• Tikal

    1 maggio 2025, Guatemala ⋅ ☀️ 36 °C

    Von El Remate aus ist es nur eine knappe Stunde bis Tikal, einer beinahe vergessenen Ruinenstadt der Maya mitten im Dschungel Guatemalas. Wir brechen früh auf, um der Hitze des Tages zu entgehen und sind überrascht, dass wir relativ wenige andere Besucher treffen.

    Der Ort wurde schon vor über 2.500 Jahren besiedelten und in der Blütezeit zwischen dem 4. und 9. Jahrhundert war Tikal eine der mächtigsten Städte ganz Mesoamerikas. Über 3.000 Gebäude wurden hier errichtet und Schätzungen zufolge lebten damals bis zu 100.000 Menschen in und um die Stadt.

    Wir verbringen viele Stunden in der Anlage, steigen steile Stufen zu den Tempeln hinauf und genießen den Blick von oben über die endlose Dschungeldecke. Besonders beeindruckend ist Tempel IV, mit 70 Metern eines der höchsten erhaltenen Bauwerke der Maya-Welt. Von dort schweift der Blick über die Spitzen anderer Tempel, die wie steinerne Inseln aus dem grünen Ozean ragen.

    Während wir durch das Gelände streifen, begegnen wir einer Vielzahl wilder Tiere. Mehrmals kreuzen Nasenbären unseren Weg. In den Bäumen sehen wir zahlreiche Spinnenaffen, die mit beachtlicher Eleganz von Ast zu Ast schwingen.

    Tikal fasziniert nicht nur durch seine Architektur, sondern durch die Kombination von Natur und Geschichte. Hier ist nichts museal abgesperrt oder künstlich hergerichtet – man bewegt sich zwischen Ruinen, die vom Dschungel langsam zurückerobert werden, begleitet vom Pfeifen, Rascheln und Rufen eines Waldes, der lebt. Und genau das macht diesen Ort so einzigartig: Er ist nicht nur Zeugnis einer vergangenen Hochkultur, sondern ein Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart ineinander übergehen.
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