El Remate & Flores
26 apr–3 mag 2025, Guatemala ⋅ ☀️ 39 °C
Noch vor Sonnenaufgang verlassen wir den Lago de Atitlán. Ein kleines Boot holt uns am Anleger in Paxanax ab und bringt uns in tiefer Dunkelheit nach Panajachel. Von dort geht es mit einem Minibus weiter nach Guatemala-Stadt. Später steigen wir um in einen bequemen Überlandbus, der uns stundenlang durch das Land trägt. Über Berge und Hochebenen, vorbei an sattgrünen Tälern, trockenen Landstrichen und endlosen Feldern. Als wir in der Nacht Santa Elena erreichen, haben wir fast das gesamte Land durchquert und waren insgesamt über 18 Stunden unterwegs.
Am nächsten Vormittag erkunden wir die Insel Flores. Die kleine, farbenfrohe Altstadt liegt mitten im Lago Petén Itzá und ist über einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden. Sie wirkt wie eine Welt für sich: enge Gassen mit bunten Häusern, gemütliche Restaurants mit Blick aufs Wasser, langsam schaukelnde Boote am Ufer.
Ursprünglich war Flores das Zentrum der Itzá-Maya, deren Widerstand bis weit ins späte 17. Jahrhundert anhielt – als eine der letzten Hochkulturen, die sich den Spaniern unterwarfen. Noch heute spürt man eine gewisse Abgeschiedenheit, eine stille Widerständigkeit zwischen den Kolonialbauten und Kokospalmen.
Am Nachmittag fahren wir weiter nach El Remate, ein ruhiges Dorf am östlichen Ufer des Sees. Hier beziehen wir ein kleines Holzhaus direkt am Wasser, in dem wir eine Woche verbringen. Einfach, aber gemütlich und umgeben von Bäumen, Vogelstimmen und der langsamen Bewegung des Sees.
Die Region Petén ist für ihr heißes, tropisches Klima bekannt und wir erleben es in voller Intensität. Die Temperaturen klettern auf knapp 40 Grad und die Luft steht flirrend über den staubigen Wegen. Der See lädt dennoch zum Baden ein, auch wenn das Wasser mit über 30 Grad eher lauwarm als erfrischend ist. Trotzdem springen wir jeden Tag hinein und genießen das lautlose Treiben im flachen Wasser, das von warmem Wind und fernen Geräuschen begleitet wird.
El Remate ist kein klassisches Reiseziel. Es ist eher ein Ort zum Verweilen. Kein Trubel, keine Eile. Hier vergeht die Zeit langsam, zwischen Hängematte, See, Mangobäumen und Gesprächen in der Nachmittagshitze. Und vielleicht ist es gerade das, was diesen Ort so besonders macht.Leggi altro














