• Río Dulce

    May 3–4, 2025 in Guatemala ⋅ ☀️ 35 °C

    Eigentlich hatten wir Río Dulce nur als praktischen Zwischenstopp auf dem Weg nach Honduras eingeplant. Eine Übernachtung, nicht mehr. Doch schon kurz nach unserer Ankunft merken wir, dass dieser Ort viel mehr zu bieten hat, als wir erwartet hätten.

    Nach etwa fünf Stunden Busfahrt erreichen wir die gleichnamige Kleinstadt am Río Dulce. Es ist heiß, feucht, und die Straßen sind belebt. Doch unser eigentliches Ziel liegt etwas abseits. Mit einem kleinen Motorboot werden wir abgeholt und gleiten wenig später über einen Seitenarm des Flusses. Vorneweg sitzt der Hund des Hotels auf dem Bug, als wäre er die tierische Galionsfigur. Rechts und links wächst dichter Dschungel bis ans Wasser heran, Lianen hängen von den Bäumen, Reiher stehen reglos im Ufergras. Nach etwa zehn Minuten erreichen wir unsere Unterkunft: ein kleines Hotel mitten in der Natur, umgeben von sattem Grün und sanftem Vogelgezwitscher.

    Wir nutzen die Gelegenheit und leihen uns zwei der hauseigenen Kajaks aus, um die Umgebung vom Wasser aus zu erkunden. Lautlos gleiten wir durch schmale Kanäle und beobachten dabei das Leben am und im Fluss. Immer wieder sehen wir gepflegte Holzhäuser mit Bootsstegen, eingebettet in die tropische Landschaft. Einige schlicht, andere wie kleine Paradiese.

    So ruhig und abgeschieden dieser Ort wirkt, gehört er doch zu einem wichtigen Natur- und Wasserweg Guatemalas. Der Río Dulce verbindet den Izabal-See mit der Karibikküste und schlängelt sich dabei durch eine der grünsten Regionen des Landes.

    Viel zu schnell vergeht die Zeit. Am nächsten Morgen müssen wir schon wieder aufbrechen. Dabei hätten wir gern länger in dieser stillen Ecke verweilt, zwischen Dschungel, Fluss und der beruhigenden Langsamkeit des tropischen Wassers.
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