beginnt eine eindrucksvolle Aufführung. Eine große Gruppe Maya in traditionellen Gewändern und mit auffälligem Federschmuck führt rituelle Tänze auf, begleitet vom tiefen Rhythmus der Trommeln. Dazu werden verschiedene Kräuter zu aromatischem Rauch verbrannt und die Atmosphäre ist intensiv, archaisch und fast tranceartig.Read more


















