Bergerie de Croci - Bavella
Jun 16–17, 2025 in France ⋅ 🌙 18 °C
So ein wunderbarer Abend gestern.
Wir könnten so viel über unsere Wanderung erzählen. Das Schönste daran ist, dass es wirklich egal ist, wer du bist und was du anhast. Und so haben wir unglaublich interessante Art unterwegs getroffen. Eric, Patrick, der mit seiner Tochter und ihrem Freund unterwegs ist und im wahren Leben Arzt ist. Und wir haben alle eins gemeinsam, wir haben alle dreckig Klamotten am Hintern, kämpfen und jeden Tag von Etappe zur Etappe und genießen die Zeit dazwischen und am Abend. Es ist eine Gemeinschaft, die auf alle anderen acht gibt. So konnten wir hier schon unterwegs schon ganz viele tolle Sachen aus unserem Rucksack verteilen anderen helfen und so weiter.
Unsere Etappe fing eigentlich relativ gemütlich an … mit einem Frühstück bei einem dicken Schwein, das den Rest unseres Müslis klaute, und einem Aufstieg, der es irgendwie auch in sich hatte. Wir könnten noch, wenn wir wollten aber wir wollen nicht, den Monte incudine besteigen. Der höchste Berg des südlichen Teils vom GR 20.
Stattdessen rasten wir und lassen alles auf uns wirken und werfen einen ersten Blick auf das Bavellamassiv.. der 💨 pfeift und um unsere Nase 👃 ,Hier treffen wir Patrick Freund, den eine üble Magen-Darm-Grippe erwischt hatte. Wir helfen aus und sind behilflich.
Dann folgt der Schlimmsteabstieg unserer Wanderung. Über Felder aus Geröll, hohen Tritten, und schwindelerregenden abhängen.. der Abstieg nimmt überhaupt gar kein Ende, und wir kehren erst mal ein im Refuge Asinau. Das ist wirklich irgendwie das uneinladenste Refuge. Passend zum Wind. Unterwegs erfahren wir, dass Vater Wölfchen auch schon unterwegs ist und schon auf uns wartet. Dabei haben wir noch so viel vor uns. Wir wollen gasgeben, aber so richtig. Gelingt uns aber nicht. Der Weg ist schwierig und nimmt auch heute irgendwie überhaupt kein Ende. Oben am Bavellapass erwartet uns Vater Wölfchen, der hier ganz schön viel Sitzfleisch besessen hat heute. Wir laden die Hälfte unserer Rucksäcke aus, nehmen einen schnellen Drink und ziehen weiter, denn auf uns wartet das Abendessen. Das war so schade, dass wir so wenig Zeit hatten.
Unsere Unterkunft ist eine kulinarische Offenbarung. Man lernt solche Dinge einfach mehr zu schätzen. Die ganze Wanderung hat uns mal wieder sehr geerdet. Man merkt, wie wichtig Wasser sein kann, wie schön ein warmes Bett ist und wie gut sich eine dicke Matratze unter dem Hintern in der Nacht anfühlt. Und wie schön ist es dein Kopfkissen zu haben was man richtig in den Arm nehmen kann, um gut zu schlafen. Das Essen war einfach herrlich, eine korsische Suppe, geröstetes Schwein, was ich bestimmt mal irgendwann mit Kastanien voll gefressen hatte, dazu ein cremiger Kartoffelgratin und ein Dessert. Uns beiden kam es so vor, als ob es das beste Essen der Welt ist, was wir je gegessen hatten. Leider hatte ich meine Schuhe schon Vater Wölfchen mitgegeben. So saß ich barfuß an einem schön gedeckten Tisch mit Servietten und geputzten Gläsern. Aber das war irgendwie auch egal.
Patrick und sein Freund liefen auch noch etwas unrund zu später Stunde ein und spendierten uns für unsere Hilfsbereitschaft heute am Weg. Noch einen ordentlichen Wein. Den brauchten wir auch, denn in unserem Zimmer wurde geschnarcht, was das Zeug hielt…🤣🤣🤣🤣🤣
Wir fielen auf unsere Matratzen und waren einfach nur selig und dankbar für so viel Luxus. Es ist richtig toll, dass man solche Dinge, die einem so selbstverständlich vorkommen, so unglaublich willkommen heißen kann.
Morgen ist unsere letzte Etappe. Da wir ankommen wollen, stehen wir bereits um 4:30 Uhr auf.
Gute Nacht vom Bavella pass.Read more















TravelerJa, das ist es. Die Kameradschaft unterwegs und untereinander, die Hilfsbereitschaft und gewährte Unterstützung. Das passiert hier am GR20 genauso wie in anderen Gebirgen, z.B. bei der Umrundung der Annapurna im Himalaya. Darauf kann man sich verlassen! Vater Wölfchen