• San Miguel de Allende

    Mar 24–27, 2025 in Mexico ⋅ ☀️ 29 °C

    Von Puebla aus reise ich per Mitfahrgelegenheit zu meiner nächsten Station, San Miguel de Allende. Mit einem Umstieg in Santiago de Querétaro dauert die Fahrt insgesamt etwa fünf Stunden.
    Die Kleinstadt liegt auf etwa 1.900 Metern Höhe im Bundesstaate Guanajuato und zählt zu den schönsten Kolonialstädten Mexikos. Sie war einst ein bedeutendes Handels- und Kulturzentrum im zentralen Hochland und ist heute ein beliebter Rückzugsort für Künstler, Intellektuelle und Auswanderer, allen voran viele US-Amerikaner, die hier dauerhaft leben oder überwintern. Seine gut erhaltene Architektur, die kulturelle Vielfalt und das milde Klima haben ihm den Status als kulturelles Kleinod eingebracht.

    Das Herz der Stadt schlägt rund um den Jardín Allende, einen von Bäumen beschatteten Platz direkt vor der berühmten Parroquia de San Miguel Arcángel. Die rosafarbene Kirche mit ihren neugotischen Türmen erinnert entfernt an das Ulmer Münster. Eine Reminiszenz an europäische Kathedralen, entworfen von einem indigenen Steinmetz im 19. Jahrhundert, der sich von Postkarten inspirieren ließ.
    Zwischen den schattigen Bänken erklingen immer wieder die Melodien der Mariachi. Das sind Musiker in prächtigen Anzügen, die auf Bestellung Ständchen singen und deren traditionelle Lieder voller Sehnsucht und Leidenschaft durch Trompeten, Gitarren und Geigen getragen werden.

    Ein Spaziergang führt mich durch das charmante Viertel El Chorro den Hügel hinauf zum Aussichtspunkt El Mirador. Der Weg verläuft entlang pastellfarbener Häuser, durch ruhige Gassen und vorbei an blühenden Bougainvillea und Jacarandas. Am Ende wartet ein weiter Blick über die Dächer San Miguels.

    Etwas außerhalb des Zentrums besuche ich die Fábrica La Aurora, eine ehemalige Textilfabrik, die heute Ateliers, Galerien und Designläden beherbergt. Inmitten von Industrieromantik lässt sich hier zeitgenössische Kunst entdecken. Ein schöner Kontrast zur kolonialen Kulisse der Altstadt, auch wenn die Anlage vor allem wohlhabende Ausländer anzieht.

    So habe ich an einigen Stellen das Gefühl, dass es hier fast schon zu viele Ausländer gibt. Die Stadt ist nicht allzu groß, und ihr Anteil ist auffallend hoch. Sie prägen und verändern den Ort, was den authentischen Charakter manchmal etwas verblassen lässt.
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