• Himba

    September 18, 2023 in Namibia ⋅ ☀️ 28 °C

    Bevor ich den heutigen Tag beschreibe möchte ich betonen, dass keines der Fotos aus voyeuristischen Gesichtspunkten entstanden ist. Im Gegenteil, die fotografierten Himbas haben uns quasi dazu gedrängt sie zu fotografieren. Sie waren stolz, von uns fotografiert zu werden und hatten jedes Foto mit Lachen und positiven Gesten kommentiert.
    Als Dolmetscherin stellte sich eine Mitarbeiterin des Campingplatzes zur Verfügung.
    Bedingung für den Besuch im Himba Dorf war, dass wir Lebensmittel als Gastgeschenk mitbringen. Also war der erste Gang heute zum General Dealer in Epupa. Maismehl, Zucker, Öl, Kaffee plus Kleinigkeiten, dass war die Geschenkeliste für die Himbas.
    Und ja, die Himbas leben so wie‘s auf den Fotos ausschaut. Sie hatten nicht Straßenkleidung gegen Himba Outfitt getauscht, sondern kleiden und leben so wie wir es erlebten. Klar, leben sie nicht „hinter‘m Mond“ sondern nehmen moderne medizinische Hilfe an. Auch Handys sind keine unbekannten Geräte.
    Dennoch, Himba kleiden sich wie Himba. Es waren nur Frauen und Kinder im Dorf. Die Männer waren mit dem Vieh auf der
    Suche nach Weidegründe.
    Die Dolmetscherin erklärte uns alle Details der Kleidung und des Körperschmuckes der Himbas. So sind z.B. nicht die Brüste eine intime Zone, sondern die Schultern. Himba Frauen bedecken ihre Schultern mit Zöpfen. Schon in jungen Jahren werden die Haare mit Erde und Fett eingerieben und drapiert.
    Eine Sache ist sehr befremdlich für uns. Ein Ritual bei jungen Himbas im Alter von 12-14 Jahren ist, die vier Vorderzähne im Unterkiefer zu entfernen. Viele haben deshalb im Unterkiefer keine vorderen Schneidezähne. Unsere Dolmetscherin meinte, dass das sehr, sehr schmerzhaft sei. Deshalb seien heute nicht mehr alle Himbas traditionell mit ausgeschlagenen Zähnen zu sehen.
    Auf der Fahrt zu unserem heutigen Übernachtungscamp machten wir am Ufer des Kunene Mittagspause. Wie aus dem Nichts stand ein Himba Mann vor uns. Ein wirklich gut aussehender junger Mann. Da wir eh gerade am Mittagessen waren wurde er eingeladen. Dazu gab es eine Cola und eine saure Gurke. Er ass alles. Aber es war offensichtlich, dass er noch selten eine Cola Dose geöffnet hatte und das Chilli con Carne eine absolute Premiere war.
    Ansonsten haben wir heute noch einige Kinder mit Äpfeln beglückt.
    Wieder mal ein Tag für unser Karma 😇😁.
    Heute Abend übernachten wir auf einem etwas heruntergekommenen Campingplatz am Staudamm des Kunene Flusses. Nichts spektakuläres, aber Dusche (Outdoordusche) und Toilette vorhanden. Als Abendessen servierte uns Micha Linseneintopf und gegrillte Bratwürste.
    Linseneintopf würd ich freiwillig nie bestellen, aber hier unter lauschigem afrikanischen Sternenhimmel schmeckt‘s lecker.
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